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Kaisheim

19.04.2019

Schweinemast: Bauantrag wird Chefsache im Landratsamt

Bei einem Treffen mit Gegnern des geplanten Schweinestalls versicherte Landrat Stefan Rößle (Mitte), dass der Bauantrag im Landratsamt „Chefsache“ sei.
Bild: Lanzer

Gegner des Projekts bei Altisheim und Leitheim sprechen bei Landrat Stefan Rößle vor. Widerstand kommt nun auch aus Graisbach

Bei einem persönlichem Gespräch haben einige Bürger die Gelegenheit genutzt, Landrat Stefan Rößle ihre Bedenken und Sorgen im Zusammenhang mit der Errichtung eines Mastschweinestalls bei Altisheim und Leitheim vorzutragen. Dabei erhielt der Behördenchef auch Einsicht in die Liste der Unterschriften, die in den unmittelbar betroffenen Orten Altisheim, Graisbach, Hafenreut und Leitheim gegen das Vorhaben gesammelt werden.

Wie berichtet, stößt das Vorhaben eines Schweinezüchters aus Altisheim, seine Anlage mit 210 Zuchtschweinen nun mit einem 920 Tiere fassenden Mastschweinestall zu erweitern, auf Widerstand in der Bevölkerung. Es wehren sich nicht nur Bürger in den Kaisheimer Ortsteilen Altisheim, Leitheim und Hafenreut – mit ihrer Unterschrift setzten jetzt auch Bürger aus dem Marxheimer Ortsteil Graisbach ein Zeichen der Missbilligung gegen den Bauantrag.

Risiken dargelegt

In einem offiziellen Schreiben wurden Landrat Rößle die Risiken für Mensch und Umwelt, die sich aus industrieller Massentierhaltung ergeben würden, dargelegt. Diese widerspräche nicht nur dem Tierwohl, sondern sei in puncto Feinstaubbelastung und exzessiver Ausbringung von Gülle und der damit verbundenen Belastung von Boden und Grundwasser mit multiresistenten Keimen „eine nicht hinzunehmende Gefahr für Leib und Leben der hier lebenden Menschen“.

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Aus diversen ähnlichen Fällen während seiner Amtszeit, so Rößle, wisse er um die Sorgen der Anwohner rund um Betriebe mit Massentierhaltung. Er versicherte den kritischen Bürgern jedoch, dass der Bauantrag „Chefsache“ sei.

Strenge Prüfung

Übereinstimmend mit Harald Hegen, Abteilungsleiter Bauwesen am Landratsamt, gab Rößle allerdings zu bedenken, dass der Antrag dabei streng anhand der geltenden gesetzlichen und fachlichen Bestimmungen geprüft werden müsse. Neben Fragen des Immissionsschutzes würden dabei auch Belange des Wasserrechts- und des Naturschutzes in die Prüfung einbezogen. Ergebe die Prüfung, dass alle einschlägigen gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden, dann sei das Landratsamt rechtlich verpflichtet, die Genehmigung zu erteilen.

Grundlegend einig war man sich in der Runde darüber, dass angesichts der „Fridays for future-Bewegung“ und des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ das Bewusstsein für nachhaltiges und verantwortungsvolles Handeln in unserer Gesellschaft zunehmend wachse. Nachdem die Bayerische Staatsregierung die Vorschläge zur Rettung der Arten jetzt in einen Gesetzestext übernehmen will, seien gegebenenfalls auch Veränderungen vor allem im Bereich der Massentierhaltung in naher Zukunft zu erwarten.

Die Bürger versprachen Landrat Rößle abschließend, ihn weiter über den Stand der Unterschriftenaktion auf dem Laufenden zu halten, da die Vielzahl der Stimmen, die sich gegen das Vorhaben erheben, „ständig zunimmt“.

Lesen Sie hierzu auch: Die Angst vor der „Schweine-Mafia“ Schweinemast-Pläne sorgen für Unruhe Schweinestall sorgt für „große Unsicherheit“

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