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Rain

01.02.2018

13 Millionen Euro für Pommes

Über den Spatenstich freuen sich Christoph Arlt (Baufirma Arlt), Karl Römer (Technischer Leiter Aviko), Frank Hauck (SSI Schäfer, Lieferant der Regale), Rains Zweiter Bürgermeister Leo Meier, Aviko-Betriebsleiter Philip Stevenije, Architekt Anton Gerstmeier, Waldemar Wolf (Leiter Logistik Aviko), Rains Bürgermeister Gerhard Martin und der stellvertretende Landrat Peter Thrul.
Bild: Christian Mühlhause

Aviko investiert erneut eine große Summe in Rain. Warum der Standort für den niederländischen Konzern so interessant ist und wie sich der Absatz entwickelt

Sie gehören für viele einfach zur Currywurst oder zum Wiener Schnitzel dazu: die Pommes. In Deutschland wurden im Jahr 2016 insgesamt 465000 Tonnen gegessen. Seit Jahren steigt der Konsum. Das freut eine Firma im Landkreis besonders: Aviko mit Sitz in Rain. Das niederländische Unternehmen investiert an dem Standort jetzt 13 Millionen Euro für ein viertes Hochregallager, das die Tiefkühllagerung von Kartoffelprodukten auf Paletten ermöglicht. Somit können künftig bei Aviko in Rain rund 27000 Paletten gelagert werden.

„Wir haben vergangenes Jahr unsere Produktionslinie für 25 Millionen Euro erneuert und erweitert. Es war klar, dass wir auch beim Logistikzentrum den nächsten Schritt gehen müssen“, sagt Betriebsleiter Philip Stevenije. Die voll automatisierte Lagerhalle soll „spätestens“ im August 2019 fertiggestellt sein. Er hoffe allerdings, dass es schneller umgesetzt werden könne, äußerte er. In der Halle herrscht laut Waldemar Wolf, Leiter Finanzen und Logistik, eine Temperatur von minus 22 Grad. Die Kühlung erfolgt über Kompressoren. Die aufsteigende warme Luft wird dank moderner Technik abgekühlt und wieder nach unten gepresst.

In Rain produziert Aviko neben allen erdenklichen Arten von Pommes – unter anderem kurze, dicke und gewölbte – auch Bratkartoffeln für Deutschland, Österreich, Italien und Südosteuropa. Rain habe angesichts dieser Absatzmärkte „eine ideale Lage“ für den niederländischen Konzern, so Wolf. Obwohl das Unternehmen laut Stevenije zu den größten kartoffelverarbeitenden Unternehmen weltweit gehört, ist es dennoch relativ unbekannt. Die Wahrnehmung beschränke sich auf etwa 30 Kilometer rund um Rain, schätzt Wolf. „Viele Menschen essen unsere Produkte, wissen es aber nicht, dass sie von uns hergestellt wurden“, sagt Wolf. Das Unternehmen beliefert mehrere Handelskonzerne, die die Pommes dann unter dem Namen ihrer Eigenmarken verkaufen. Pro Jahr werden 300000 Tonnen Kartoffeln in Rain angeliefert, woraus rund 170000 Tonnen Pommes entstehen. Die Abfallprodukte werden zum Teil an Schweinezüchter verkauft und zum Teil an Betreiber von Biogasanlagen geliefert, informiert der Leiter der Abteilung Logistik und Finanzen.

Rains Bürgermeister Gerhard Martin lobt in seinem Grußwort den Aviko Konzern für seine diversen Investitionen seit der Übernahme des Unternehmens Dr. v. Schönfeld im Jahr 1989. Auch dadurch habe sich Rain als Zentrum der Agrarwirtschaft und den damit verbundenen verarbeitenden Betrieben etablieren können. „Es gab in der Vergangenheit bei Firmen immer wieder Bestrebungen, dem Standort Deutschland den Rücken zu kehren. Sie haben uns die Treue gehalten und tragen einen wichtigen Beitrag dazu bei, dass wir eine breite Bandpalette an Firmen haben, die für wirtschaftliche Stabilität sorgen.“ Alle schauten nur auf die großen Arbeitgeber, verweist er. Für Aviko sind aktuell 150 Mitarbeiter tätig. Neue Jobs schafft die zusätzliche Halle nicht, da alle Vorgänge vollautomatisch ablaufen.

Martin hebt auch heraus, dass sich die Stadt stets bemüht hat, den Wünschen der Firma Rechnung zu tragen. Als Beispiele nennt er die Änderung eines Bebauungsplanes sowie die Schaffung einer verkehrsgünstigen Anbindung an die B16. „Sowohl Aviko als die hier ebenfalls ansässige Firma Terrasan werden von vielen Lkw angefahren. Durch die Umfahrung wird die Bevölkerung aber nicht belastet“, so Martin. Er wies Aviko mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass immer noch Flächen zur Verfügung stehen für zusätzliche Erweiterungen.

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