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Daiting

16.02.2020

Bürgerentscheid: Daitinger stimmen gegen Solarparks

So sah der Stimmzettel aus, den im Laufe des Sonntags 454 Daitinger ausgefüllt haben.
Foto: Wenzel

Plus Nach dem Ergebnis des Bürgerentscheids muss der Gemeinderat die Pläne zu den Solarparks zu den Akten legen. Den Befürwortern fehlen am Ende nur wenige Stimmen.

Der Bürgerentscheid in Daiting zum Thema Solarparks hat am Sonntag fast die ganze Gemeinde mobilisiert. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 70 Prozent. Und das Ergebnis fiel wirklich denkbar knapp aus.

Sonntag, später Vormittag im Multifunktionsraum neben dem Daitinger Dorfladen: Es herrscht reger Betrieb. Fast im Minutentakt geht die Türe auf. Lange bleiben die Gäste allerdings nicht. Es ist auch nur ein Kreuzchen, das sie auf einem gelben Zettel setzten müssen – das ist freilich schnell passiert. „Sind Sie dafür, dass auf dem Gemeindegebiet Daiting keine Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen gebaut werden dürfen? lautet die Frage, die das Dorf seit vergangenen Monaten bewegt. Und die Mehrheit der Bevölkerung hat sie beim Bürgerentscheid am Sonntag mit „Ja“ beantwortet – und „Ja“ heißt in diesem Fall „dagegen“.

237 zu 217 Stimmen

Das bedeutet, die Pläne des Gemeinderats und möglicher Betreiber sind vom Tisch. „Die Daitinger haben entschieden. Jetzt besteht Klarheit“, sagt Bürgermeister Roland Wildfeuer. Denn nach der Auszählung – das Wahllokal schloss um 18 Uhr – steht fest: Im Gemeindegebiet dürfen keine derartigen Anlagen gebaut werden. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben also Grund zur Freude. Aber das Ergebnis war denkbar knapp: Gegen den Bau von Solaranlagen haben sich 237 Bürger entschieden. 217 haben mit „Nein“ gestimmt, waren also für die Parks.

„Damit können wir die Projekte zu den Akten legen“, resümiert der Bürgermeister. Knapp 70 Prozent der rund 560 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Auf Daitinger Flur hätten fünf Solarparks mit einer Gesamtfläche von rund 16 Hektar entstehen sollen: drei Anlagen nördlich der Kreisstraße zwischen Daiting und Hochfeld und zwei südlich der Straße zwischen Daiting und Buchdorf im Umfeld des Ederhofs. Die Betreiberfirma hatte für vier der Flächen bereits Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen.

Im Vorfeld Unterschriften gesammelt

Zum Bürgerentscheid war es gekommen, nachdem sich die Gegner der Vorhaben zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Ihr Argument: Die Anlagen würden „unser Landschaftsbild für die nächsten 30 bis 40 Jahre wesentlich verändern“. Es sollten auch Dachflächen mit PV-Anlagen bestückt werden.

Die Solarpark-Gegner hatten im Vorfeld 90 Unterschriften gesammelt und dadurch den Bürgerentscheid erwirkt. Sie befürchteten, dass die Lebensqualität in der Gemeinde wesentlich gemindert würde. In den vergangenen Wochen und Tagen waren die Gegner aktiv in Daiting unterwegs, um in den Haushalten ihre Sicht auf die Vorhaben zu erläutern. Auch Wurfzettel wurden an die Haushalte verteilt. „Jetzt wissen wir, was die Bewohner wollen“, so Bürgermeister Wildfeuer am Sonntagabend. Die Änderung des Flächennutzungsplans und die Bebauungspläne, die bereits geändert wurden, werde man nun „ad acta“ legen.

Pläne waren „zukunftsgerichtet“

Der Gemeinderat hatte die entsprechenden Bauanträge der Betreiber befürwortet, weil mit den Anlagen, so der Bürgermeister, „wie wir überzeugt sind, am umweltverträglichstem alternative Energie erzeugt werden könnte“. Die Entscheidung im Gremium sei im Sinne „unserer Kinder und Enkel, also zukunftsgerichtet, erfolgt“. Offensichtlich hat bei vielen Bewohnern das Argument gezogen, dass man die Photovoltaikanlagen in der Freifläche von bestimmten Punkten aus sehen würde.

Die Pläne in Daiting hatte auch Landtagsabgeordnete und Grünen-Landesvorsitzende Eva Lettenbauer unterstützt, deren Heimat der Daitinger Ortsteil Reichertswies ist.

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