Es ist nun schon fast 141 Jahre her, dass Steinbrecher in Wittislingen eher zufällig einen wahren Schatz ausgruben: das Fürstinnengrab aus dem siebten Jahrhundert. Neben einigen aufschlussreichen Grabbeigaben entdeckten die Arbeiter und später Forscher dort auch die berühmte Bügelfibel, die bis heute als eine der bedeutendsten archäologischen Funde Bayerns gilt.
Kurz nach der Entdeckung 1881 entbrannte ein regelrechter Wettlauf zwischen Sammlern, Privatleuten und Museen in ganz Europa. Alle wollten die kostbaren Funde haben. Am Ende bekommen hat sie der bayerische Staat. Bis heute werden die Stücke von der Archäologischen Staatssammlung München gehütet.
In der Wittislinger Mittelschule findet ein Vortrag über die Bügelfibel statt
Doch nach so langer Zeit wurde es irgendwann Zeit, die Fundstücke neu zu untersuchen. Das Vergleichsmaterial war in der Zwischenzeit ordentlich gewachsen, moderne Untersuchungsmethoden wie Röntgen, Mikroskopie und Materialanalysen lassen neue Schlüsse zu und die Forscherinnen und Forscher standen sich neuen Fragestellungen gegenübergestellt. Es war also Zeit für eine Neuinterpretation.
Die Ergebnisse daraus stellt die Leiterin der Abteilung Mittelalter/Neuzeit an der Archäologischen Staatssammlung München, Dr. Brigitte Haas-Gebhard, am Freitag, 8. Juli, um 19 Uhr in der Wittislinger Mittelschule vor. Das Besondere: Zum ersten Mal seit dem Fund wird dann auch die berühmte Bügelfibel wieder in ihr altes Zuhause Wittislingen zurückkehren. Wenn auch nur vorübergehend. Und so viel kann man schon verraten: Die Fibel ist einmalig. Ursprünglich war der Termin bereits für November 2021, also ziemlich genau 140 Jahre nach dem Fund, geplant. Doch Corona machte das unmöglich. Im Juli ist es also endlich so weit.
Anmeldung ist bis Mittwoch, 6. Juli, möglich. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt, Schüler und Studierende zahlen nichts.