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04.07.2007

Die vielen Mühen sind am Ende vergessen

Wir schreiben das Jahr 1600: Zum ersten Mal schlüpfen Schauspieler in die Rollen von Theseus, Egeus, Lysander und Co. Und lassen die Figuren aus William Shakespeares "Midsummer Night´s dream" ("Sommernachtstraum") aufleben.

407 Jahre später erfüllen auch die Schüler des Gymnasiums in Donauwörth das Stück mit Leben und proben trotz Klausuren- und Abi-Stress fleißig an ihrem Musical. Bei einer der letzten Proben vor der am 12. Juli anstehenden Premiere des "Sommernachtstraum" ist der Druck zwar groß, die Nervosität allerdings bleibt noch aus.

Die meisten Schüler merken ihr Lampenfieber kurz vor dem ersten Auftritt, "bis der erste Satz gesprochen ist", so Sandra Neubaur aus der Musical Company. Am Abend vor der Premiere trinkt sie am liebsten noch ein Glas heiße Milch mit Honig. Trotz Bühnenerfahrung packt auch sie das Lampenfieber immer kurz vor der Premiere.

Für den Schüler Lorenz Kolb hat das Stück eine ganz besondere Bedeutung. Zum zweiten Mal hat er sich für die Teilnahme am Musicalprojekt entschieden und dieses Jahr erstmals eine der Hauptrollen "ergattert".

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"Ich bin beim Projekt dabei, weil mich die Musik interessiert und ich im Musical die Schauspielerei mit Musik verbinden kann", so Lorenz. Er spielt Bottich, einen der Handwerker in Shakespears Stück. Sein Handwerker-Kollege Jakob Wittmann fügt hinzu: "Lorenz hat den meisten Text zu sprechen, konnte ihn aber als erster auswendig".

70 Schülerinnen und Schüler basteln seit Beginn des Schuljahres am Aufbau des zum neunten Mal stattfindenden Musical-Ereignisses. Während die Zuschauer das Stück zweieinhalb Stunden lang genießen werden können, stecken die Schauspieler und Musiker harte Arbeit und jede Menge freie Stunden in ihr Projekt. "Unsere Leiterin Heidi Thum-Gabler hat eigentlich seit Beginn des Schuljahrs täglich mit kleinen Gruppen geprobt", schildert Sandra Neubaur alias Titania. Seit September also wird kräftig geübt. Bis zu den Osterferien studierten die Beteiligten hauptsächlich die Songs zum Musical ein, Pfingsten wurde das Stück dann zusammengebaut. "Wir fuhren zur Zusammenstellung des Stücks sogar ein Wochenende in das Reimlinger Jugendhaus", so Jakob.

Die Rolle des Demetrius spielt Thomas Kroczek. Für ihn ist es das dritte Jahr im Projekt der Musical Company. "Es ist sehr schade, dass viele gar nicht wissen, wie viel Zeitaufwand eigentlich hinter der Sache steckt", bedauert er. Texte wurden auswendig gelernt, Choreografien einstudiert und an den wohlverdienten Wochenenden standen frühes Aufstehen und Proben auf dem Programm. Einige Ensemble-Mitglieder erhielten noch extra Gesangstraining, um ihre Stimmen in Form zu bringen.

Auch das Umfeld der Truppe wurde aktiv. "Die Kostüme haben teilweise Mütter selbst genäht", so Sandra. Alle helfen also mit, um das klassische Stück zu modernisieren und ihm seine persönliche Note zu geben. "Es macht riesigen Spaß, vor allem wenn man am Ende sieht, was aus der ganzen Arbeit herausgekommen ist", so Thomas Kroczek, "dann vergisst man auch das frühe Aufstehen an den Wochenenden". So sehen das die meisten Schüler.

Eine richtige Karriere als Schauspieler oder Musiker streben die wenigsten der Mitwirkenden an. Es geht einfach nur um die Freude am Singen, Tanzen und Schauspielern.

Freude und Aufregung

Der immer näher kommenden Premiere wird bereits mit Freude und auch ein bisschen Aufregung entgegengefiebert. "Dem Stück fehlt nur noch der letzte Schwung und die Premiere kann kommen", freut sich Jakob. Bis dahin wird natürlich noch hart geprobt.

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