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Abschied

23.02.2018

Er tat es auf seine Weise – menschlich

Als respektierten Rektor, aber auch als freundlichen Menschen, der ihnen zugetan ist, erlebten die Schüler Wolfgang Janson, der mit ihnen auch kickerte.
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Als respektierten Rektor, aber auch als freundlichen Menschen, der ihnen zugetan ist, erlebten die Schüler Wolfgang Janson, der mit ihnen auch kickerte.
Bild: Würmseher

Rektor Wolfgang Janson von der Mittelschule Rain nimmt nach 43 Lehrerjahren seinen Hut. Eine Feier volle Emotionen im Kreise von Wegbegleitern

Rain „I did it my way“ – ich habs auf meine Weise getan – sang Wolfgang Janson am Ende seiner Laufbahn ins Mikrofon und das war nur einer von etlichen emotionalen Höhepunkten seiner Abschiedsfeier. Dass seine Weise richtig gewesen ist, bewies nicht nur die Tatsache, dass sich die vielen anwesenden Wegbegleiter zum Schlussapplaus spontan von ihren Plätzen erhoben. Das hatten zuvor schon die Redner bewiesen, das hatten die Schüler in ihren so originellen musikalischen und tänzerischen Beiträgen gezeigt – so herzlich, voller Wärme und Wertschätzung. Am Ende stand tatsächlich das Gefühl: So einen wie den Janson, den wollen wir eigentlich gar nicht ziehen lassen. Und trotzdem war es so weit: Nach 43 Jahren Schuldienst in vielen Facetten nahm der Rektor der Mittelschule Rain jetzt seinen Hut. Allerdings geht man bekanntlich niemals ganz: Er wird im Förderkreis weiter zum Gelingen „seiner Schule“ beitragen. Ganz offiziell wurde bei der Verabschiedung auch die ganz frische – wenngleich nicht wirklich überraschende – Nachricht seiner Nachfolge verkündet: Konrektorin Christina Ost ist neue Schulleiterin.

Die einen drücken die Schulbank so kurz wie möglich, die anderen auch mal unfreiwillig etwas länger, wieder andere wollen sie selbst nach den eigenen Lehrjahren nicht verlassen – so einer ist Wolfgang Janson. Mehr als vier Jahrzehnte unterrichtete er an der Gebrüder-Lachner-Schule und leitete sie 13 Jahre lang – als anerkannter Pädagoge, respektierter Vorgesetzter, vertrauter Ansprechpartner, Freund im Kollegenkreis, ja fast möchte man meinen, ein Stück weit auch als „Kumpel“ seiner Schüler. All das kam in den Beiträgen der Schulfamilie zum Ausdruck.

Was für ein „Alleskönner“ Wolfgang Janson ist, würdigte auch Bürgermeister Gerhard Martin als Vorsitzender des Mittelschulverbands. Pädagogisch wie rechtlich und organisatorisch beschlagen, habe Janson Managerqualitäten in sich vereint, ohne sein Hauptanliegen aus den Augen zu verlieren: die Herzensbildung und die Vermittlung von Werten. Zudem sei es ihm gelungen, die Schule stets an neue Herausforderungen anzupassen. Ob gebundene Ganztagsschule, Digitalisierung, Jugendsozialarbeit, Kooperation mit Südzucker, Arbeitskreis Schule und Wirtschaft ... – Martin zeigte auf, wie sehr Janson stets am Puls der Zeit war. Ein wichtiges Anliegen, das Janson stets auch hartnäckig verfochten hat – nämlich den Neubau der Schule –, wird er nun allerdings nicht mehr in seiner aktiven Zeit erleben. Für das Gesamtpaket an Leistung sagte Martin herzlichen Dank: „Du darfst stolz auf dein Lebenswerk sein!“

Schulamtsdirektorin Renate Heinrich ließ ihren Blick in zwei Richtungen schweifen: in Vergangenheit und Zukunft. Sie skizzierte den Werdegang Jansons von dessen Geburtsstadt Garmisch-Partenkirchen über Abitur in Neuburg, Studium in Augsburg, den Beginn seiner Lehrertätigkeit 1975 an der Hauptschule in Rain bis hin zu seiner Schulleitung ab 2005. Rain ist er stets treu geblieben – abgesehen von drei Jahren als Konrektor in Bäumenheim. Renate Heinrich würdigte Jansons Professionalität, seine integre, unterstützende und ausgleichende Art. Ihr Blick nach vorne war verbunden mit guten Wünschen für den Ruhestand.

In Reim und Vers, mit Augenzwinkern und einer sehr persönlichen Note ließ Gudrun Meier, die Personalratsvorsitzende aller Grund- und Mittelschulen im Landkreis ihre Erlebnisse mit Wolfgang Janson Revue passieren. Dabei fielen ähnliche Attribute, wie sie eigentlich alle unisono gebrauchten: offen, gesprächig, ausgleichend, immer gut gelaunt, humorvoll mit markantem Lachen, hilfsbereit, kompetent ... . Eckehard Schmelzer konnte sich dem nur anschließen. Der Elternbeiratsvorsitzende lobte unter anderem die Qualität der zwischenmenschlichen Atmosphäre an der Schule – freundlich und wertschätzend allen gegenüber , für die Janson steht. Er sprach von einer „besonderen Schule“, von einem „kleinen Campus“ und „gelebter Inklusion“ im Hinblick auf die Geschwisterschaft mit der Realschule unter einem Dach. Kurz und prägnant machte es der evangelische Pfarrer Bernhard Werner mit „dem schönsten Satz aus der Frohbotschaft“, wie er sagte: „Be happy, because God ist your Daddy“ (Sei glücklich, weil Gott dein Vater ist!).

Passend zu den gestrigen Zwischenzeugnissen gab Schülersprecherin Lucy Herdam dem scheidenden Schulleiter Noten für besondere „Fächer“ wie etwa Hilfsbereitschaft, Humor, Verantwortungsbewusstsein, Verständnis, Motivation und mehr. Es ist müßig zu sagen, dass Janson dabei perfekt abschnitt. Einzig bei der „Jugendsprache“ hapert es, wie die Schülervertreterin zum allgemeinen Amüsement humorvoll darlegte: „Des is net so sei Ding.“

Eigentlich sind es ja 100 Gründe, die Wolfgang Janson zum Super-Chef machen, wie seine Kolleginnen Marion Segnitzer und Angelika Bartl erklärten. Zehn davon gaben sie zum Besten – darunter die Behandlung seiner Mitmenschen auf Augenhöhe: „Du hast uns stets mit menschlichen Maßstäben gemessen!“ Zum VIP – also zur very important person – erklärte Christina Ost ihren Vorgänger. Dabei stünde das „V“ für Verständnis, Vertrauen und Verbundenheit, das „I“ für Interesse, Ideale und Innovation und das „P“ schließlich für Power und Potenzialnutzer.

Am Ende der Feier spielte Wolfgang Janson den Ball zurück an sein Team, an Ehefrau Lisbeth und die Familie und an all jene, die Wegbegleiter waren. Unter seinen vielen Gedanken stach einer ganz besonders aus seiner Rede heraus: „Für mich sind Begegnungen mit Menschen etwas Schönes. Menschen, die mich inspirieren, die mich mit Für- oder Gegenrede weiterbringen.“ An seine Kollegen, Schüler, Vorgesetzte gewandt, erklärte er: „Ich war gerne für euch da! Danke, dass ihr mir so viel zurückgegeben habt!“

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