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Landkreis Dillingen

15.05.2015

Tierquälerei: Drei Schweine wurden verletzt allein gelassen

Die Schweine lagen wochenlang mit Knochenbrüchen im Stall. Selbst ein Tierarztbesuch änderte nichts.

Staatsanwalt Markus Eberhard klagte den Betreiber, dessen Mutter und Stiefsohn wegen Tierquälerei durch Unterlassen an. Er warf den Angeklagten vor, sich seit Wochen nicht um die Tiere gekümmert und deren Schmerzen billigend in Kauf genommen zu haben. Die Angeklagten schwiegen zu den Vorwürfen. Stattdessen gaben ihre Rechtsanwälte Erklärungen ab. Der Rechtsanwalt des Betreibers gab an, dass sein Mandant nur noch selten am Hof war. Er habe seine Mutter damit beauftragt, täglich nach den Schweinen im Betrieb zu schauen. Sein Mandant habe sich auf die Mutter verlassen und wusste nichts von den Tieren im Krankenstall. Das bestätigte auch die Rechtsanwältin der angeklagten Mutter. Wegen dem Zustand der Schweine habe die 69-Jährige auch einen Tierarzt kontaktiert. Außerdem habe sie laut Angaben der Rechtsanwältin die Tiere händisch gepflegt.

Zwei Mal war der Tierarzt, der seit 15 Jahren die Tiere auf dem Hof betreut, auch vor Ort. Die Schwellungen an den Gelenken und die Abszesse seien ihm aufgefallen, deshalb habe er den Tieren Antibiotika und Cortison verabreicht. Da er danach keine Rückmeldung von den Betreibern bekam, habe es keine weiteren Untersuchungen gegeben. Ihm sei auch sonst nichts weiter aufgefallen. Auch habe er die ganzen Jahre kein Problem mit dem Betrieb gehabt.

Eine Mitarbeiterin des Veterinäramtes sagte aus, die Schweine in einem dreckigen Stall vorgefunden zu haben. „Es lag nur wenig Einstreu auf dem Boden.“ Dieses sei auch durchtränkt mit Urin und Kot gewesen. Auch der Zugang zur Tränke sei für die Tiere nicht zugänglich gewesen. „Eines der Tiere konnte gar nicht mehr aufstehen“, erzählte sie. Dass die Tiere, die inzwischen eingeschläfert wurden, mindestens seit vier Wochen an diesem Zustand litten, unterstellte der Pathologe Wolfgang Bräuer. Er untersuchte Teile der Tiere nach der Obduktion. Es hätten sich bereits Gewebe und neue Knochen gebildet. „Der Prozess war schon länger im Gange“, sagte er aus. Ob Schweine das gleiche Schmerzempfinden hätten, wie Menschen, hätte laut Bräuer nur ein Tierschützer beantworten können. „Aber ein Schwein hat ein dem Menschen ähnliches Nervensystem“, stellte er fest. Demnach müssten sie das gleiche Schmerzempfinden haben.

Am Ende einigte sich das Gericht mit der Staatsanwaltschaft und den drei Rechtsanwälten auf eine Verständigung. Der Betreiber wurde zu 2000 Euro Geldstrafe verurteilt. Dessen Mutter konnte zu ihrem Vorteil ein vollständiges Geständnis abgeben, was sie auch tat. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt. Die Anklage gegen den Stiefsohn, der für die Tiere nicht zuständig, wurde fallen gelassen.

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