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Statistik

21.06.2017

Wir sind in Kauflaune

Das verfügbare Einkommen je Einwohner steigt – auch im Landkreis Dillingen

Die Deutschen sind in Kauflaune. Sichere Jobs, steigende Löhne und niedrige Öl- und Benzinpreise machen ihnen Lust auf Konsum, zumal derzeit die Zinsen so im Keller sind, dass Sparen für viele keine Alternative ist. Das Geld wird ausgegeben und das Handels- und Dienstleistungsgewerbe freut sich ebenso wie das Bau- und Ausbaugewerbe. Deutschlandweit kletterte das verfügbare Einkommen je Einwohner von 2010 bis 2014 um 9,3 Prozent. Für den Kreis Dillingen verzeichnet die Statistik im selben Zeitraum einen Anstieg von 10,0 Prozent. Das erreichte durchschnittlich verfügbare Einkommen liegt hier aktuell bei 22.793 Euro, und damit unter dem Landeswert, den die Statistiker für Bayern mit durchschnittlichen 23080 Euro angeben.

Der Blick auf die Jahreszahlen mag irritieren: Sie reichen nur bis 2014. Doch sie sind das aktuellste, was die behördlichen Einkommensdatenbanken hergeben. Dabei gilt es, auf die Feinheiten zu achten. Es sind nicht die Einkünfte, die beim Finanzamt versteuert werden, sondern es geht um das „verfügbare Einkommen“, das nicht zu verwechseln ist mit den Löhnen und Gehältern. Das verfügbare Einkommen ist eine Nettoeinkommensgröße, die sowohl Einkommen aus unselbstständiger Arbeit als auch Einkünfte aus freiberuflicher beziehungsweise unternehmerischer Tätigkeit sowie Vermögenseinkünfte beinhaltet, so die Erklärung der Statistiker.

Hinzu kommen aber auch Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und andere staatliche Leistungen. Abgezogen wiederum sind Steuern und Sozialbeiträge. Es ist also das Geld, das Mann und Frau tatsächlich für ihre Bedürfnisse, von der Miete, über Kredite, fürs Essen, Kleidung, Urlaub, Sparen und so weiter, ausgeben oder anlegen können. Allerdings: Preisentwicklung und Inflationsrate sind nicht berücksichtigt.

Deutschland ist freilich nicht gleich der Kreis Dillingen. Landauf, landab sind die Verhältnisse recht unterschiedlich. In Deutschland lag das verfügbare Einkommen 2014 bei 21117 Euro, sagen die aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes. Im Kreis Dillingen lag dieses Einkommen bei 22793 Euro, also um 1676 Euro höher als der Bundesdurchschnitt. Im Jahr 2007 waren es im Schnitt 19537 Euro gewesen (Bund: 18263 Euro) und im Jahr 2010 durchschnittliche 20.725 Euro (Bund: 19312 Euro).

Am meisten Geld stand zuletzt den Bürgern der baden-württembergischen Stadt Heilbronn zur Verfügung; sie konnten im Schnitt 41.700 Euro ausgeben. Dahinter folgten die bayerischen Landkreise Starnberg (35000) und München (30000). Deutlich weniger Geld in der Tasche hatten demgegenüber die Bürger der nordrhein-westfälischen Stadt Gelsenkirchen (16100 Euro), gefolgt von den Städten Halle, Rostock und Leipzig sowie dem Kreis Vorpommern-Greifswald (jeweils 16400 bis 16700 Euro).

Blickt man auf die Entwicklung der verfügbaren Einkommen und auf das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner als zweitem Maßstab, das im Kreis Dillingen um 39,4 Prozent von 21818 Euro im Jahr 2007 auf 30416 Euro im Jahr 2014 gewachsen ist, lässt sich Folgendes feststellen: Die verfügbaren Einkommen sind im selben Zeitraum mit 16,7 Prozent um 22,7 Punkte geringer gewachsen als das lokale Bruttoinlandsprodukt.

Da besteht sicher noch Luft für eine Kaufkraftstärkung. Vorausgesetzt, die kalte Progression frisst sie nicht auf.

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