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Genderkingen

20.01.2020

Eine Zeitreise durchs Genderkinger Gaudiland

Urgesteine der Genderkinger Faschingsfreunde: Kurt und Susi.
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Urgesteine der Genderkinger Faschingsfreunde: Kurt und Susi.
Foto: Walter Ernst

Die Faschingsfreunde blicken beim Bunten Abend auf die vergangenen 22 Jahre zurück. Um Mitternacht gibt es ein Geburtstagsständchen für einen der Aktiven.

Schon die farblich illuminierte Zollwirtschaft ließ erahnen, dass sich hier etwas Besonderes abspielt. Und in der Tat: Im ausverkauften Saal startete eine Zeitreise durch 22 Jahre „Genderkinger Gaudi“.

Zum Jubiläumsjahr der Genderkinger Faschingsfreunde begleiteten moderne Musik und farbenfrohe Lichtkegel die Besucher auf einer nostalgischen Bildershow durch die Höhepunkte der vergangenen zwei Jahrzehnte Faschingstreiben.

Ehemalige geben sich die Ehre

Und so war es Präsident Udo Heininger eine sichtbare Freude, nach dem „höfischen“ Tanz des Komitees Aktive aus den ersten Stunden der Faschingsfreunde zu begrüßen. Frühere Vorsitzende, Ordensgestalter, Licht- und Tontechniker, Sponsoren aber besonders die große Zahl ehemaliger Prinzenpaare gaben den Veranstaltungen die Ehre ihres Besuchs. Und dann eröffnete der „Schlachtruf“ die „Genderkinger Gaudi“.

Hofmarschall Roman Forster, der den Abend fröhlich moderierte, überließ den „Marsch Melows“ die Bühne und konzentriert brachten die jüngsten Aktivisten mit einer „gefährlichen“ Löwennummer Schwung in die afrikanische Szene. Die zehn Damen der Prinzengarde präsentierten mit Prinzessin Julia I. und Prinz Denis I. das „Herzstück der Faschingsfreunde“.

Perfekte Inszenierung

Insgesamt hatten Trainer und Betreuer der Faschingsfreunde glamouröse Auftritte aller Tanzgruppen zu mitreißenden Melodien perfekt inszeniert. Da lag es nahe, dass der Präsident zahlreiche ehrenamtliche Helfer mit dem Jubiläumsorden auszeichnen und von Prinzessin Julia das obligatorische Bussi empfangen durften. Wie klassische Musik gute Laune versprühen kann, belegten die „Klingle Chipz“ und auch in diesem Jahr musste Bianca Blekmann als „Einzelkämpferin“ auftreten und begeisterte mit Power und Akrobatik beim schwungvollen Solotanz als Tanzmarie.

Dass sie seit dem Debüt vor einem Jahr nur drei Kilo zugenommen hat, bedauerte Stefanie Fritsch und gab den Marzipankartoffeln als Wintergemüse die Schuld. Als „Verwandte mit Komplikationshintergrund“ bekamen die Schwiegermütter ihr Fett weg, während sie in der Bütt auch die Vorzüge des „Hauspersonals in schwäbischer Tracht“ herausstellte.

Vater und Tochter

Das Motto der Saison 2015/16 holten die „Superstarz“ zurück und präsentierten mit fetziger High-School-Musik die damaligen Musical-Themen.

Seit 20 Jahren bei den Genderkinger Faschingsfreunden, aber immer noch quicklebendig präsentierten sich Kurt und Susi. Kurt Klebl als Vater bekam auf’s Handy die „Weisheiten des scheidenden Bürgermeisters“ geschrieben und Tochter (Susanne Strauß) ließ schon mal hören, wie kostengünstige Bestattungen ablaufen könnten. In herrlichen Verwechslungsgesprächen und Hörproblemen schaukelte sich unterhaltsamer Klamauk auf. Dieses Faschings-Urgestein begeisterte mit ständigen „Lachnummern“ und erntete tosenden Applaus.

Als Multitalente erwiesen sich die „Allstars“ (Martin Baierlein, Dominik Fritsch, Florian Sauter und Alex Strenge’) mit ihren beiden Auftritten. Bei „YMCA“ kopierten sie universal die Village Peoples und nahe am Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz synchronisierten sie sehr erotisch „Call On Me“ beim hintergründig ablaufendem Video von Eric Prydz. Auch die „Hot Angels“ drehten die Zeitschraube zurück und wählten für ihren Showbeitrag „Mystik und Magie“ das Motto aus 2004/05 zur Filmmusik von Harry Potter.

Grandioses Finale

Die coolen Jungs der „Inglorias Balletstars“ rockten den Zoll-Saal tänzerisch auf, begeisterten die Gäste mit ihren schnellen Tanzschritten und ließen ihre Melone schon mal vom Kopf knapp über die Köpfe der Zuschauer fliegen. Nicht so gefährlich, dafür aber teilweise mit scharfen Worten skizzierten Christian Wiemer und Josef Bairlein das Dorfgeschehen. Während Wiemer zum Käse essenden „Bonifaz“ mutierte, präsentierte sich sein Pedant als intelligent sprechende Litfaßsäule „Josefa“, alias Alexa. Bei ihren witzigen Vorträgen bekamen manche Genderkinger „ihr Fett weg“. Die beiden ehemaligen Prinzen unterhielten amüsant, nahmen manches aus dem Dorfgeschehen auf die Schippe und weil es zwischenzeitlich Mitternacht geworden war, sangen die Besucher dem „Bonifaz“ ein Ständchen zu seinem „echten“ Geburtstag.

Ein grandioses Finale mit dem rassigen Showtanz des Prinzenpaares und der Showtanzformation setzten den Schlusspunkt unter eine „Genderkinger Gaudi“, die während der fünfstündigen Darbietungen Sitzfleisch abverlangte, aber begeisterte Besucher verabschieden konnte.

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