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Rain

08.01.2019

Zucker: Lange Kampagne, aber keine Rekorde

Seit September wurden im Südzucker-Werk Rain täglich 12000 Tonnen Zuckerrüben angeliefert. Jetzt geht die Kmpagne allmählich ihrem Ende entgegen.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus In Rain geht die Saison der Zuckerrüben erst Mitte Januar zu Ende. Welche Anforderungen für die Verarbeitung der Rüben für Bio-Zucker zu erfüllen sind.

Die Zuckerrüben-Kampagne dauert diesmal ausgesprochen lange an: Noch bis Ende kommender Woche erwartet man im Rainer Südzucker-Werk Rüben-Anlieferungen. Derzeit läuft die Verarbeitung noch auf Hochtouren. Dass die Kampagne diesmal ungewöhnlich lang ist, hat einen guten Grund: Die Landwirte hatten ihre Anbauflächen vor zwei Jahren, als die Zuckermarktordnung hinfällig wurde, kräftig erweitert, sodass es mehr Rüben gibt.

Werkleiter von Südzucker mit der Bilanz zufrieden

Mit der Bilanz der Fabrik in Rain zeigt sich Werkleiter Wolfgang Vogl zufrieden. Die Erträge seien jedenfalls besser als an anderen Standorten, wo sich die anhaltende Trockenheit gravierend auswirke. Die Landwirte, die nach Rain liefern, seien mit einem blauen Auge davongekommen, weil sich auf ihren Feldern die Dürre nicht so verheerend ausgewirkt habe. Von einer guten Kampagne will Vogl trotzdem nicht sprechen. Denn die konzerninternen Ergebnisse bleiben seiner Auskunft nach hinter den Erwartungen zurück.

Große Unfälle, Ausfälle oder gar Störungen habe es im Werk in Rain nicht gegeben. Dies sei zwar immer wünschenswert, sagt Vogl, aber angesichts der Dimension und der Umstände der Produktionsabläufe keine Selbstverständlichkeit. Täglich wurden seit vergangenem September über 12000 Tonnen Rüben bis aus Baden-Württemberg und der Region um Regensburg nach Rain transportiert. 500 Lastwagen lieferten die Rüben täglich an.

20 bis 27 Lastwagen erreichen die Fabrik pro Stunde

Die Früchte, die immer zeitnah verarbeitet wurden, wuchsen auf den Ackerbvauflächen von rund 2800 Landwirten. Zwischen 20 bis 27 Lastkraftwagen pro Stunde erreichten die Fabrik – und das rund um die Uhr an sieben Tagen wöchentlich. Worüber die Beteiligten froh sind: Das Wetter spielte weitgehend mit. Die Temperaturen waren nicht zu hoch und nicht zu niedrig: „Die geernteten Rüben blieben frisch.“ Lediglich Anfang des Jahres erschwerten Schneefälle den reibungslosen Ablauf.

Die Silos sind schon fast voll. Bis Ende der kommenden Woche wird es in ihnen keinen Platz mehr geben. Das Fassungsvermögen ist nahezu erreicht: 145000 Tonnen an Zucker können gelagert werden. Die Riesenmenge wird in den kommenden Monaten nach und nach abgepackt und vermarktet – seit dem Wegfall der Marktordnung sogar weltweit.

Nachfrage nach Bio-Produkten ist groß

Aktuell kommen 95 Prozent der Rüben noch aus konventionellem Anbau, doch die Nachfrage nach Bioprodukten sei groß, so Vogl. Die Verfügbarkeit nehme allerdings nur langsam zu. Immerhin signalisierten mehrere Landwirte, dass sie grundsätzlich bereit wären, über den Anbau nachzudenken. „Fangen Sie lieber langsam an und steigern Sie sich dann“, so die Empfehlung aus dem Werk.

Lesen Sie hierzu auch: Südzucker setzt auf Bio

Im Werk wird auch Gelierzucker-Konzentrat hergestellt, ebenso produziert das Werk mit seinen 250 Mitarbeitern „normalen“ Gelierzucker für den Handel in 500-Gramm-Packungen sowie regulären Zucker in Ein-Kilo-Portionen sowie in 25-, 50- und 1000-Kilo-Säcken. Aber auch lose wird der Zucker in Lastwagen ausgeliefert, vornehmlich an die Lebensmittelindustrie.

Kein Krümel des klassischen Zuckers darf in den Bio-Zucker kommen

Wenn die eigentliche Verarbeitung abgeschlossen ist, geht laut Vogl der Schichtbetrieb noch einige Tage weiter. Jetzt würden der Produktionsbereich gereinigt und die Leitungen entwässert. Denn wenn die Kessel nicht mehr in Betrieb sind, krieche der Frost in die Anlagen.

Damit aber nicht genug: Weil die Produktion des Biozuckers in diesem Jahr in der ersten Woche der Kampagne stattfinden soll, müssten Vorkehrungen dafür getroffen werden. Das ist auch den besonderen Anforderungen geschuldet. Die Anlage muss gereinigt werden, damit kein Krümel klassischer Zucker dort mehr zu finden ist.

Dieser Prozess wird von einem Gutachter begleitet, der die Anlage dann auch letztlich freigibt. Der Biozucker muss zudem ebenso separat gelagert werden wie die anfallenden Nebenprodukte wie etwa Melasse und Futtermittel. Dafür wiederum wird in den ersten Monaten des neuen Jahres Platz geschaffen.

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