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Theater

24.04.2019

Wenn krankhafter Geiz blind macht

Mit vereinten Kräften befreien Schwester Philomena, Knecht Frieder, Magd Dorle und Bader Ludwig Allgeier Bauer Gottlob Hengstberger von dem rostigen Nagel. Den hatte sich der Geizkragen an seinem kaputten Zaun eingetreten.
Bild: Horst von Weitershausen

Das Laienspielensemble des SC Mörslingen reißt das Publikum von den Stühlen.

Mit dem Schwank „D´r Pfennigfuchser“ von Peter Landstorfer hat sich das Theaterensemble des SC Mörslingen in diesem Jahr ein Stück ausgesucht, mit dem das Publikum in allen Aufführungen der Laienspielgruppe begeistert wurde. Mit zahlreichen Pointen sorgten die mit einer Ausnahme durchweg erfahrenen Bühnenprofis unter der letztmaligen Regie von Michael Hirner für beste Unterhaltung im Sportheim von Mörslingen.

Wie seit Jahren waren die einzelnen Rollen auch für diese Komödie exzellent besetzt, wodurch das Geschehen auf der Bühne vom Publikum mit jeder Menge Lachern, großer Begeisterung und häufigem Szenenbeifall begleitet wurde. Besonders Bühnenroutinier Reinhold Birkner glänzt in der Rolle des geizigen Großbauern und Kiesgrubenbesitzers Gottlob Hengstberger, der seinen Mitmenschen das Leben ob seiner Pfennigfuchserei schwer macht.

Klopapierverbrauch und Knödelgröße sind vorgeschrieben

So müssen beispielsweise Jungknecht Frieder (Christoph Kapfer), Jungmagd Dorle (Franziska Pfeifer) und Wirtschafterin Berta (Ingrid Gräf) ihre Ausgaben für das Erntedankfest am nächsten Tag genau belegen und den Rest des von ihm erhaltenen Geldes zurückgeben. Darüber hinaus schreibt ihnen der Geizkragen vor, wie viele Blätter Klopapier sie verbrauchen dürfen und schimpft, wenn die Knödel zu groß ausfallen. Löcher in den Schuhen werden mit Zeitungspapier geflickt und wenn’s in der guten Stube kalt ist, dann „setzt halt a Mützen auf“. Sein Erspartes hortet Bauer Gottlob in einer Geldkassette im Kachelofen, der deshalb auch nie angeschürt wird. Den Geiz des Bauern bekommt auch Heimschwester Philomena (Lisa Kling) zu spüren, die auf eine Spende aus der Kiesgrube für den Waisenhausumbau hofft, allerdings mit ein paar alten Socken abgespeist wird. Schnell wird auch beim Mittagessen der Topf in der Kommode versteckt, als der dem Alkohol nahe stehende Schmied und Schuster Alois Bachtaler (Stefan Gulden) ungebeten erscheint, um ihn nicht auch mitfüttern zu müssen. Sein Sparwahn wird ihm jedoch bald zum Verhängnis.

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Weil der Arzt zu teuer ist, rückt der Bader an...

Für die Reparatur des kaputten Zauns gibt es vor lauter Geiz kein Geld aus und eines Tages tritt genau er sich dort einen rostigen Nagel durch seine schlecht reparierten Schuhe in den Fuß. Ein richtiger Arzt ist viel zu teuer. Der Bader und Totengräber Ludwig Allgeier (Hariolf Kapfer) entfernt dem Bauern nicht nur den Nagel, sondern er will ihn mithilfe einer „drohenden Blutvergiftung“ auch von seinem Geiz kurieren, was allerdings nicht auf Anhieb gelingt.

Erst als das vermeintliche Ende naht, kommt der um sein Leben jammernde Pfennigfuchser durch den nächtlichen Auftritt eines „Fremden“ (Thomas Hirner) zum Umdenken, was jedoch Erbschleicherin Johanna Enderle, ebenfalls gespielt von Lisa Kling und dem Banker Hanskarl Heigeier (Jürgen Biber) in ihren Bemühungen, an das Geld von Gottlob Hengstberger zu kommen, auch nicht weiterbringt. Das Publikum hatte auch in diesem Jahr wieder jede Menge Spaß und belohnte das gesamte Theaterensemble des SC Mörslingen mit tosendem Schlussapplaus.

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