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Mooseum

13.05.2019

Weidetiertag in Bächingen: Zum Schluss läuft doch alles rund

Besenbinder Winfried Bschorer erklärt den Besuchern des Weidetiertags seine Arbeitsweisen.
Bild: Silva Metschl

Im Vorfeld gab es einige Schwierigkeiten und das Wetter war auch nicht schön. Dennoch ist beim Weidetiertag viel los - und geboten.

Bereits zum sechsten Mal fand der Weidetiertag am Sonntag statt. Dabei konnten die Besucher nicht nur Esel striegeln und Ponys reiten, sondern ein eigenes Steckenpferd basteln oder einen Abstecher in den Schlossgarten machen.

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Wer durch das Eingangstor des Bächinger Mooseums kommt, wird direkt von den Rufen der Hochlandrinder, verschiedenen Schafen und den beiden Eseln Hans und Josef begrüßt. Auch die Pflanzentauschbörse hat hier ihren Platz. „Manche kommen extra dafür“, erzählt Mitarbeiterin Sylvia Bredl. Für sie ist der Weidetiertag bereits ein fest etablierter Bestandteil des Mooseums. Die Tiere selbst stammen alle aus der Region. „Schließlich wollen wir zeigen, welche Tiere für die Weideinstandsetzung hier sorgen.“ Dabei werde immer alles genau vom Veterinärtieramt geprüft. „Schließlich machen wir das für die Tiere, da können wir sie nicht einfach abstellen“, betont die Kommunikationswirtin. Deshalb sei die Mitarbeit der Tierhalter sehr wichtig, denn gerade dieses Jahr habe es im Vorfeld einige Schwierigkeiten gegeben.

Neben der Gefahr der Blauzungenkrankheit für Schafe und Ziegen sowie dem Pferdeherpesvirus sei zudem eine Maschine zur Blutuntersuchung im Veterinäramt ausgefallen, erklärt Umweltpädagogin Ute Hospodarsch. Trotz aller Umwege sind die Weidetiere für das Frühlingsfest, das vorher unter verschiedenen Motiven stattfand, ein beständiges Motto geworden. „Dieses Thema ist wichtig für die Artenvielfalt und es spricht viele Menschen an“, erklärt Hospodarsch.

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Neben den Vierbeinern können die Besucher auch alte Handwerkskunst bestaunen: Die Klöppelgruppe des Mooseums zeigt ihr Können ebenso wie die Interessengemeinschaft Sontheim, kurz IGS. Sie gibt unter anderem einen Einblick in die Arbeit der Drechsler und Seiler.

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So verlief der Weidetiertag in Bächingen
Bild: Silva Metschl

Besenbinder Winfried Bschorer erklärt den Interessierten seine Vorgehensweise: „Für einen Besen braucht es drei verschiedene Holzarten.“ Birkenreisig als Kehrmaterial, das mit elastischen Weidenzweigen gebunden wird. Als Stiel sind Esche oder Haselnuss geeignet. „Die kommen alle im Auwald vor“, erklärt er weiter. Die Zweige dürfe er nur im Winter sammeln. Um für sechs Besen genug Reisig zu haben, sei er etwa zwei Stunden unterwegs. Außerdem lässt er die Kinder selbst an einem Besenstil schnitzen.

"Alle eben sich hier sehr viel Mühe"

Auch im „Saustall“ können die Jüngsten tätig werden und ein Blumenschaf, Windlichter oder ein Steckenpferd basteln. Vorbereitet wurden diese bereits zu Hause von Anna Knak, die im Mooseum ein Freiwilliges Ökonomisches Jahr macht.

Wilhelm Rochau, Schatzmeister und ehemaliger Vorsitzender des Fördervereins, freut sich, dass trotz des kalten Wetters viele Menschen zum Weidetiertag kommen. „Es ist wichtig, so etwas zu sehen und mitzunehmen“, sagt er. Und weiter: „Vielleicht nehmen manche dann wieder die Sense in die Hand statt den Rasenmähroboter.“ Für den Erfolg des Weidetiertages sei den Ehrenamtlichen zu danken, sagt Bredl: „Da wird ein großer Beitrag geleistet.“ Inge Thumm und Christa Gerster, die ihren Muttertagsausflug zum Weidetiertag unternehmen, sind sich einig: „Man merkt, dass sich hier alle viel Mühe geben. Hier lässt es sich gut leben.“

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