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17.10.2009

Das große Geld mit der Sonne

Es herrscht Goldgräberstimmung im Landkreis Donau-Ries. Das Objekt der Begierde ist jedoch nicht im Boden vergraben, sondern die Kraft der Sonne lässt Investoren und Grundeigentümer auf das große Geld hoffen. Gesunkene Preise für die Module, ein auf 20 Jahre garantierter Preis für jede Kilowattstunde Strom, die durch Fotovoltaik produziert wird, und eine politische Diskussion über einen Kurswechsel in diesem Bereich heizen das Interesse momentan extrem an. Dem Vernehmen nach können Landwirte, die ihre Felder für Solarparks verpachten, in der Region mit einem jährlichen Erlös von bis zu etwa 2000 Euro pro Hektar rechnen. Werden die Äcker landwirtschaftlich genutzt, beträgt die Pacht nur einige hundert Euro.

Der Anreiz zur Produktion alternativer Energie könnte nicht größer sein. Eigentlich erfreulich. Aber es geht damit die Gefahr einher, dass die Landschaft mit Solarparks zugepflastert wird. Hier bedarf es sicher einer ordnenden Hand, damit kein Wildwuchs stattfindet.

Die Kernfrage ist: Wo liegt die Grenze zwischen sinnvoller Energiegewinnung und der Zerstörung des Landschaftsbilds? Das Landratsamt bleibt seiner Linie treu und hält sich strikt an Baugesetzbuch und Landesentwicklungsprogramm. Dies führt zu Konflikten, vor allem, wenn Wohngebiet und Solarpark sich mehr oder weniger direkt begegnen. Der Frust der Bürger und der Kommunen ist in solchen Fällen verständlich, zumal benachbarte Landkreise die Genehmigungen großzügiger handhaben und Solarparks auch weg von den Siedlungen zulassen, ohne dass es Schwierigkeiten gibt. Offenbar lassen die "inhaltlichen Vorgaben" der Landesplanung doch einen gewissen Spielraum zu.

Vielleicht sollte auch das Landratsamt in Donauwörth den Mut haben, diesen ebenfalls auszunutzen. Vielleicht löst sich das Problem zumindest ein Stück weit auch auf andere Weise. Sollte die neue Bundesregierung tatsächlich die Förderung stutzen, wäre das große Geschäft mit der Sonnenkraft nicht mehr ganz so attraktiv und das "Goldfieber" würde sinken.

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