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14.07.2010

Den Sohn gepackt und nix wie weg

Friedberg Eine unliebsame Überraschung wartete auf Manuela Nestmeier, nachdem sie ihren neunjährigen Sohn vom Kinderhort "Zum Guten Hirten" abgeholt hatte: Hinter dem Scheibenwischer ihres Autos steckte ein Strafzettel - obwohl der kurze Stopp an der Herrgottsruhstraße sonst von den Verkehrsüberwacherinnen stets toleriert worden war.

Die Hortleitung stellt für die Eltern spezielle Schreiben aus, die hinter die Windschutzscheibe gelegt werden. So wird ihnen ermöglicht, ihr Kind abzuholen, ohne sich dabei einen Parkschein holen zu müssen. Die Stadt Friedberg toleriert das, allerdings nur, solange nicht außergewöhnlich lange geparkt wird.

Im Fall von Nestmeier war dies aber aus Sicht der Stadt der Fall. "Ich habe genau 18 Minuten gebraucht, weil mein Sohn noch im Sandkasten eingebuddelt war", erklärt sie.

Manuela Nestmeier machte sich mit dem Strafzettel sofort auf den Weg zum Rathaus, um die Situation zu erklären. Dort erhielt sie die Auskunft, dass 18 Minuten zu viel seien, um das Kind abzuholen. "Die Zeit, die gebraucht werden darf, um das Kind abzuholen, wird von dem Aussteller des Strafzettels eingeschätzt", erklärt Kommunalreferent Wolfgang Basch. Allerdings gebe es dafür keine einheitliche Regelung, die einen festen Zeitraum bestimmt. "Wenn ich dazu eine ungefähre Zeit angeben würde, könnte es sein, dass Leute diese Aussage als feststehende Regelung verstehen", sagt Basch.

Den Sohn gepackt und nix wie weg

Stresssituationen besser vermeiden

"Ich hätte eigentlich schon mehr Kulanz von dieser Seite erwartet. Ich bin nicht wütend darüber, aber ich versteh das Verhalten einfach nicht", sagt Nestmeier. Im Hort sei ihr geraten worden, sich ausreichend Zeit zu nehmen, um ihr Kind abzuholen. Dadurch könnten Stresssituationen vermieden werden. Mutter und Sohn war es jedenfalls eine Lehre.

"Mein Sohn beeilt sich jetzt jedes Mal besonders, damit wir keinen Strafzettel bekommen", sagte Manuela Nestmeier. (cgal)

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