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Gartenkolumne

06.10.2017

Aus-Zeit

Der Sommer welkt dahin...
Bild: Felicitas Lachmayr

Eine Saison lang haben wir unsere Gartenäcker am Friedberger See bewirtschaftet. Was ist daraus gewachsen?

Jetzt im Herbst scheint der Sommer schon wieder so weit weg. Denkt man an ihn, denkt man sofort an die Hitze, die den langen, kalten Frühling vergessen ließ - zum Glück. Es war – und das ist nur in gärtnerischer Hinsicht gemeint – ein Jahr der Extreme. Und bald werden unsere Gartenäcker von „Meine Ernte“ am Friedberger See Vergangenheit sein. In wenigen Wochen ist Schluss, was bleibt, wird untergeackert, Kompost fürs nächste Jahr im ewigen Kreislauf der Natur. Wobei ja Natur und Garten nicht unbedingt das selbe sind.

Wir aber haben uns um naturnahes Gärtnern bemüht, brav die Kartoffelkäfer abgesammelt, Schachtelhalmsud gebraut und auf Fruchtfolgen und Pflanzenfreundschaften geachtet. Viel lernen konnten wir. Unter anderem Geduld und neue Kochrezepte. Und dass es manchmal gut ist, wie es ist. Wenn zum Beispiel das Tomatenchutney einkocht und einkocht - aber in der nächsten Woche eh wieder bergeweise Tomaten auf dem Tisch liegen. Wenn der Trick, dass tellerartig abgeschnittene Kohlrabi neue kleine Kohlrabi treiben, nicht klappt – aber dann eh die vielen Zucchini gegessen werden müssen. Auf jeden Fall gab es immer Gesprächsstoff. „Was macht Ihr Garten?“, war eine der meistgehörten Fragen in diesem Jahr. Bisschen wie mit einem Baby, aber das war es ja auch.

Und das Beste am Garteln?

Das Schönste an so einem Urban-Gardening-Projekt ist für jeden etwas anderes. Für eine meiner Gartenfreundinnen war es der besondere Geschmack von selbst angebautem Gemüse. Ob der nun eingebildet ist oder echt, war ihr wurscht, denn offenbar schmeckte es sogar den Kindern (besser). „Das Beste waren die gelben Rüben direkt aus der Erde.“

„Kreative Küche ist angesagt“, meint die andere, die ein bisschen von ihrer Leidenschaft zu Bohnen überwältigt wurde (oh ja, es war es ein gutes Bohnenjahr). Und man schmeiße nichts leichtfertig weg, wenn man auf dem Feld geackert hat. Stimmt. Der eigene Schweiß ist halt noch wertvoller als die Euro, die man zum Biomarkt trägt.

Ich fand das Schönste die Abende, an denen ich nach der Arbeit zu unserem Garten „Arthur“ ging, hackte, goss (natürlich nur das neu Angepflanzte, wie es Landwirt Stephan Körner uns eingebleut hatte), erntete und danach zur Abkühlung in den See springen konnte. Danach mit dem gefüllten Korb in der Tram nach Hause - wunderbar! Allerdings war ich dann meistens so k.o., dass es mit dem Kochen nichts mehr wurde. Trotzdem sind die Einmachgläser und Gefriertruhen irgendwie ganz schön voll geworden.

Jetzt ernten wir noch den Staudensellerie, den Mangold und endlich (!) den lang ersehnten Grünkohl. Danach ist Schluss. Oder auch nicht. Denn nach dem Gartenjahr ist ja auch immer vor dem Gartenjahr...

***

Ute Krogull, 45, ist begeisterte Balkon-Gärtnerin. Doch der wurde ihr zu klein und sie pachtete ein Grundstück von „Meine Ernte“ am Friedberger See. Die Gärten haben dort Namen, Ihrer heißt Arthur.

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