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14.07.2010

Frauenpower braucht jeder Verein

Teamwork mit (von links) dem wissenschaftlichen Begleiter des Projekts, Thomas Apitzsch, BLSV-Bezirksfrauenvertreterin Loni Becht und Koordinator Florian Scherbauer. Foto: Arloth
Bild: Arloth

Vereinsvorstände, Funktionäre, Frauenvertreterinnen und Vereinsvertreter des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) waren eingeladen, sich an Workshops zum Thema "Mehr Frauen in Führungspositionen" zu beteiligen. An der achten und damit letzten Kick-Off-Veranstaltung, die im Dehner Blumenhotel stattfand, nahmen 20 Frauen und drei Männer teil.

Bezirksfrauenvertreterin Loni Becht begrüßte die Erschienenen und hieß besonders den Koordinator Florian Scherbauer (Sportfachwirt, Vereinsmanager A und zertifizierter DOSB-Ausbilder) willkommen sowie Dipl.-Kaufmann Thomas Apitzsch von der Fachhochschule Erding, der das Projekt wissenschaftlich begleitet und die Ergebnisse auswertet.

Zwei Prozent Frauen

In Sportvereinen sind nur zwei Prozent Frauen in Führungspositionen, "das sollte immerhin Anlass sein zum Nachdenken", meinte der Koordinator. Noch deutlicher sagte es eine Teilnehmerin: "Sport war zumindest früher reine Männersache!" Bei einer ersten gemeinsamen Suche nach Gründen, die für eine vermehrte Beteiligung von Frauen in Vereinsvorstandschaften sprechen, wurden die fraulichen Qualitäten Kompromissbereitschaft, anderer Blickwinkel, Durchhaltevermögen, Flexibilität, Organisationstalent und Fachkompetenz genannt.

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Dann wurde in fünf Arbeitsgruppen nach speziellen Kriterien zum Thema "Mehr Frauen in Führungspositionen" gesucht. Auf der "Sachebene" spielt der Faktor "Zeit" eine große Rolle. Neben Beruf, Haushalt und Familie bleibt einer Frau wenig Zeit, um in einem Verein eine Rolle in der Vorstandschaft zu spielen. "Nur wenn die Familie mitmacht, wäre das möglich", wurde gesagt.

Frauen tun sich vielleicht auch schwerer mit der nötigen technischen Ausrüstung zur Bewältigung dieser Aufgabe, wie etwa eigener Raum und Computer, mit den Finanzen (Auslagen, Telefon, Fortbildung, Gespräche mit Bürgermeister, Landrat, Geschäftsstelle) und haben vielleicht Defizite in Vorbildung und Ausbildung, war eine Meinung. Auf der "Gefühlsebene" wurde angeführt, dass Frauen mehr reflektieren und sich schlechter "verkaufen" als ihre männlichen Kollegen. Als "praxisorientierte Maßnahmen" wurden vorgeschlagen Stärkung des Selbstbewusstseins, die Anerkennung und das Erfolgserlebnis. Ein Vorteil einer Frauenquote könnte sein, dass man dadurch die Stärken der Frauen in den Vereinen besser nutzen könnte. Als Nachteil empfand man, dass dadurch eventuell ein kompetenterer Mann keine Chance habe.

"Wir brauchen keine Frauenquote" wurde denn auch konkret geäußert, "denn wenn ein Mann in der Vorstandschaft tätig ist, ist die Frau sowieso indirekt mit dabei." Nach wie vor sollte sich "Qualität" durchsetzen. Es sollten zwar mehr Frauen als bisher in Vorstandschaften vertreten sein, "aber das darf niemals ein Muss sein!" Schließlich einigte man sich auf den Slogan: "Frauenpower braucht jeder Verein, also bring' dich ein!" (ma)

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