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Schweinspoint

19.01.2019

Warum Bastian Dengel nur Supermodels malt

Supermodels wie er sie sieht: Bastian Dengel zeigt seine farbenfrohen expressionistischen Porträts, die er von Claudia Schiffer, Linda Evangelista, Cindy Crawford, Kate Moss, Laetitia Casta und anderen gefertigt hat.
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Supermodels wie er sie sieht: Bastian Dengel zeigt seine farbenfrohen expressionistischen Porträts, die er von Claudia Schiffer, Linda Evangelista, Cindy Crawford, Kate Moss, Laetitia Casta und anderen gefertigt hat.
Bild: Fotos: Barbara Würmseher

Der 43-Jährige hat seine eigene künstlerische Handschrift gefunden. Er findet seine Porträts „ganz ok“. Irgendwann einmal aber sollen sie „der Hammer“ sein.

Bastian Dengels Leben gliedert sich in zwei große Abschnitte: in sein früheres Leben, das er komplett hinter sich gelassen hat, und in sein neues Leben, mit dem er vor zehn Jahren noch einmal so richtig durchgestartet ist. Damals gab es einen Bruch in seiner Vita, von dem er heute nicht mehr sprechen mag. Damals hat es ihn aus einer großen oberbayerischen Stadt ins kleine nordschwäbische Dorf Schweinspoint verschlagen – zur dortigen Stiftung St. Johannes. Ein Glücksfall für ihn. Denn dort ist er heute zu Hause. Aufgehoben. Bestätigt in seinen Talenten. Und wieder selbstbewusst.

Bastian Dengel fängt mit 33 Jahren noch einmal von vorne an

Bastian Dengel war 33, als er noch einmal ganz von vorne anfing. Nicht nur privat – auch beruflich. Der ausgebildete Glasapparatebauer, der vor allem Laborgläser fertigte, verlegte sich im Laufe der Jahre seines neuen Lebens weg von den eher zweckmäßigen Gebrauchsgegenständen hin zu künstlerische Objekten. Selbst geblasene Sektkelche, mit bunter Zierde versehen, gläserne Teelichter auf Spießen für den Garten, Christbaumkugeln und vieles mehr entsteht in seiner Werkstatt, die ihm die Stiftung St. Johannes in ihrer „Oase“ am Stammsitz Schweinspoint eingerichtet hat. Dort kann Bastian Dengel schalten und walten, wie es ihm seine Kreativität erlaubt.

Seit drei Jahren ist es nicht mehr ausschließlich der Umgang mit Glas, der ihn dort fasziniert. Es ist vor allem auch der Umgang mit Farbe. Mit kräftigen Farbtönen , die er satt auf großformatige Leinwand aufbringt. 70 mal 100 Zentimeter, ein Meter auf einen Meter und 1,20 Meter auf 1,60 Meter – das sind die Dimensionen seiner Gemälde.

Gesichter von Supermodels als einziges Motiv

Auf den ersten Blick ist es ein immer gleiches Motiv, dem sich Bastian Dengel (43) verschrieben hat: Aus großen Augen schaut eine schöne Frau mit sinnlich geöffneten roten Lippen den Betrachter an. Die Gesichtszüge sind expressionistisch verfremdet, die Farben verfremden die Realität. Es sind Ölfarben aus den Spektren mittleres Gelb, Blau und Rot durch Weißzugabe pastellig aufgemischt, die er mit Pinsel und Spachtel aufträgt.

Es sind nicht irgendwelche Frauen, denen sich Bastian Dengel seit drei Jahren als autodidaktischer Kunstmaler widmet. Es sind Models aus der Generation der Claudia Schiffer: Linda Evangelista ist darunter, Cindy Crawford, Tajana Patitz, Gisele Bündchen, Nadja Auermann und so manche andere. Ihre Gesichter zoomt Bastian Dengel ganz nah heran und wählt ungewöhnliche Ausschnitte. „Ich finde es zu normal, ein gewöhnliches Porträt mit Gesicht, Hals, Schultern und Haaren zu malen“, sagt er. „“Das macht jeder. Mit ist das zu langweilig.“

Bastian Dengel: „Mit 60 möchte ich ein richtiger Künstler sein“

Vor drei Jahren hat er erste Versuche mit rein grafischen Pinselstrichen unternommen. Inzwischen hat er diese künstlerische Ausdrucksform für sich gefunden. Und er will auf diesem Weg weitermachen. „Mit 50 möchte ich das können“, plant der 43-Jährige seine weitere Entwicklung. „Und mit 60 möchte ich ein richtiger Künstler sein.“ Vorerst findet er seine Gemälde „ganz ok“. Aber eines Tages sollen sie „megageil“ und „der Hammer“ sein.

So sehr er daran arbeitet, in Technik und künstlerischer Ausdrucksform weiter zu reifen, so wenig Variationen hat er bei seinen Motiven vor. Keine Landschaft, kein Stillleben, keine Städteansicht: Es soll bei jenen zehn Models bleiben. Mit ihnen wünscht sich Bastian Dengel auch, Ausstellungen zu bestreiten. Er hofft auf Interessenten, die ihm ihre Räume zur Verfügung stellen. Bis dahin schafft er im Stillen in seinem Atelier in der Stiftung Schweinspoint...

Info Mehr Wissenswertes über Bastian Dengel gibt es auf seiner Homepage unter der Internet-Adresse www.glasschmie.de.

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