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Ried

13.01.2020

Der Rieder Bürgerbus nimmt Fahrt auf

Das ehrenamtliche Fahrerteam um Quartiersmanagerin Claudia Bordon-Vieler nimmt zunächst an einzelnen Werktagen einen Linienverkehr innerhalb des Rieder Gemeindegebietes auf.
Bild:  Christine Hornischer

Plus Der Neunsitzer ist aus dem Gemeindeleben in Ried bereits nicht mehr wegzudenken. Einige Herausforderungen bleiben allerdings bestehen. 

„Was Besseres als den Bürgerbus anzuschaffen, hätten wir gar nicht machen können“, lobt die Rieder Quartiersmanagerin Claudia Bordon-Vieler die Anschaffung des neuen neunsitzigen Bürgerbusses. Und genau dieses positive Feedback erhalten sie und die neun ehrenamtlichen Fahrer auch zurück.

Seit Anfang November fährt der Rieder Bürgerbus jeweils montags ab 9.30 Uhr und donnerstags ab 8.30 Uhr durch die Ortsteile und ist schon jetzt nicht mehr wegzudenken. „Die Sonderfahrten zu Seniorenveranstaltungen werden jeweils mit An- und Abfahrtszeiten im Seniorenblatt veröffentlicht, und der Andrang ist enorm“, berichtet die Kümmerin. Beim jüngsten Singnachmittag in Hörmannsberg musste der Bus sogar zweimal seine Tour drehen. Dem Fahrer hat es Spaß gemacht – er durfte dann auch mitsingen.

Der Bus verbessert die Mobilität der Rieder

Der Bus bietet die Möglichkeit für flexible und eigenständige Einkäufe, Arztbesuche, den Weg zur Apotheke oder zum Rathaus. Seit der ersten Tour am 23. August wird in Ried und seinen Ortsteilen die Mobilität innerhalb der Gemeinde verbessert.

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Das Fahrerteam nimmt an einzelnen Werktagen einen Linienverkehr innerhalb des Gemeindegebietes auf, um Besorgungen des täglichen Bedarfs oder auch den Anschluss an bestehende öffentliche Nahverkehrsangebote zu ermöglichen. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet“, erzählt die Kümmerin. So kann man schnell und flexibel auf etwaige Ausfälle reagieren. Sie selbst zählt als zehnte und Notfallfahrerin. Während der Bus bei den Seniorenveranstaltungen bereits aus allen Nähten platzt, beginnt der Linienverkehr innerhalb des Gemeindegebietes eher schleppend. „Aber das sind wohl die Kinderwehwehchen“, wertet die Kümmerin.

Zweimal wöchentlich können die Rieder den Bus kostenlos nutzen

Bordon-Vieler hat die ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer organisiert, ausgestattet und eingewiesen. Neun ehrenamtliche Fahrer und eine Fahrerin kann Bordon-Vieler zwischenzeitlich als ihr ehrenamtliches „Fahrteam“ bezeichnen. Bei einem ersten gemeinsamen Treffen im Rathaus haben sich Cilli Menhard, Anton Grillmaier, Martin Karrer, Arthur Schaipp, Siggi Weidinger, Georg Follner, Herry Wittmann, Bernd Vieler und Willi Schönhärl kennengelernt und ihre Einsatzpläne besprochen. Die Fahrer, die alle mit T-Shirt und Kaffeebecher ausgestattet wurden, haben auch einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Einmal im Quartal treffen sie sich zur „Einsatzbesprechung“. „Da gibt es auch oft wertvolle Hinweise“, sagt Bordon-Vieler. Beispielsweise wies beim letzten Mal ein Fahrer auf Schaufel und Besen hin, die man doch im Bus haben sollte.

Künftig können die Bürger zweimal wöchentlich den Bürgerbus kostenlos in Anspruch nehmen, um die Haltestellen „Gemeindeverwaltung“, „Raiffeisenbank“, „Edeka“, „Physiotherapie“, „Mode Hintermair“, „Kirche/Friedhof“ jeweils in den Ortsteilen, „Arzt-/Zahnarztpraxis“ in Baindlkirch oder auch das Weißwurstessen (nur donnerstags) aufzusuchen.

Eine Stunde haben die Fahrinsassen jeweils Zeit für ihre Erledigungen, dann kommt der Bus an dieselbe Haltestelle wieder und holt sie ab. „Wir haben sogar Abkommen mit Dieter Murphy von der Physio oder Dr. Guha in Baindlkirch, dass Leute, die mit dem Bürgerbus kommen, bevorzugt an die Reihe kommen“, sagt Bordon-Vieler.

Wichtig ist ihr, dass auch mobilitätseingeschränkte Bürger oder Menschen, die keinen Führerschein besitzen, diesen kostenlosen Service in Anspruch nehmen können.

„Für mich ist der Bus ein weiteres Vorzeigeobjekt, das wir umgesetzt haben“, freut sich Bürgermeister Erwin Gerstlacher: „Es passt bestens zu unserer Entwicklung der Gemeinde Ried. Wir haben als ersten Schritt selbstverantwortlich die Nahversorgung in der Ortsmitte gesichert. Und jetzt haben wir die Möglichkeit, unsere Bürger aus den verschiedenen Ortsteilen dort hinzubringen. Die Mobilität ist ein entscheidendes Thema in unserer Bevölkerung. Mit dem Bürgerbus können wir individuell auf alle Bedürfnisse reagieren. Ein Stück weit mehr Komfort und ein großes Stück weit weniger Abhängigkeit.“

Weiterhin werden ehrenamtliche Fahrer gesucht. Das Fahrzeug ist mit einem normalen Führerschein der Klasse drei zu fahren. Interessierte können sich bei der Quartiersmanagerin Claudia Bordon-Vieler melden. Donnerstagnachmittag ist sie von 14 bis 18 im Rathaus Ried erreichbar. Gerne kann man sie auch per Telefon 08233/78991 oder E-Mail: claudia.bordon-vieler@ gemeinde-ried.de kontaktieren.

Fahrplan Der genaue Fahrplan ist im Internet unter der Gemeindehomepage www.gemeinde-ried.de abrufbar. Die Ortsteile Rettenbach, Mooshaus und Riedhof werden nur auf Ruf angefahren.

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