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Müll: Lernen durch Katastrophen?

Müll: Lernen durch Katastrophen?
Kommentar Von Thomas Hilgendorf
02.12.2019

Neue Abfall-Verwertungsanlagen müssen wohl auch in unserem Land gebaut werden, meint Thomas Hilgendorf

Wer meint, er komme mit einer weißen Weste aus all den Abfallbergen heraus, der irrt. Und wer denkt, sich in der aktuellen Mülldebatte an sich auf der ganz sicheren, sauberen Seite zu wähnen, der wahrscheinlich ebenso. So leicht wird es uns eben auch in diesem Bereich nicht gemacht, als dass simple Antworten oder Schwarzweiß-Malerei das Problem der Mengen an Kunststoff- und anderem problematischem Müll lösten.

Denn das, was Fachleute, die sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Thematik (und das nicht nur via Youtube oder über Demos) beschäftigen, zu sagen haben, schreckt gerade auch viele ökologisch versierte Zeitgenossen ab: Etwa, dass Müllverbrennung nicht per se „böse“ sein muss. Oder dass neue Abfall-Verwertungsanlagen wahrscheinlich auch in diesem unserem Land gebaut werden müssen.

Hier wäre jeder Bürger gefragt, nicht gleich Fahnen und Transparente zu schneidern, wenn ein solches Projekt im eigenen Umkreis geplant wird. Abfälle sind auch Energieträger. Sie sind Wertstoffe. Diese Thematik gilt es auch zwischendurch mal mit kühlem Kopf anzupacken anstatt nurmehr alarmistisch mit ideologisch gefärbter Brille. Dazu gehört auch: Greta und die aktuellen Öko-Bewegungen mögen zwar durchaus ein ernst zu nehmendes Ausrufezeichen setzen, sie

Müll: Lernen durch Katastrophen?

sind aber keine allwissenden Propheten, die unkritisch auf einen Thron gehoben gehören.

Weder Alarmismus noch Vogel-Strauß-Prinzip

Auf der anderen Seite wäre es genauso einfältig, den Kopf in den Sand zu stecken und ohne jegliche Veränderung weiterzuwirtschaften wie bisher. Der Mensch lernt leider oftmals erst durch Katastrophen. Durch jene Erfahrungen hat sich aber Gott sei Dank dann mitunter viel bewegt. Doch oft erst dann. Vielleicht ist dieser Druck mittlerweile wieder da. Plastik in Fischkörpern ist eine Katastrophe. Verkaufter Müll nach Asien, von wo er in rauen Mengen in die Flüsse und Ozeane driftet, auch. Aber: Wir können handeln in Deutschland, wir haben das technische Know How. Wir sollten uns nicht dazu hinreißen lassen, das Problem aus politstrategischen Gründen nicht anzugehen – nur weil beispielsweise Verbrennungsanlagen ein ach so schlechtes Image haben und kein Mandatsträger seinen Bürgern so etwas zumuten mag. Doch es will auch kaum jemand, erst recht nicht eine Mehrheit im Volk, eine Art „ökologisch korrektes Mittelalter“ herbeiführen.

Der Weg bleibt wieder mal ein mühsamer. Die Augen vor ihm zu schließen, wäre jedoch naiv und nachlässig. Die Politik trägt hier in vorderster Linie Verantwortung. Sie gibt von Rechts wegen die Rahmen und Leitlinien vor. Der Konsument sitzt, realitisch betrachtet, zwar mit in, aber eher am Ende der Verantwortungskette.

Den Artikel zum Thema finden Sie hier: Müllberge in der Region wachsen weiter

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