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Narrenmesse

28.01.2020

„Propheten uns das Unheil künden...“

Rund 500 Besucher lauschten bei der Narrenmesse in Wemding der gereimten Predigt von Stadtpfarrer Wolfgang Gebert. Der Gottesdienst fand dieses Mal in der Stadthalle statt.
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Rund 500 Besucher lauschten bei der Narrenmesse in Wemding der gereimten Predigt von Stadtpfarrer Wolfgang Gebert. Der Gottesdienst fand dieses Mal in der Stadthalle statt.

Der Wemdinger Stadtpfarrer Wolfgang Gebert greift in gereimter Form den Klimawandel auf. 500 Zuhörer zeigen sich von den auch kritischen Worten angetan

Über 500 Gläubige sind zu einem außergewöhnlichen Gottesdienst gekommen, zu dem die Faschingsgesellschaft Wemdosia in Wemding einlud. Die Narrenmesse fand dieses Mal allerdings in der Stadthalle statt, weil die Kirche St. Emmeram wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Mitglieder der Wemdosia, des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung stuhlten die Stadthalle auf und gestalteten die Altarinsel auf der Bühne.

Angeführt vom Fanfarenzug Mauch Gugga des Carneval-Clubs Harthausen zogen der Elferrat, die Prinzenpaare und Tanzgarden der Wemdosia sowie zahlreiche Huaderle und Doosweiber in ihren aufwendigen Kostümen mit dem kirchlichen Dienst in die Halle ein. Auch mehrere Fahnenabordnungen von Wemdinger Vereinen nahmen teil. Den Gottesdienst gestalteten die Gruppe Horizonte und der Fanfarenzug musikalisch. Höhepunkt war wieder die gereimte Predigt von Stadtpfarrer Wolfgang Gebert. Der begann mit einem Witz über drei Lehrer und deren Begegnungen mit der Polizei. Dann griff er in gereimten Versen die aktuellen Themen in den Medien auf. So werden „die Rufer stetig lauter werden, die Zukunft immer schwärzer färben, die Mahner ihre Stimm’ erheben und düstre Ahnung von sich geben“.

Ob der ausbleibende Winter, der heiße Sommer, die Klagen der Bauern, der Klimawandel – „Propheten uns das Unheil künden und uns hinweisen auf die Sünden, die wir im Alltag uns oft leisten, betrifft es doch die allermeisten“. Als Beispiele folgten das Reisen zu Niedrigstpreisen, der Konsum mit dem ganzen Sortiment zu jeder Jahreszeit. „Damit müssen sich die Massen selbst bei der Nase fassen und jeder selbst überlegen, was er könnte bewegen.“ Mit einem deutlichen Fingerzeig ging Gebert auf die Klimaproblematik ein. „Jüngst in Davos, beim Wirtschaft-Gipfel, gab es so manchen Nervenkitzel. Als wieder einmal aufgetreten, die heilige …Greta von Schweden. Den Rummel sichtlich sie genießt, den Mächtigen die Leviten liest, sich aufregt über Tatenlosigkeit und sträfliche Gelassenheit. Bei einem Thema, das auf den Nägeln brennt, die Politik und Wirtschaft weiterpennt. Nur leere Worte und Versprechen, nennt sie gezielt – sind ein Verbrechen.“

Mit dem Vers „Da braucht’s ein neues Denken, Handeln und vieles muss sich merklich wandeln. Soll unsere Welt bewohnbar bleiben, muss jeder von uns Einsatz zeigen“ leitete der Seelsorger zur Auslegung des Evangeliums über. Da stand: „Auch Jesu Botschaft – kehret um. War nicht auch unser Herr und Meister in seiner Forderung ein ganz Dreister? Bereits im Jahre 30 schon, da hatte Jesus die Vision: Dass hier auf dieser schönen Erden, ein nahes Himmelreich könnt werden.“ Und weiter: „Ein neuer Glaube dann entstand, der heute alle Welt umspannt…versuchen Männer und auch Frauen, an Jesu Werk heut weiterzubauen. Damit den Gott, der Liebe ist, keiner von uns jemals vergisst. Aufstehen für der Menschen Würde, mittragen mancher Last und Bürde, Helfen, wo Not ist an dem Mann und Einsatz zeigen, wo ich kann.“

Gebert schloss mit den Worten: „Ich hoff, dass meine Wort’ ankamen und sag wie immer dazu. Amen.“ Dass der Stadtpfarrer mit seinen Themen den Nerv der Zuhörer traf, zeigte sich an dem kräftigen Applaus. Nach dem Gottesdienst diskutierten die Gläubigen bei Brezen und Weißwürsten noch lange über die Predigt und es war zu hören: „War echt spitze.“

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