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29.07.2010

Spaß mit teuren Folgen

Donauwörth Die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung - im Volksmund oft als "Idiotentest" bezeichnet - hatte eine Veranstaltung des Auto Clubs Europa (ACE) in Donauwörth zum Thema. Dabei berichtete Helmut Grundei, Vertrauensanwalt des ACE, darüber, was die Untersuchung eigentlich genau ist, wann sie angeordnet werden kann und welche Konsequenzen sich daraus für den jeweiligen Autofahrer ergeben.

Die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) beurteilt die grundsätzliche Fahreignung eines Verkehrsteilnehmers. Sie wird in Deutschland schon seit 1954 durchgeführt und stellt eine Prognose zur Verkehrsbewährung des Antragstellers. Den Behörden dient die MPU als Hilfe bei der Vorbereitung ihrer Entscheidung über die Entziehung oder die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis.

Schon ab 0,3 Promille möglich

Die Untersuchung kann aus mehreren Gründen angeordnet werden. Zwingend fällig wird sie bei Alkoholfahrten über 1,6 Promille und bei 18 Punkten in der Verkehrssünderkartei. Andere Vergehen, wie eine Alkoholfahrt mit 0,3 Promille und Unfallfolge, wiederholte Trunkenheitsfahrt mit über 0,5 Promille oder Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr können die Untersuchung zur Folge haben. Auch ohne Benutzung eines Fahrzeugs kann die MPU angeordnet werden, wenn Zweifel an der Eignung des Verkehrsteilnehmers bestehen, beispielsweise bei Fußgängern mit mehr als zwei Promille.

Spaß mit teuren Folgen

Muss man an der Untersuchung teilnehmen, empfehle es sich laut Grundei, alles für die Wiedererlangung der Fahrerlaubnis zu tun. Darunter fielen beispielsweise Therapien, Gesundheitsuntersuchungen, verkehrspsychologische Gespräche und Vorbereitungskurse.

Auch aus finanzieller Sicht ist die MPU kein Vergnügen: Mit allen Seminaren und Kursen kann die Untersuchung insgesamt bis zu 4000 Euro kosten. Dennoch ist sie ein wichtiges Instrument zum Erhalt der Verkehrssicherheit, sagte der Referent.

An der Tatsache, dass nur die Hälfte aller Bewerber den Test im ersten Anlauf besteht, zeige sich, dass große Anstrengungen vonnöten sind, um wieder als Führerscheininhaber am Straßenverkehr teilnehmen zu können. (shf)

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