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Mering

06.05.2018

Bayerische Trachtler treffen Trommler aus Afrika in Mering

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2 Bilder
Beim Festival der Kulturen traffen bayerische Trachtler auf Trommler aus Afrika. IKM Mering Mehrzweckhalle
Bild: Aykut-Can Baytak

Unter dem Motto „Mering ist bunt“ treffen sich beim Festival des Vereins für Internationale Kultur viele Nationen. Dem Veranstaltet ist Toleranz ganz besonders wichtig

Schon von weitem sind die Trommelrhythmen zu hören. Ein herrlicher Duft von gebratenem Huhn mit Gewürzen aus der Karibik zieht durch die Luft in der Meringer Mehrzweckhalle. Bunte Bilder und Fahnen aus vieler Herren Länder zieren die Wände. Ein paar Kinder tanzen zur Musik, aufgeregt sind die kleinen und großen Darsteller, die ein paar Stunden später die neue Kollektion von Maureen Lermer und ihrem Label N’Demela zeigen werden. So bunt wie das Motto zeigt sich auch das Festival des Vereines für Internationale Kultur in Mering (IKM) am Samstag.

Unter den Gästen ist Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. In seiner Begrüßungsrede zeigt er sich stolz in Hinsicht auf die kulturelle Vielfalt in seiner Gemeinde. „Menschen aus über einhundert Nationen leben hier friedlich zusammen“, stellt Kandler fest. Platz für Diskriminierung und Rassismus sieht der Bürgermeister nicht: „Gemeinsam sind wir alle gleich, gemeinsam können wir alles schaffen.“

Den Einstieg macht das Kissinger Tanzstudio Effekt, das mit mehreren preisgekrönten Tanzgruppen auf der Bühne die Blicke der Zuschauer auf sich zieht. Ein Kontrast dazu bieten die drei Tänzer des Meringer Heimat- und Trachtenvereins Almarausch mit dem Schuhplattler. Für brasilianische Karnevalatmosphäre sorgen kurz darauf die Musiker der Augsburger Samba-Band Pica Pau mit ihrer spektakulären Tanzeinlage in Begleitung von rhythmischen Trommelschlägen. Neben Musik und Gesang sorgen auch die farbigen Porträts der äthiopischen Malerin Haimi Messele mit afrikanischen Motiven für eine multikulturelle Atmosphäre.

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Pit Hörmann, zuständig für technische Abläufe im Bündnis „Mering ist bunt“, ist begeistert von der Programmvielfalt. „Man hat hier tolle Musik, leckeres Essen und trifft so viele neue Menschen“, schwärmt Hörmann. Besonders wertvoll ist für ihn die zwischenmenschliche Seite dieses Festivals. „Personengruppen, die sich sonst im Alltag nie begegnen würden, kommen hier zusammen und amüsieren sich“, so Hörmann. „Im Berufsleben oder in der Nachbarschaft hat man so viele Kulturen auf einem Fleck leider eher selten.“

Immer wieder wechseln sich Gesangseinlagen, Musikstücke und Tänze ab. Die Bauchtänzerinnen vom Friedberger Tanzstudio „Tülay“ sorgen für orientalische Stimmung in der Mehrzweckhalle.

Der inoffizielle Höhepunkt des Tages ist jedoch keine Gesangs- oder Tanzeinlage. Vielmehr ist es die Modenschau unter der Leitung der IKM-Vorsitzenden und Designerin Maureen Lermer. Ihre deutsch-kamerunische Modemarke „N’Demela“ bietet bunte Gewänder und Kleidungsstücke mit auffälligen afrikanischen Mustern. „Bei der Modenschau darf jeder etwas anziehen und mitmachen“, sagt Lermer. Die gezeigten Stücke können auch gleich vor Ort gekauft werden.

Die Erlöse aus Verkauf von Essen, Kleidung und Eintrittskarten werden zum einen an die Meringer Realschule und zum anderen an eine Grundschule in Ghana gespendet. „So können wir nebenbei noch etwas Gutes tun“, erklärt Lermer. Die IKM-Vorsitzende ist seit sechs Jahren für die Planung und Durchführung des Festivals zuständig. „Dieses Jahr sind auch viele Gäste aus der Meringer Umgebung mit dabei“, freut sie sich.

Weder sie noch ihre langjährige Freundin und Co-Organisatorin Solongo Treml haben einen Favoriten unter den Künstlern, die heute auftreten. „Für uns ist jeder Moment hier ein Highlight“, sind sich die beiden einig. Viel wichtiger ist für sie das Thema Integration. Treml kam vor 10 Jahren nach Deutschland und arbeitet mittlerweile als Grundschullehrerin. „Wir können immer voneinander lernen, wenn wir uns neuen Einflüssen gegenüber nicht verschließen“, meint die Lehrerin.

Dieser Meinung schließt sich auch die Moderatorin Carola Thanhauser an, die seit vielen Jahren Mitglied beim IKM ist. „Natürlich ist es in kleineren Orten wie Mering nicht selbstverständlich, dass mehrere Kulturen täglich aufeinandertreffen“, stellt sie fest. „Gerade deswegen sind solche Begegnungen wie heute wegweisend für alle Versuche, Immigranten bei der Integration zu helfen.“ Und die hohe Zahl der Besucher beweist: Kulturelle Vielfalt ist eine Bereicherung für alle.

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