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Sanierung

13.03.2020

Eine prächtige Decke erstrahlt in neuem Glanz

Sind stolz auf die gelungene Sanierung der Stuckdecke in der Kirche in Bergstetten: Kirchenpfleger Hermann Pietsch (rechts) und Koordinator Heinz Berger.
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Sind stolz auf die gelungene Sanierung der Stuckdecke in der Kirche in Bergstetten: Kirchenpfleger Hermann Pietsch (rechts) und Koordinator Heinz Berger.

Die Kirche in Bergstetten hat eine ungewöhnliche Geschichte. Nun sind die Restaurierungsarbeiten fast abgeschlossen

Rund ein halbes Jahr war die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Bergstetten geschlossen. Restauratoren kümmerten sich um die Stuckdecke, die zumindest stückweise in die Tiefe zu stürzen drohte. Für rund 255000 Euro wurden die Decke saniert und der Innenraum neu gestrichen. Zudem besserten Zimmerer morsche Balken am Dachstuhl aus und stabilisierten diesen mit Metallkonstruktionen.

Die Bergstettener Kirche hat eine bewegte Vergangenheit. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts ließ der Kaisheimer Abt Rogerius Roels das Gotteshaus am Hofgut der Zisterzienser erbauen – und um das Jahr 1700 mit einer aufwendigen Stuckdecke ausschmücken. Gut 100 Jahre später schien es mit dem Ende des Klosters auch um die Kirche im heutigen Ortsteil geschehen. Im Zuge der Säkularisation wurde sie aufgegeben.

Fortan diente sie ganz profan als Teil des bayerischen Hofgestüts. Dazu wurde die Kirche ausgeräumt. Die Kanzel beispielsweise kam nach Baierfeld und steht auch heute noch in der dortigen Kirche. Die Seitenaltäre wanderten ebenfalls erst nach Baierfeld und dann nach Spalt. Wo die Gläubigen vorher Gottesdienste feierten, standen nun Pferde und es wurde Getreide gelagert. Dazu wurde auch eine Decke eingezogen. Im Dritten Reich züchtete das Militär im „Schloss“, wie die Menschen das Gut nennen, Pferde für den Krieg.

Eine prächtige Decke erstrahlt in neuem Glanz

Als nach dem Zweiten Weltkrieg viele Heimatvertriebene in Bergstetten angesiedelt wurden und sich im Umfeld des „Schlosses“ ein Dorf bildete, kam der Wunsch auf, wieder eine Kirche zu haben. 1967 wurde das Gotteshaus wieder in Betrieb genommen.

Die Ausstattung stammt aus verschiedenen Orten: der Altar aus Treuchtlingen, die Bänke aus Wittesheim, eine Marienfigur aus dem Fundus der Pfarrei Buchdorf und ein großes Michaelsbild aus Spalt. Vom ursprünglichen „Inventar“ noch vorhanden sind eine Glocke von 1737 und eben jene prunkvolle Stuckdecke.

Die litt freilich in den vergangenen 200 Jahren. Die rund 30 Engelsköpfe wurden bis auf drei abgeschlagen, ebenso Teile des Wappens von Abt Rogerius Roels. Dennoch: „Der Stuck ist von der Ausführung her einmalig“, wissen Kirchenpfleger Hermann Pietsch und Sanierungskoordinator Heinz Berger. Die Konstruktion sei nie übermalt worden.

Von den Kosten in Höhe von rund 255000 Euro trägt die Diözese Eichstätt 76 Prozent. Zuschüsse kommen von den Gemeinden Kaisheim und Buchdorf, dem Freistaat, dem Bezirk und dem Landkreis. Den Rest muss die katholische Kirchenstiftung in Bergstetten bezahlen. Pietsch rechnet mit einem Betrag von 40000 bis 50000 Euro.

Die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen. Beispielsweise muss noch die neue Beleuchtung installiert werden. (wwi)

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