Newsticker
Merkel über drohende dritte Welle: "Wir können das noch verhindern"
  1. Startseite
  2. Freizeit
  3. Veranstaltungen
  4. Münsterkonzert Lauingen: Ein grandioses Heimspiel zum Abschluss

Lauingen

19.10.2020

Münsterkonzert Lauingen: Ein grandioses Heimspiel zum Abschluss

Organist Michael Lachenmayr an der Albertus-Magnus-Orgel.
Bild: Probst

Plus Organist Michael Lachenmayr spielt das letzte Konzert im Lauinger Martinsmünster. Eine Person bekommt dabei eine spezielle Zugabe - und das ganz ohne Publikum.

Die Lauinger Münsterkonzerte waren in diesem besonderen Jahr nicht nur ein kultureller Höhepunkt. Sie fanden am vergangenen Sonntag auch mit einem großen Finale ihren Abschluss. Ein Heimspiel kündigte sich an, denn Organist Michael Lachenmayr wagte am Albertus-Gymnasium seine ersten musikalischen Gehversuche. Zum Kirchweihfest kehrte er in heimisches Terrain zurück. An der vor zwei Jahren fertiggestellten, neuen Albertus-Magnus-Orgel in Lauingens Martinsmünster gab er ein famoses Konzert.

Zum Geburtstag von Louis Vierne

Schon zu Anfang zeigte er, dass er die für viele Organisten als Königsdisziplin geltende Fuge tadellos beherrscht – Marcel Duprés „Prelude et Fugue en si majeur“ breitete sich wunderbar transparent aus in dem Klangkörper des gotischen Prachtbau des Martinsmünsters. Dieser kam im folgenden Stück noch mehr zur Geltung, als Lachenmayr zum 150. Geburtstag ein Stück von Louis Vierne, dem berühmten Notre Dame-Organisten zum besten gab, „Naïades“. Das ist französisch für „Nymphen“. Wer die Augen schloss, konnte sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tanzen sehen.

Wunderbarer Klang der Orgel

Zwischen Werken von Max Reger fanden sich zwei interessante Bach-Interpretationen, die sich auf interessante Weise von der klassisch barocken Registratur abhoben und die Werke des großen Meisters auf erfrischende Weise zu Gehör brachten. Dabei stach vor allem der frische und gleichzeitig eindringliche Sound der Orgel selbst hervor, deren Klangmöglichkeiten wunderbar mit dem Kirchenraum verschmelzen, obwohl bei dem Bau des Instruments viel Zeit verstrich und viele Kompromisse eingegangen werden mussten. Aber es ist zu erwähnen, dass ein Instrument genau so gut ist, wie der, der es spielt. Und das Lachenmayr weiß, was er tut, bewies er im letzten Stück noch einmal – Liszts „Saint Francois de Paule marchant sur les flots“, dem Stück, in dem der Komponist seinem Namensheiligen Franz von Paola ein Denkmal setzt. Es schloss das Konzert mehr als angemessen ab.

Der Pfarrer hat einen Wunsch

Eine spezielle Zugabe bekam Pfarrer Raffaele De Blasi, nachdem das Publikum bereits auf dem Nachhauseweg war – angesichts des Kirchweihfestes das an diesem Tage traditionell gesungene „Ein Haus voll Glorie schauet“ improvisierte Lachenmayr für ihn perfekt.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren