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Asylbewerber

24.04.2015

17 ehrenamtliche Helfer sind schon gefunden

Der ehemalige Bauernhof der Familie Resele in Unterbergen wird ab Mai zum Zuhause auf Zeit für maximal dreißig Flüchtlinge.
Bild: Gudrun Kölz

Im 330-Seelen-Dorf Unterbergen werden ab Mai rund 30 Flüchtlinge untergebracht. Bei der Infoveranstaltung wollen die Einwohner wissen, was auf sie zukommt

Krieg, Terror oder Unterdrückung treiben immer mehr Menschen zur Flucht aus ihrem Heimatland. Auch der Landkreis Aichach-Friedberg sucht händeringend nach geeigneten Unterkünften für die vielen Asylsuchenden. Jetzt konnte der ehemalige Bauernhof der Familie Resele in dem in Schmiechen eingemeindeten Unterbergen vom Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen angemietet werden.

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In den Gebäuden des Bauernhofes werden laut Julia Asam, der stellvertretenden Sachgebietsleiterin der Ausländerbehörde vom Landratsamt Aichach-Friedberg ab Mai 2015 maximal 30 Flüchtlinge untergebracht. Das stellt die Gemeindeverwaltung und nicht zuletzt auch die Einwohner vor eine große Herausforderung. Deshalb fand am Mittwoch in Unterbergen eine Informationsveranstaltung statt, die zahlreiche interessierte Bürger dafür nutzten, um sich bei den Vertretern des Landratsamtes Aichach-Friedberg und der Caritas über das Thema zu informieren. Interessiert hat die Besucher vor allem, wer oder was auf sie zukommt. „Die meisten Flüchtlinge, die uns zugewiesen werden, kommen aus Syrien, dem Kosovo oder aus Serbien. Mitunter sind auch Personen aus Afghanistan, Pakistan, Nigeria und dem Senegal dabei“, zählte Julia Asam auf. „Wer aber genau kommt, erfahren wir selbst erst ein paar Tage vorher. Darunter können alleinstehende Herren oder auch Familien sein“, fügte sie hinzu.

Josef Gailer wies auf das ungleiche Verhältnis hin, das im gesamten Landkreis Aichach-Friedberg mit ca. 120000 Einwohnern insgesamt bislang 778 Flüchtlinge aufgenommen wurden und nun in dem kleinen Ort mit 330 Einwohnern gleich 30 Flüchtlinge untergebracht werden. Laut Michael Engelhart, der zuständig für die Objektfindung beim Landratsamt Aichach Friedberg ist, wird die Zahl der Asylsuchenden, die in einer Unterkunft untergebracht werden, allerdings nicht an der Einwohnerzahl eines Ortes bemessen, sondern an der zur Verfügung stehenden Wohnfläche. „Bei dem Gebäude in Unterbergen können wir die sieben Quadratmeter Wohnfläche, die für einen Flüchtling vorgeschrieben sind, bei 30 untergebrachten Personen sehr gut einhalten“, so Engelhart.

17 ehrenamtliche Helfer sind schon gefunden

Für bedenklich hält Bürgermeister Josef Wecker die fehlende Infrastruktur in Unterbergen. Es gibt in dem kleinen Ort weder Schulen, Ärzte noch Einkaufsmöglichkeiten. Julia Asam und Kathrin Stachon, Sozialpädagogin von der Caritas Aichach-Friedberg kennen das bereits von anderen Ortschaften im Landkreis. „Das klappt in der Regel sehr gut“, berichtete Kathrin Stachon. „Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft werden nach Möglichkeit aus Sachspenden mit Fahrrädern ausgestattet und können damit in die Nachbarortschaften gelangen, um dort ihre Einkäufe zu erledigen“, fügte sie hinzu.

Bürgermeister Josef Wecker liegt ganz besonders am Herzen, dass auf dem ehemaligen Bauernhof keine „Ghetto-Situation“ entsteht. Deshalb hatte er sich schon im Vorfeld intensiv mit dem Thema beschäftigt und einen Helferkreis ins Leben gerufen, der direkt während der Veranstaltung von drei auf 17 freiwillige Helfer angestiegen ist.

Die Ehrenamtlichen können die Migranten unter anderem dabei unterstützen, Deutsch zu lernen. Aber auch elementare Haushaltsgegenstände oder Fahrräder können vom Helferkreis besorgt werden. Am wichtigsten wird es allerdings sein, Zeit zu schenken und die viele Freizeit der Menschen in der Unterkunft gemeinsam sinnvoll zu gestalten.

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