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Donauwörth

30.03.2015

Volkshochschule: Gesundheit und Sprachen ziehen

Setzen auf Kooperationen: Volkshochschul-Vorsitzender Paul Soldner und Geschäftsführerin Gudrun Reißer.
Bild: Helmut Bissinger

Die Volkshochschule Donauwörth zieht immer mehr Menschen an - zum Teil auch mit neuen Kursangeboten.

Sie kooperiert und baut auf Netzwerke: Mit dieser Strategie trägt die Volkshochschule Donauwörth mit ihren sieben Außenstellen dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung. „Wir etablieren uns im Bewusstsein der Menschen immer stärker zu einem Ort der Bildung, aber auch des gesellschaftlichen und sozialen Miteinanders“, fasste Geschäftsführerin Gudrun Reißer bei der Kuratoriumssitzung der Bildungseinrichtung zusammen.

Im Domizil im Spindeltal, dem Forum für Bildung und Energie (FBE), versuche ein engagiertes Team auf die Veränderungen zu reagieren, bilanzierte Kuratoriumsvorsitzender Landrat Stefan Rößle. Das Engagement sei vorbildlich, die Breitenwirkung groß – und deshalb habe er sich dafür eingesetzt, den Zuschuss des Landkreises für die Vhs anzuheben. „Dies ist dank vieler, die diese Notwendigkeit erkannt haben, geglückt“, freute er sich. 15 000 Euro erhält die Vhs nun jährlich zusätzlich vom Kreis.

Das tägliche Geschäft der Volkshochschule ist nach wie vor eine Erfolgsgeschichte. Den Löwenanteil des Umsatzes, der wieder knapp über die Marke von einer Million Euro kletterte, machen die Teilnehmergebühren aus. Und an denen soll nicht gerüttelt werden. „Sie bleiben unverändert“, betonte Vhs-Vorsitzender Paul Soldner. Er betonte, dass inzwischen zum Alltagsgeschäft mit Kursen, Seminaren, Tagesfahrten und Studienreisen ein weiteres Standbein dazugekommen sei: Immer mehr Firmen, Institutionen und Behörden buchen Räume.

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Wo liegen aber die inhaltlichen Schwerpunkte? Immer mehr an Bedeutung gewinnt, wie Vorsitzender und Geschäftsführerin mehrmals betonten, die Gesundheit. Soldner erinnerte an die zahlreichen Kurse, einen erfolgreichen Ärztetag und den neuen Gesundheitsstammtisch, Reißer hob die Kooperation mit der Yogaschule Donauwörth hervor. Nahezu alle Kurse mit 149 Plätzen seien im ersten Semester bereits ausgebucht. „Das bringt nicht nur mehr Menschen zur Vhs, sondern ist auch ein Imagegewinn“, freute sich Reißer. Es gibt aber einen Trend, der Soldner nachdenklich macht: „Unsere Gesundheitsangebote werden nur zu 30 Prozent von Männern genutzt.“

Dass die Aufgaben und eigenen Ansprüche der Vhs weiter wachsen, bewirken auch gesellschaftliche Entwicklungen. Gerade auch für Migranten und Neubürger sei des FBE eine zentrale Anlaufstelle geworden. Sollten die Integrationskurse für Asylbewerber „aufgemacht“ werden, „stehen wir den Kommunen im Landkreis sofort zur Seite“, versicherte die Geschäftsführerin.

Als Stützen im Portfolio bezeichnete Paul Soldner „weiterhin“ die Sprachen und die berufliche Weiterbildung. Mittlerweile kann man bei der Vhs Donauwörth und ihren Außenstellen 20 verschiedene Sprachen erlernen, neu beispielsweise Bulgarisch, Griechisch oder Hebräisch. Gudrun Reißer: „Wir sind die einzige Vhs in Bayern, an der man einen Russisch-Zertifikatskurs mit weltweiter Anerkennung ablegen kann.“

Auch Neues gab und gibt es bei der Volkshochschule: 400 der 2200 Kursangebote sind neu. Außerdem nimmt die Zahl der „maßgeschneiderten“ Seminarveranstaltungen für mittelständische Betriebe zu. Dass sich auch das Verhalten der Menschen ändert, zeigt die Erfahrung, dass gerade Vortragsangebote an Sonntagen gut besucht sind.

72 Prozent der Einnahmen im Jahresetat, „ein Spitzenwert in Bayern“, kommen von den Kursteilnehmern. Mehr als eine halbe Million gab man 2014 für Referenten und Dozenten aus. Der Etat soll sich 2015 in einem ähnlichen Rahmen bewegen, wenngleich das gute Ertragsergebnis bei Studienreisen (mehr als 200000 Euro) „nicht mehr drin ist“, wie Paul Soldner es formulierte.

Er wies ausdrücklich daraufhin, dass sich die Reisen immer selbst finanzierten und niemals von der Vhs „gesponsert“ würden.

Viel Positives also, aber auch ein Manko: die Parkplatzsituation rund um das FBE. Sogar Dozenten habe die Vhs wegen der Misere schon verloren, weil diese nicht einmal die Möglichkeit hätten, ihre Utensilien auszuladen. „Werden sie aktiv“, forderte Soldner Oberbürgermeister Armin Neudert auf.

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