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Bäumenheim

19.07.2018

Rat kippt Bücherei-Pläne für Neubau

Hier soll der neue Gebäudekomplex des Investors als nördliche Abgrenzung des Marktplatzes in Bäumenheim entstehen. Zwei Wohnhäuser sowie die Filiale der Sparkasse müssen dafür erst noch abgebrochen werden.
Bild: Helmut Bissinger

Ein neuer Entwurf für das Multifunktionshaus an der Nordseite des Bäumenheimer Marktplatzes steht. Die Gemeinde ist mit voraussichtlich knapp 1,9 Millionen Euro dabei

Es war relativ schnell klar: Weil die Fördersätze der Regierung von Schwaben mit rund elf Prozent unter den Erwartungen bleiben, wird es in dem lang gezogenen Gebäude, das den Bäumenheimer Marktplatz an der Nordseite begrenzen soll, keine Bücherei geben. Dennoch wird der moderne Neubau entstehen. Dafür gab der Gemeinderat nun endgültig grünes Licht.

Dort, wo der Komplex einmal entstehen soll, müssen erst einmal zwei Wohnhäuser abgebrochen werden. In einem dritten Gebäude ist die Filiale der Sparkasse untergebracht. Auch sie soll in den Häuserblock integriert werden. „Alles unter einem Dach“ will nämlich Architekt Sebastian Berz (Augsburg) vereinen. Mit der Bank habe man bereits erfolgreiche Gespräche geführt und ein zustimmendes Signal erhalten.

Lange hat der Gemeinderat im Vorfeld über das anspruchsvolle Projekt diskutiert und letztlich zu den ersten Entwürfen Alternative gefordert. Diese lagen nun bei der jüngsten Sitzung des Gremiums vor – und die Variante ohne Bücherei hat trotz aller zuvor sehr kontrovers geführter Debatten nun die einmütige Zustimmung gefunden. „Wir können nun weiterplanen“, erklärte Investor und Bauherrn Ulrich Reitenberger aus dem Laugnaer Ortsteil Asbach. Die Hartnäckigkeit scheine sich auszuzahlen.

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Der mittelständische Investor möchte Wohn- und Geschäftsparzellen anbieten, aber auch eine Gaststätte integrieren. Der neue Entwurf sieht vor, dass sie im Erdgeschoss über ein Foyer an einen 200 Quadratmeter großen Saal angebunden sein soll. Er soll Platz für hundert bis 120 Personen bieten. Eine zurückgesetzte Glasfront über zwei Etagen soll in einer Art Loggia der Blickpunkt sein, aber auch eine Nutzung als Biergarten im Sommer ermöglichen. Zusätzlich sollen auf einem Grundstück der Gemeinde 88 Pkw-Stellplätze entstehen.

Der Saal und eine öffentliche Toilettenanlage (bei Veranstaltungen direkt vom Marktplatz begehbar) sollen der Kommune gehören, die anderen Gebäudeteile des Komplexes will der Investor vermieten.

Gunther Wild (Die Städtebau Kommunalberatung) bedauerte, dass für eine mögliche Bücherei kein höherer Satz durch die Förderstelle in Aussicht gestellt worden sei. Bernhard Jung (CSU), Christian Scholz (SPD) und Manfred Seel (Linke) betonten, dass die Gastronomie das Herzstück des Neubaus sein müsse. Investor Reitenberger will selbst einen Betreiber finden.

Mehrere Redner pochten darauf, dass diese Verpflichtung und Garantie in einem zu schließenden Vertrag mit dem Bauträger Bedingung sei.

Was der Gebäudekomplex den Investor zunächst kostet, bleibt dessen Geheimnis. Mit Kosten in Höhe von einer knapp 1,4 Millionen Euro wird nach den vorgelegten Schätzungen wohl die Gemeinde für den Saal zu rechnen haben, mit 176000 Euro für die öffentliche Toilettenanlage und pro Stellplatz am Parkdeck mit 17500 Euro. Wäre die Bücherei zum Tragen gekommen, wären für die Gemeinde 2,87 Millionen Euro fällig gewesen. Nun werden es voraussichtlich 1,88 Millionen Euro sein, würden zusätzliche 1,3 Millionen Euro fällig.

Manfred Seel stellte die Frage, ob das moderne Bauwerk zum Charakter des Marktplatzes passe. Ortsplaner Werner Dehm (Büro Opla) empfahl die Fassade bei den weiteren Überlegungen möglicherweise zu überarbeiten.

Seel, der am Ende als einziger der Räte gegen die Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebaungsplanes „Marktplatz Nord“ stimmte, wunderte sich über die Kosten von rund 176000 Euro für die Toilettenanlage. Diese Summe sei fragwürdig und dürfe nicht akzeptiert werden.

Am Rande fragte Bernhard Jung nach einem zeitlichen Konzept. Wenn sich Reitenberger auch nicht festlegen wollte, so wurde doch klar: Drei Jahre wird es wohl schon dauern, ehe der Marktplatz sein endgültig neues Gesicht haben wird.

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