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Asyl

24.02.2016

Wie Aislingens Bürger Flüchtlinge integrieren wollen

Die Teilnehmer des Bürgergutachtens wollen helfen, informieren und selbst in Entscheidungen einbezogen werden

Wenn sie noch weitere Flüchtlinge aufnehmen sollen, würden sie am liebsten Familien mit Bleiberecht in ihrer Gemeinde integrieren. In diesem Punkt sind sich die Teilnehmer des Aislinger Bürgergutachtens zum Thema Asyl einig. Bisher wohnt eine anerkannte Flüchtlingsfamilie aus Syrien in dem Ort, doch Bürgermeister Jürgen Kopriva ist sicher, dass Aislingen bald mehr Asylbewerbern eine Unterkunft bieten muss. Mit dem Ergebnis des Bürgergutachtens ist Kopriva zufrieden und Wolfgang Scheffler, der das Gutachten mitorganisiert hat, sagt: „Das Konzept kam gut an.“

Um sich dem Thema zu nähern, sollten sich die 20 Teilnehmer in Fünfergruppen beraten. Die erste Leitfrage lautete: „Wenn ich selber in ein anderes/fremdes Land geflohen wäre, was würde mir helfen, mich zu integrieren und in die Gesellschaft einzubringen?“

Am wichtigsten war den Bürgern Informationen über Rechte, Pflichten, Regeln und Kultur zu erhalten. Dafür solle es eine Anlaufstelle geben. Ebenso solle es Ansprechpartner geben, die Asylbewerber bei grundlegenden Dingen, wie Behördengängen und Einkäufen, unterstützen. Die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, folgte an drittwichtigster Stelle, gefolgt von der Chance auf Arbeit, um das Selbstwertgefühl zu stärken und finanziell unabhängig zu sein.

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Nach dieser ersten Beratungsrunde hörten die Teilnehmer Vorträge von Experten. Peter Alefeld vom Landratsamt erläuterte die rechtlichen Hintergründe, die Leistungen, die Asylbewerber erhalten sowie aktuelle Flüchtlingszahlen und deren Verteilung.

Diakon Georg Steinmetz erzählte von bisherigen Erfahrungen mit Asylbewerbern in Holzheim und Weisingen, Bürgermeister Kopriva fasste die Situation in Aislingen selbst zusammen. Am Ende berichtete Wohnungslotse Mesut Söyler von seiner Arbeit. Er und weitere Unterstützer helfen Flüchtlingen mit Duldung oder Bleiberecht dabei, eine Wohnung zu finden.

Nach den Impulsen widmeten sich die Bürger der Kernfrage: „Wie wollen wir das Thema Asyl in Aislingen gestalten?“

Mit Abstand an erster Stelle der Ergebnisse stand der Wunsch, vor allem Familien, im Idealfall mit Bleiberecht, aufzunehmen. Außerdem sollten nicht nur die Asylbewerber eine Anlaufstelle für Informationen haben, sondern auch die Aislinger Bürger. Die wollen zudem einen Helferkreis gründen. Bei der Integration könnten auch die Vereine im Ort helfen.

Den Teilnehmern war wichtig, dass sich die Gemeinde selbst um infrage kommende Gebäude für eine Unterkunft kümmert. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass letztendlich Investoren von außerhalb entscheiden, wo im Ort Asylbewerber untergebracht werden.

Die Ergebnisse sollen dem Gemeinderat als Leitfaden dienen. Es ist bereits das dritte Mal, dass Aislingen seine Bürger auf diese Weise einbindet. 2009 sollten sie „Wichtige Themen im Dorf“ besprechen, 2011 ging es um die Nahversorgung mit Lebensmitteln. (jako)

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