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27.07.2010

Serenade in lauer Sommernacht

Die Dirigenten Andreas Nagl (rechts) aus Rain und Christoph Keßler aus Nördlingen sowie die Musikanten freuten sich über den begeisterten Beifall der über 1000 Besucher im Rainer Stadtpark. Fotos (2): Arloth
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Die Dirigenten Andreas Nagl (rechts) aus Rain und Christoph Keßler aus Nördlingen sowie die Musikanten freuten sich über den begeisterten Beifall der über 1000 Besucher im Rainer Stadtpark. Fotos (2): Arloth

Rain Beim ersten angesetzten Serenadentermin, dem Samstagabend, musste ganz Süddeutschland ein heftiges Gewitter mit Starkregen ertragen. Doch am Sonntag und erst recht am Sonntagabend war der Himmel (sternen)klar, die Temperatur angenehm warm und auch die Stimmung bei Musikern der Rainer Stadtkapelle, verstärkt durch Mitglieder der Nördlinger Stadtkapelle und Knabenkapelle, und auch bei den über 1000 Zuhörern auf der Spielwiese im Rainer Stadtpark ausgezeichnet.

Das Vorstufenensemble, geleitet von Luisa Hänsel, zeigte zu Beginn mit zwei Stücken seinen guten Ausbildungsstand. Zuerst gefielen die fünf Episoden des Märchens Cinderella (Aschenputtel), musikalisch gefasst von Kees Vlak. Im Charakter eines Calypso gestalteten die Nachwuchstalente anschließend den heiteren, gefälligen Coconut Song, komponiert von Luighi di Ghisallo.

Dann nahmen die über 100 Mitglieder eines großen sinfonischen Blasorchesters ihre Plätze ein und gestalteten unter Leitung von Christoph Kessler, Nördlingen, mit dem zackigen Coburger Marsch von Michael Haydn (1737 - 1806) einen fulminanten Auftakt (Arrangement: Franz Watz). Der bekannte Präsentiermarsch wird ja auch bei vielen Umzügen gespielt.

Anschließend dirigierte Andreas Nagl - die beiden Dirigenten wechselten sich ab - drei Sätze aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel (1685 - 1759), Arrangement Edmund Löffler. Aus Anlass des Friedensschlusses 1748 nach dem Ende des Österreichischen Erbfolgekriegs fand 1749 ein großes Feuerwerk in London statt, zu dem Händel im Auftrag von König Georg II. die Musik komponierte. Nach der atemberaubend prachtvollen Ouvertüre folgte "Der Friede" (3. Satz), in Harmonien schwelgend und mit immer wieder aufflackernden Trillern. "Das Freudenfest", der 5. Satz, ist wohl am bekanntesten. Da geben die Trompeten mit ihrem andauernden Staccato den Ton an, der dann von den anderen Instrumenten aufgenommen wird. Der Schluss gerade dieses Satzes ist majestätisch-genial und animiert zu gewaltigem Beifall.

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Musik zum Träumen

Einen unspektakulären Schluss hatte dagegen das folgende Stück, der Militärmarsch "Herzog von Braunschweig". Das ist ein unterhaltsamer Marsch mit schlichter Einleitungsfanfare und einem fast kammermusikalischen Charakter im Trio, einer der schönsten deutschen Traditionsmärsche. Johann Pachelbel (1653 - 1706) komponierte den "Classical Canon" (Arr.: André Waignein). Erstaunlich, wie das Blasorchester zu Beginn und am Ende mehrere Takte im Pianissimo gestaltete! Eine ruhige Weise, bei der die Instrumente nach und nach einsetzten, die Melodie wiederholte. Musik zum Träumen!

Unterhaltsamer Marsch

Mit italienisch-unbeschwertem Flair trumpfte anschließend das Orchester auf: Aus dem Medley von Randy Beck hörte man die Ohrwürmer "O Sole mio", "Santa Lucia" und "Funiculi, Funicula" heraus. Es folgte der unterhaltsame Marsch "In alter Freundschaft" von Franz Watz. Gänsehaut konnte man kriegen bei der teils schrillen Filmmusik "Moment for Morricone" (Arr.: Johan de Meij). Besonders gut gefielen das rasante Intermezzo und auch der fantastische Schluss - eine Meisterleistung des Orchesters.

Zum Abschluss erklang "Highland Cathedral" von Michael Korb und Ulli Römer, ein schönes Stück mit getragener Melodie, die immer wieder leicht variiert wird. Toll der Trommelwirbel am Schluss, toll auch der sofort einsetzende, begeisternde Applaus, verdienter Dank für die großartige Leistung des Blasorchesters mit den beiden Dirigenten. (ma)

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