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31.12.2010

Das geschmiedete Glück

Glücksbringer gehören zu Silvester wie Herzen zu Valentin und Plätzchen zu Weihnachten. Egal ob ein vierblättriges Kleeblatt, der Marienkäfer, das Glücksschwein, der Schornsteinfeger, der Fliegenpilz, der Glückspfennig oder eben das Hufeisen. Allesamt sollen sie Glück bringen und jeder einzelne hat seine eigene Geschichte. Eine Familie, die bereits in vierter Generation Hufeisen schmiedet ist die Familie Auernhammer aus Gablingen.

1952 wurde die Schmiede gebaut. Bei den Auernhammers dreht sich seit jeher alles um Pferde. Hufschmied-Junior Matthias Auernhammer ist 26 Jahre und wie sein Vater Erwin, der zusätzlich noch Pferde züchtet, Metallmeister. Seine Schwester Katrin und er reiten in ihrer Freizeit auf den Pferden Cerwin und Lumen. Beide Hengste stehen in der Schmiede. Draußen ist es bereits dunkel geworden und aus der Werkstätte raucht und zischt es. Es wird gehämmert, gefeilt und genagelt.

Erwin Auernhammer und sein Sohn Matthias teilen sich die Arbeit. Jeder beschlägt ein Pferd und es dauert gut eine Stunde, bis die Tiere fertig sind. Cerwin und Lumen kennen das Prozedere bereits, denn ungefähr alle sechs bis acht Wochen müssen ihre Hufe beschlagen werden. Sie stehen ruhig da.

Sechs bis acht Nägel werden pro Huf in das Wandhorn geschlagen. Aurnhammer erklärt: "Man unterscheidet zwischen Heiß- und Kaltbeschlag. Der Heißbeschlag sitzt zu 100 Prozent auf dem Huf. Den Kaltbeschlag wendet man eher auf der Rennbahn an, weil man die Rennpferde oft beschlagen muss."

Das Eisen in der Esse ist heiß. Matthias Auernhammer nimmt es mit einer Zange aus der Esse, schlägt es zurecht und brennt es heiß auf den Huf auf. Das dampft und riecht ordentlich nach verbranntem Horn, tut dem Ross aber nicht weh. Cerwin bleibt still stehen. Es wird nochmals gefeilt, das Eisen abgekühlt - ein lauter Zisch - und dann aufgeschlagen. Das Eisen ist angebracht. Abschließend wird der Huf mit Huffett eingerieben. Am Ende glänzen die Hufe wie frisch gecremte und schön polierte Schuhe. Bringen Hufeisen tatsächlich Glück? "Natürlich bringen sie Glück", lacht Matthias Auernhammer.

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