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Flugreisen

08.07.2020

Urlaub mit Maske und Abstand – wie ist das?

Susanne Brand aus Donauwörth hat es gewagt: Sie ist in den Flieger nach Italien gestiegen. Sie berichtet, wie Urlaub mit Hygieneregeln praktisch funktioniert.
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Susanne Brand aus Donauwörth hat es gewagt: Sie ist in den Flieger nach Italien gestiegen. Sie berichtet, wie Urlaub mit Hygieneregeln praktisch funktioniert.

Plus Reisen mit Hygieneregeln: Susanne Brand aus Donauwörth berichtet, wie das praktisch läuft.

Sommer, Sonne – ab in den Urlaub? Das ist im Sommer 2020 kein Selbstläufer mehr. Der Gedanke, von Maskengebot, Hygieneregeln und Abstandslinien den Urlaub bestimmen zu lassen, schreckt viele ab. Also doch lieber Balkonien? Oder es einfach mal ausprobieren?

Susanne Brand aus Donauwörth hat sich für die zweite Variante entschieden und berichtet von ihrem Trip nach Kalabrien. Zug, Flugzeug, Hotel und Ausflüge – wie fühlt sich das an unter den neuen Vorzeichen?

Mit dem Zug geht es nach Frankfurt und dort an den Flughafen. Dort fällt Brand gleich auf, wie einsam es in der Abflughalle ist. Weit und breit niemand, doch die Maske muss an bleiben. Wenig Betrieb also, zwei Stunden vor Abflug muss Susanne Brand einchecken. Bei den Sicherheitskontrollen muss Abstand eingehalten und beim Einstiegen ins Flugzeug mit einer kontaktlosen Körpertemperaturmessung im Stirnbereich Fieber gemessen werden. Sie hat keine erhöhte Temperatur – also kann es losgehen.

In kleinen Gruppen in das Flugzeug einsteigen - um Stau zu vermeiden

Beim Einsteigen ins Flugzeug werden kleine Gruppen gebildet, damit es keine Staus gibt, wenn das Handgepäck verstaut wird. In den Reihen ist im Condor-Flieger jeweils ein Sitzplatz frei. „Wir hatten wirklich genug Abstand zum nächsten Passagier“, berichtet Brand. Der Mund-Nasenschutz muss immer getragen werden. Zwar gilt die Luft im Flieger als besonders sauber, weil sie alle drei Minuten komplett getauscht wird, doch sicher ist sicher.

Im Flugzeug geht es dann an den Papierkram, der ebenfalls corona-bedingt erledigt werden muss. Zwei Formulare gibt es auszufüllen: Kontaktdaten und die Reisedaten – jeweils für die Fluggesellschaft und einmal für die Behörden.

Brand berichtet, dass die übliche Verköstigung auf dem Flug ebenfalls anders als gewohnt ablaufe: eine Flasche Wasser statt Tomatensaft oder Bitterlemon. Und jeder Passagier erhält einen kleiner Korb mit einzeln verpackten Snacks. Zum Essen kann die Maske kurz abgelegt werden. Beim Aussteigen gilt das Gleiche wie beim Einstiegen: kleine Gruppen. Maskenpflicht gilt weiter im gesamten Flughafen. Es empfiehlt sich sicher, mehrere Masken zum Wechseln mitzunehmen, sollte es unter dem Schutz zu feucht werden.

Die Kirche Santa Maria dell’Isola ist das Ziel der Reise von Susanne Brand aus Donauwörth. Sie findet, es habe sich gelohnt.

Im Transferbus zum Hotel hat jeder eine eigene Sitzreihe. Nach einer Stunde Fahrzeit kann Susanne Brand sehen, wofür sie die Reise gewagt hat: das Städtchen Tropea an der Küste zum Tyrrhenischen Meer. Auf den Klippen thront die Kirche Santa Maria dell’Isola und versprüht ihren ganz besonderen Charme. Auf der Piazza zeigt sich eine italienische Tanzgruppe mit Mundschutz. „Das ist schon ein ungewohntes Bild“, sagt Brand. Verwinkelte Gässchen und kleine Geschäfte laden zum Bummeln ein. „Es sind wenig Menschen unterwegs. Man merkt, dass alle auf die Touristen warten.“

Vielleicht ist deshalb der Empfang im Hotel, in dem Maskenpflicht besteht, besonders herzlich. Desinfektionsspender sind überall vorhanden, die Abstandsregelungen würden optimal umgesetzt, findet Brand. Vor dem Abendessen wird bei allen Gästen eine kontaktlose Körpertemperaturmessung mit einem Infrarot-Messgerät gemacht. „Es dient einfach der Sicherheit der Gäste, also mache ich mit.“ Die runden Tische im Speisesaal sind weit auseinander gestellt, sodass für alle Gäste genügend Platz ist. Das Menü und die Getränke werden serviert, statt am Büfett angeboten. An der Bar kann man sich die Getränke selber holen. „Abends konnte ich bis spät bei 26 Grad draußen sitzen und bei einem Cocktail den Sonnenuntergang genießen“, schwärmt die Donauwörtherin. Morgens liegt auf jedem Platz eine Frühstückskarte, aus der man alles bestellen kann, was man möchte.

Ein ungewohntes Bild: eine italienische Tanzgruppe in typischen Gewändern – aber auch hier gilt es, den Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Bei einem Ausflug nach Pizzo, den Ursprungsort der italienischen Eisspezialität Tartufo, fällt ihr auf, dass die Cafés noch leer sind: „Man wartet dort man sehnsüchtig auf Gäste“, ist ihr Eindruck.

Der Rückflug von Lamezia Terme nach Frankfurt läuft ebenfalls problemlos ab. Im Flugzeug müssen nochmals zwei Formulare mit den Kontaktdaten ausgefüllt werden „Das nervt zwar etwas, aber es ist notwendig.“ Brands Fazit: „In den Urlaub zu fliegen ist zurzeit angenehm und entspannt, da weder die Flughäfen noch die Urlaubsorte überlaufen sind. Durch die Abstandsregelungen läuft alles ruhig und diszipliniert ab. Ich habe mich sicher und gut aufgehoben gefühlt. Und Maske tragen – das muss ich in Bayern auch.“ (fene/pm)

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