Festival

19.07.2017

Reggae und Rastas

Tausende Besucher kamen beim Afrika-Karibik-Festival in Wassertrüdingen auch zu den Konzerten, bei denen ein Bus zur Bühne umfunktioniert wurde.
Bild: Werner Rensing

Zum elften Mal findet das Afrika-Karibik-Festival statt. Geboten werden nicht nur ausgezeichnete Konzerte.

Wassertrüdingen Vier Tage lang umwehte das Festgelände in Wassertrüdingen wieder ein Hauch von Exotik: Mehrere tausend Besucher fanden den Weg zum Afrika-Karibik-Fest, das nun zum elften Mal stattfand.

Zum Start sorgten auf der „Wasteland-Bühne“ in der Zeltstadt die „Bazzookas“ aus Holland für den ersten Knalleffekt. Ab dem zweiten Tag stand das musikalische Geschehen auf der Hauptbühne im Mittelpunkt. Als Aufwärmer fungierten die zehnköpfigen „Merry Judge“, ehe die „Ohrbooten“ ihre vorwiegend jungen Fans mobilisierten. Dann der erste Höhepunkt: „Kabaka Pyramid & The Bebble Rockers“, multitalentierte junge Künstler aus Jamaika, gelten zu Recht als führende Vertreter der „Rasta-Rebel-Bewegung“. Die Fans feierten unverdrossen weiter, bis zum Abschluss die „Bazzookas“ mit ihrem zweiten Auftritt dieses Mal die Hauptbühne enterten.

Gleich auf vier Areas war heuer etwas geboten: Neben der Hauptbühne und dem „Wasteland“, wo sich auch regionale DJs austobten, gab es erstmals den „Rootical Dub Circus“ in einem Zirkuszelt. Hier war szenetypische Soundsystem-Culture mit dem Schwerpunkt auf Roots- und Dubtunes geboten, die von den Soundsystemen „Mystical Obsession“, „Kaschpasoundz“ und weiteren Gast-Crews gehostet wurden. Auf der Nebenbühne schließlich war Alternativ-Programm wie Yoga, Roland’s Märchenstunde oder die Mac Trust-Zaubershow angesagt. Zum Abschluss gab es wieder den Poetry-Slam-Wettbewerb, der in Flo Langbein aus Bamberg seinen Sieger fand.

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Trotz einer für viele Fans kurzen Nacht war vor der Bühne schon eine Menge los, als „Velo De Oza“ aus Kolumbien mit ihrem „Carranga-Rock“, einem folkloristischen Musikstil, den dritten Tag eröffneten und „Sir Jean & NMB Afrobeat Experience“, ein elfköpfiges französisches „Brass-Monster“, nachlegten. Mit einer Melange aus Folk, Pop, Gypsy-Jazz und Balkan-Sound leiteten „Bukahara“, vier Musiker aus drei Kontinenten, in den Abend über. Den eröffneten „Mono & Nikitaman“, die ihr aktuelles Album „Im Rauch der Bengalen“ vorstellten. „Panteón Rococó“ setzten mit einem südamerikanisch geprägten Mix aus Ska, Punk und Rock noch eins drauf. Für einen stimmungsvollen Ausklang sorgte Rainer von Vielen mit seiner Band „Orange“.

Als Abschluss und Höhepunkt öffnete der Afrika-Karibik-Markt seine Pforten. An den Buden und Ständen präsentierten Künstler, Händler, Fieranten und Musikanten ihr vielfältiges Angebot. Ein Rahmenprogramm sorgte zusätzlich für Unterhaltung und Ablenkung. Musik gab es natürlich auch: Die „Batukeros Space Groove Band“ trommelten Straßenrhythmen aus Brasilien, ehe die junge Truppe „Toké & The Soultree Collective“ im Reggae-Songwriter-Stil ihre musikalischen Visionen auf die Bühne zauberten. Eine Verbindung von westafrikanischer Manding-Musik mit Elementen von African Roots, Hiphop und Reggae boten „Jobarteh Kunda“.

Einen Kracher hatten sich die Veranstalter bis zum Schluss aufgehoben: „Jahcoustix“ hat bereits mit Weltstars wie Gentleman und Shaggy gespielt und zeigte, warum er ein fester Bestandteil der internationalen Reggae-Szene ist.

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