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Friedberg

04.07.2018

4000 Kilometer zum Nordkap - auf dem Fahrrad

Vincent Brückner, Sebastian Lachenman und Felix Geißenberger radelten von Friedberg bis zum Nordkap.
Bild: Vincent Brückner

Nach der Schule wollen viele junge Leute erst einmal weg. Drei Abiturienten der Fachoberschule Friedberg hatten ein ungewöhnliches Reiseziel.

Dass sie es tatsächlich bis ans Nordkap schaffen, hatte eigentlich niemand erwartet. Nicht einmal sie selbst. Aber jetzt stehen Felix, Sebastian und Vincent am nördlichsten Punkt Europas und blicken den stählernen Globus hinauf, den sie auf Bildern schon so oft gesehen haben: Sie haben es geschafft. Erschöpft, aber glücklich, posieren sie für ein Foto vor dem Wahrzeichen, die Arme zum Himmel gestreckt.

„Auf die Idee, zum Nordkap zu radeln, sind wir eher spontan gekommen“, erzählt Vincent Brückner. Er habe aber schon seit einiger Zeit darüber nachgedacht, nach dem Fachabitur eine größere Radtour zu machen. „Skandinavien fand ich ohnehin interessant und so bin ich relativ schnell auf das Nordkap gestoßen.“ Kurzerhand haben sich Vincent und seine Freunde Sebastian Lachenman und Felix Geißenberger also auf ein Ziel geeinigt. Mitten in den Abiturvorbereitungen blieb jedoch kaum Zeit für Planung. „Wir hatten vorher noch nie eine längere Radtour gemacht, über Skandinavien wussten wir nicht viel und auch die Route war eher grob geplant“, sagt Sebastian. Die Jungs sahen das gelassen. In ihrem Umfeld hingegen gab es schon den ein oder anderen Zweifel, wie Felix erzählt: „Unsere Eltern haben unser Vorhaben unterstützt, hielten es aber eher für unrealistisch.“

In 30 Tagen bis zum Nordkap

Am Ende haben sie sich selbst und allen anderen das Gegenteil bewiesen: Der Schlüssel zu ihrem Erfolg lag vor allem in ihrer Einstellung. Vor ihrer Tour haben die Radler die fast 4000 Kilometer lange Strecke in kleinere Etappen aufgeteilt: Hamburg, Oslo, Trondheim, die Lofoten und zuletzt das Nordkap.

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„Bei so einer langen Strecke hat man in Hannover nicht schon das Nordkap vor Augen“, erklärt Felix. „Wir haben von Etappe zu Etappe gedacht. So hätten wir uns dann auch schon gefreut, wenn wir es nur bis Oslo geschafft hätten.“

Ihre einzige Vorgabe war, bis zum Abiturball wieder zuhause zu sein. Das gab den Jungs für ihre Reise knapp 40 Tage. 40 Tage, die letzten Endes sogar zu viel waren – schon nach knapp 30 Tagen waren die drei Abiturienten am Ziel. Trotz einiger Unwegsamkeiten: Zum Beispiel, als Felix in Norwegen mit Verdacht auf Borreliose ins Krankenhaus musste, oder als die Freunde in Hamburg in ein schlimmes Gewitter kamen. Oder als in Norwegen der Campingplatz geschlossen war und Vincent dann noch bemerkte, dass er seinen Schlafsack verloren hatte.

Die Norweger zeigten sich hilfsbereit

Oft hatten sie aber auch Glück, erzählt Sebastian. Vor allem die Gastfreundschaft der Skandinavier hat die drei überrascht. So habe ihnen die Norwegerin Marita Karlsson bei der Suche nach einer Unterkunft geholfen und den Jungs schließlich sogar angeboten, bei ihrer Familie zu übernachten. „Sie hat mir auch geholfen, meinen Schlafsack wiederzufinden“, sagt Vincent. In einem Facebook-Post habe die 40-Jährige sein Problem geschildert. „Am nächsten Tag hat sich der Finder gemeldet und ihn vorbeigebracht. Ein Bewohner hat unterdessen sogar angeboten, mir einen neuen Schlafsack zu kaufen.“

Ein paar komische Vögel hätten sie auch getroffen, erzählen die Freunde lachend. Zum Beispiel den Radler mit dem Plan, die Strecke zum Nordkap mit dem Einrad zurückzulegen. Oder den, der von dort aus bis zum Kap der guten Hoffnung, also dem südlichsten Punkt Afrikas, radeln wollte.

Viele Schlafstätten waren improvisiert

Wo die drei sich einquartierten, planten sie meistens am Abend zuvor. Doch die Suche war nicht immer einfach: „Unterkünfte sind oft teuer und zum Zelten war es irgendwann zu kalt“, berichtet Sebastian. „Wir haben oft in den beheizten Warteräumen der Schiffsstationen übernachtet. Einmal, als wir gar nichts gefunden haben, durften wir in einer Fähre übernachten, die am Hafen lag.“ Not mache eben erfinderisch.

Ob sie es wieder machen würden? „Auf jeden Fall“, sind sich die drei einig. Die letzten Wochen haben bei ihnen Eindruck hinterlassen. „Alleine der Blick auf die Fjorde in Norwegen war die Reise wert.“

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