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Psychiatrietage

09.04.2019

Damit es nicht zum Burn-out kommt

Bei den Psychiatrietagen auf dem Podium: (von links) Moderatorin Ingrid Haidle, Konrad Gamperling, Peter Epple, Jürgen Karres, Björn Wedig, Klaus Mayinger. Das Bild wurde gestern versehentlich im falschen Bericht veröffentlicht.
Bild: Brigitte Glas

Experten klären über Warnzeichen auf und geben Tipps für Betroffene

Ausgebrannt sein, einfach nicht mehr können – das versteht man unter Burn-out. Um es so weit erst gar nicht kommen zu lassen, kann jeder etwas tun. Im Rahmen der diesjährigen Psychiatrietage hatte der veranstaltende Verein „Kennen und Verstehen“ nach Mering zu einer Podiumsdiskussion mit Betroffenen und Fachleuten eingeladen.

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„Burn-out ist zunächst keine medizinische Diagnose“, sagte Dr. Pe-ter Epple, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Mering, aber eine zunehmende Erschöpfung könne in einer Erschöpfungsdepression enden. Es beginne meist mit einer Überlastung im Beruf, wenn jemand es zum Beispiel allen recht machen wolle oder wenn die Anerkennung ausbleibe. „Alles, was über eine gelegentliche Erschöpfung hinausgeht, ist ein Warnsignal“, so Epple. Es sei schon viel wert, wenn jemand die Gefährdung feststelle.

Konrad Gamperling, der Leiter des sozial-psychiatrischen Dienstes Aichach, stellte fest, dass sich viele Menschen zu sehr über die Arbeit definieren. Zum Burn-out komme es aber erst dann, wenn weitere Stressfaktoren, etwa im privaten Bereich dazukommen. Er riet, die Beratungsstellen zu nutzen. „Die Arbeitswelt ist härter geworden“, sagte Jürgen Karres, von Sepro, der Selbsthilfegruppe für Menschen mit seelischen Problemen, Ängsten und Depressionen. Als ehemaliger Betroffener leitet Karres heute die Gruppe, die ihm damals geholfen habe. Er riet, die Arbeit nicht zu sehr in den Fokus zu rücken.

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Als Vertreter der Arbeitgeber saß Klaus Mayinger, der Leiter des Seniorenzentrums St. Agnes und Geschäftsführer der Sozialstation Mering, auf dem Podium. Jeder Arbeitgeber habe eine Fürsorgepflicht für seine Angestellten. Seine Erfahrung: „Die psychischen Erkrankungen haben zugenommen.“ Er biete seinen Mitarbeitern Gespräche und Hilfen an, „wenn der Mitarbeiter offen ist“. Der Arbeitgeber müsse daran arbeiten, dass jeder gerne in die Arbeit geht und vielleicht an den Bedingungen etwas ändern.

Björn Wedig, der Präventionsdirektor und Leiter der Bezirksstelle München der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sagte, seine Organisation sei dafür da, die Arbeitgeber zu unterstützen, gesunde Arbeitsplätze zu gestalten. Im Bedarfsfall käme die Berufsgenossenschaft für eine Reha auf. Ziel sei aber, den Bedarfsfall zu verhindern. Alle Diskussionsteilnehmer forderten die Anwesenden auf, auch für sich selbst etwas zu tun. Wenn sie sich an Fachleute, Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen wenden, könnten sie sicher sein, dass alle der Schweigepflicht unterliegen.

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