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Donauwörther Bahnhof

30.11.2009

Taxifahrer starten Unterschriftenaktion für ein Klo

Tausende von Menschen tummeln sich täglich im Donauwörther Bahnhof. Eines fehlt seit über einem Jahr auf dem Gelände: eine öffentliche Toilette. Viele Menschen halten dies für einen untragbaren Zustand.

Tausende von Menschen tummeln sich täglich im Donauwörther Bahnhof. Um den Reisenden den Aufenthalt angenehm zu machen, befinden sich dort auch ein Imbiss und ein Zeitschriftenladen.

Doch eines fehlt seit über einem Jahr auf dem Gelände: eine öffentliche Toilette. Im Oktober 2008 sorgte ein Brand in einem Nebengebäude dafür, dass das bisherige WC geschlossen werden musste. Seitdem können Reisende und andere Personen, die sich im Umfeld des Bahnhofs aufhalten, im "Notfall" nur zwei Klohäuschen benutzen, welche die Stadt auf freiwilliger Basis neben Gleis 1 aufgestellt hat. Viele Menschen halten dies für einen untragbaren Zustand.

"Wir haben langsam die Schnauze voll", schimpft Taxi-Unternehmer Ludwig Huber, der täglich stundenlang vor dem Bahnhof steht, auf Fahrgäste wartet - und ab und zu mal auf die Toilette muss. Vor den beiden Plumpsklos wendet er sich nach eigenen Angaben mit Grausen ab. Manche Zeitgenossen hinterließen die Häuschen des Öfteren in einem Zustand, der mehr als eklig sei.

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Taxifahrer starteten deshalb eine Unterschriftenaktion, an der sich innerhalb einer halben Stunde rund 50 Leute beteiligten, so Mit-Initiatorin Karola Neu. "Wir in Donauwörth brauchen ein anständiges Klo", lautet die Botschaft. Karin Weishäupl kann das nur unterstreichen. Sie arbeitet im Bahnhofskiosk, der von 4.30 bis 20 Uhr geöffnet hat.

"Manchmal kommen alle paar Minuten Fahrgäste und suchen nach einer Toilette", berichtet die Angestellte. Vor allem, wenn Züge ausfallen oder verspätet eintreffen, kämen entsprechende Anfragen. Die beiden blauen Plumpsklos findet Karin Weishäupl einfach nur "blamabel" für Donauwörth: "Da treffen die Menschen in der Stadt der Käthe-Kruse-Puppen und der Hubschrauber ein und dann sehen sie so etwas ..."

Die Häuschen seien eine freiwillige Leistung, betont Stadtbaumeister Kay Wannick auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kommune sei nach dem Brand eingesprungen, damit überhaupt ein WC am Bahnhof vorhanden ist.

Bahn hat keine Verpflichtung

Die Deutsche Bahn habe erklärt, sei werde in dieser Richtung nichts unternehmen. "Die Bahn hat hier keinerlei Verpflichtung", schildert Wannick. Das Unternehmen verweise darauf, dass seine Kunden im Zug ihr Geschäft erledigen können.

Mit der Bahn vereinbarte die Stadt, anstelle des bisherigen WC ein neues Gebäude samt Fahrradabstellplatz zu errichten. Investor wäre die Kommune, Eigentümer der Fläche bliebe die DB. Das Projekt würde rund 200 000 Euro kosten, so Wannick. Ursprünglich sei geplant gewesen, das Bauwerk heuer zu verwirklichen. In den Haushaltsberatungen sei es jedoch dem Rotstift zum Opfer gefallen. "Wir hoffen nun, dass wir es 2010 schultern können", erklärt der Stadtbaumeister.

Für die provisorischen Toiletten gebe die Stadt rund 5000 Euro pro Jahr aus. Eine Firma leere und reinige die Häuschen. (wwi)

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