Fischer

15.04.2017

Problem: Kormoran

Die Genossenschaft Unterer Lech zieht Bilanz und bewertet Kraftwerksumgehungen

„Wir registrieren eine wesentliche Verbesserung der Laichmöglichkeiten für Salmoniden nach dem Einbringen von Totholz und dem Einbau von Buhnen in der Altnet. Eine besondere Zukunftssorge der Gewässerbewirtschafter ist aber die zunehmende Bodenerosion durch die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen und das ‚Geschiebemanagement‘ in den heimischen Gewässern“ – diese Aussage tätigte Manfred Kratzer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Unterer Lech, auf der Mitgliederversammlung im Gasthaus Zum Boarn in Rain.

Er beklagte den „Fraßdruck“ der fischfressenden Vögel. Mit Unterstützung der Jäger habe man an den drei schwabenweit angesetzten, revierübergreifenden Vergrämungsterminen teilgenommen. Er bedankte sich bei Robert Oberfrank, dem Vorsitzenden des Jagdverbandes Donauwörth, für die Unterstützung bei der Kormoranvergrämung, wobei 56 Fischräuber erlegt worden seien.

Es sei erwiesen, „dass Kormorane nachhaltig den heimischen Fischbestand reduzieren“, so Kratzer. Er befürwortete die Schaffung von naturnahen Kraftwerksumgehungen in den Nebengewässern des Lechs. Die „Musterstrecke“ im Samerwasser könne man schon besichtigen. Drei Jahre lang solle die derzeitige Wassermenge im Samerwasser zeitweise mit der Zugabe von Lechwasser beaufschlagt werden, um zu ermitteln, ob sich der Grundwasserstand ändere und ob Auswirkungen an den umliegenden Grundstücken sichtbar werden.

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Kratzer berichtete zudem von den Infoveranstaltungen der BEW in Ellgau und Niederschönenfeld. Die Öffentlichkeit konnte sich so zum Bau der zukünftigen Kraftwerksumgehungen am Lech mit Schaffung von Fischaufstiegshilfen von Ellgau bis Feldheim äußern. Dabei soll besonders darauf geachtet werden, dass eine bessere Anbindung der Seitengewässer erfolgt. Kratzer berichtete, dass die Kraftwerksbetreiber im Stau Bertoldsheim eine Stauzielerhöhung von 20 Zentimetern planten. Es seien zwei zusätzliche Grundwassermessstellen erforderlich, die der Überwachung des Grundwasserstandes unterhalb vom Kraftwerk Feldheim dienen sollen.

Dr. Oliver Born, Fachberater für das Fischereiwesen in Schwaben, informierte auf der Versammlung über aktuelle fischereirechtliche Fragen. Er freute sich, dass von der BEW an der Iller bereits fünf Umgehungsbäche gebaut worden seien. Er lobte auch „die vorbildliche Arbeit der Fischereigenossenschaft Unterer Lech“. (ma)

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