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TBC

11.01.2017

Ein Toter: Tuberkulose ist im Donau-Ries auf dem Vormarsch

Ein Arzt zeigt einen Tuberkulose-Fall anhand eines Röntgenbildes.
Bild: Gregor Fischer, dpa (Symbolbild)

Als weitgehend verschwunden galt die Lungenkrankheit Tuberkulose in Deutschland. Das hat sich auch im Kreis Donau-Ries geändert. Ein Erkrankter starb.

Die gefährliche Lungenkrankheit Tuberkulose, kurz TBC, galt in Deutschland und damit auch im Donau-Ries-Kreis als weitgehend verschwunden. Das hat sich in der jüngeren Vergangenheit geändert: Das Gesundheitsamt verzeichnete 2016 im Landkreis so viele Erkrankte, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Das berichtet Dr. Rainer Mainka, der Leiter der Behörde. 21 Fälle registrierte diese im vorigen Jahr. Einer endete tödlich.

Die Ursache, warum die bakterielle Krankheit in Nordschwaben wieder präsent ist, kennt der Amtsarzt. Bei einem Großteil der Erkrankten handelt es sich um Flüchtlinge aus Afrika und Asien, die sich in ihrer Heimat oder auf dem Weg nach Europa angesteckt haben und dann hier gelandet sind.

Tuberkulose-Fälle auch in Unterkunft für Flüchtlinge

17 der 21 TBC-Kranken hätten einen Migrationshintergrund, so Mainka. Allein elf von ihnen hätten sich in der Erstaufnahme-Einrichtung in der ehemaligen Kaserne in Donauwörth befunden. Dort werden die Asylbewerber erfasst und damit auch medizinisch untersucht.

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Bei einem der Flüchtlinge habe sich gezeigt, wie ernst Tuberkulose zu nehmen sei: Bei dem jungen Mann, der bereits geschwächt gewesen sei, hätten sich derart schwere Komplikationen ergeben, dass er starb.

Aber auch für viele der anderen Erkrankten seien die Folgen gravierend: Sie müssten monatelang, manchmal sogar mehr als ein Jahr lang, mit Antibiotika behandelt werden. „Wir müssen die betroffenen Personen erfassen, behandeln und die Fälle konsequent abhandeln“, sagt Rainer Mainka. So könne die Bevölkerung geschützt werden.

Tuberkulose-Ansteckung: Kranke Menschen und kleine Kinder gefährdet

Die Gefahr, sich anzustecken, bestehe vor allem bei Menschen, die durch andere Krankheiten geschwächt sind, und bei kleinen Kindern, bei denen das Immunsystem noch nicht so ausgebildet ist.

Im Sommer 2015 hatte Mainka noch Alarm geschlagen. In der Zeit, als die erste große Flüchtlingswelle die Bundesrepublik erreichte, widersetzten sich TBC-Patienten aufgrund von Nebenwirkungen einer Therapie und tauchten unter. Solche Fälle seien momentan nicht bekannt. Auch die Erfassung der Asylbewerber funktioniere nun besser. In der Erstaufnahme in Donauwörth sind derzeit über 500 Personen untergebracht.

Mainka geht davon aus, dass TBC „sicher auch in den nächsten Jahren ein Thema sein wird“. wwi

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