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Heißesheim

18.02.2020

Zähes Ringen um den Hochwasserschutz in Heißesheim

Auf der Bürgerversammlung in Heißesheim wurde wieder kontrovers über das Thema Hochwasserschutz diskutiert.
Bild: Barbara Wild

Plus Auf der Bürgerversammlung wird kontrovers um den Hochwasserschutz diskutiert. Die Weichen für den Start der Projekte sind gestellt. Das gefällt nicht jedem.

m Mertinger Ortsteil Heißesheim gibt es nach wie vor ein bestimmendes Thema: den Hochwasserschutz. Die große Frage: Wie kann das Dorf bei einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Experten des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) in Donauwörth seit Jahren. Die ursprünglichen Pläne für Maßnahmen wurden mehrmals verändert. Nun glaubt man, eine Lösung gefunden zu haben. Die jedoch gefällt nicht allen.

Das WWA-Konzept hatte sich am Moosgraben bislang nicht umsetzen lassen, weil dazu Teile von Grundstücken von deren Besitzern nicht zur Verfügung gestellt wurden. Nun hat der Mertinger Gemeinderat reagiert und beschlossen, dass die Maßnahme schnellstens umgesetzt werden soll. Eine Umplanung ermöglicht es der Behörde nun, den Hochwasserschutz dort einzuleiten, ohne privaten Grund erwerben zu müssen.

Ein Damm als Haltelinie

Geplant sind für Heißesheim, wie Bernhard von Roda und Maximilian Hartmann vom Wasserwirtschaftsamt bei einer Bürgerversammlung im Gemeinschaftshaus ausführte, ein Damm, der eine Haltelinie des Wassers aus der Zusum zum Moosgraben bilden soll. Mit diesem Bauwerk, einem neuen Retentionsbecken und einem neuen Gumpengraben entlang des zu erhaltenden Zusam-Deiches wären die rund 150 Häuser von Heißesheim sicher und würden nicht beschädigt werden.

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Der seit über hundert Jahren bestehende und einwandfrei vor Hochwasser schützende sogenannte Sommerdeich (beginnend westlich von Heißesheim, weiter bei Auchsesheim bis zur Schwedermühle verlaufend) soll in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.

Weiterer Damm im Nordwesten

Zusätzlich soll im Nordwesten des Ortes, also Richtung Auchsesheim, ein weiterer Damm gebaut werden, um das Dorf hiermit sowie mit dem Einsatz einer Rückschlagklappe und automatisierter Pumpen optimal zu sichern. Dafür seien die Voraussetzungen nun geschaffen, weil auf öffentlichem Areal gebaut werden könne.

Die Unruhe in Heißesheim scheint aber nach wie vor groß. Im Mittelpunkt der Diskussion: der bestehende Deich, vom Wasserwirtschaftsamt Sommerdeich genannt. Allein schon an dieser Bezeichnung rieben sich einige Bürger. Sie forderten zum wiederholten Male, dass das Wasserwirtschaftsamt die Deichhöhen bekannt gebe. Nach Ansicht von Josef Saule hätten sich mit den Jahren Setzungen ergeben. Der Deich müsste in jedem Fall auf seine ursprüngliche Höhe gebracht werden.

Bürger sollen Deichhöhen erhalten

„Wir halten am Status quo fest“, erklärte dazu Maximilian Hartmann. Im Rahmen des üblichen Unterhalts würden die unterschiedlichen Höhen ausgeglichen, mehr aber auch nicht. Bürgermeister Albert Lohner bat die Vertreter der Behörde, die Deichhöhen den Heißesheimer Bürgern zur Verfügung zu stellen.

Wie Hartmann erläuterte, habe das Amt zwischenzeitlich einen konkreten Zeitplan zur Verwirklichung der Pläne. Demnach soll es zwei Planfeststellungsverfahren geben. In einem ersten, das in den nächsten Monaten eingeleitet werden soll, geht es um den neuen Hochwasserdeich.

Graben hätten eh saniert werden müssen

Im Herbst widme man sich danach dem sogenannten Sommerdeich und der Verlegung des Gumpengrabens sowie eines landwirtschaftlichen Weges nach Westen. Der Graben, so die Experten des Wasserwirtschaftsamtes, hätte ohnehin saniert werden müssen

Wolfgang Kurka verwies auf eine schriftliche Zusage des Wasserwirtschaftsamtes, dass der bestehende Deich auf seine ursprüngliche Höhe gebracht werde. Jetzt plötzlich spreche die Behörde aber vom jetzigen Zustand. Ein weiterer Zuhörer monierte, dass nicht an den „Biberschutz“ gedacht werde. Dieser sei unabdingbar.

Das Misstrauen einiger Heißesheimer gegen das Wasserwirtschaftsamt fasste Josef Saule letztlich so zusammen: „Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als am Ende den Rechtsweg zu bestreiten.“

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