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Ernährung

03.04.2018

Die „Urmilch“ aus Baierberg

Die Brüder Peter und Johannes Lidl produzieren mit ihrem Familienbetrieb in Baierberg A2-Milch. „Wir stehen nicht unter so großem finanziellen Druck.“
Bild: Christine Hornischer

Der Familienbetrieb Lidl produziert sogenannte A2-Milch. Diese soll besser bekömmlich sein. Der Trend kommt vom anderen Ende der Welt. Die Landwirte erklären, wie sie darauf gekommen sind

Die 42 fleißigsten Mitarbeiterinnen des Hofes werden beim landwirtschaftlichen Familienbetrieb Lidl in Baierberg täglich zweimal gemolken. Die Milchkühe liefern die wichtigste Zutat für seine A2A2-Milch (im Sprachgebrauch einfach A2-Milch genannt). Die Idee, die nicht unumstritten ist, kommt aus Neuseeland: Die Milch mit einem speziellen Eiweißprofil soll besonders gesund sein und auch von Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen werden. Sie wird auch „Urmilch“ genannt. Und da Holli, Wilma und ihre Freundinnen ausschließlich gentechnikfreies Futter bekommen, kann der Familienbetrieb die außergewöhnliche Euter-Limonade „frisch aus der Natur“ anbieten.

Johannes Lidl, der einmal den Hof übernehmen wird, erklärt, wie es dazu kam: „Vor drei oder vier Jahren haben wir schon mal über das Thema in einem Fachartikel von Dr. Thomas Grupp von Bayern-Genetik gelesen. Wir haben damals schon sehr intensiv über dieses Thema nachgedacht. Aber erst ein Vortrag hat mich veranlasst, unsere Kühe testen zu lassen.“ A2-Milch wird nämlich nur von Kühen mit dem genetischen Merkmal A2A2 produziert. Das Ergebnis: Rund die Hälfte der Lidl-Kühe wies dieses Genmerkmal auf. „So stand der Vermarktung nichts mehr im Wege“, erzählt Peter Lidl, der für das Marketing verantwortlich ist. „Wir haben die Milch selbst in unserem Bekanntenkreis getestet“, sagt Johannes Lidl lachend. Ergebnis: Alle haben die Milch vertragen.

Wie schon ein früherer Werbe-Klassiker besagte: „Die Milch macht’s“. 54 Kilogramm Milch konsumiert jeder Deutsche im Durchschnitt jährlich. Dazu kommen Milchprodukte und industriell verarbeitete Milch in Lebensmitteln. Aber mit dem Punkt „industriell verarbeitet“ soll jetzt Schluss sein. Zumindest, wenn es nach der Familie Lidl geht.

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„Unsere Milch ist ein handwerklich veredeltes Lebensmittel“, erklärt der Jungbauer. Der Hof setzt auf die gesetzlich vorgeschriebene Pasteurisierung und schonenden Umgang mit der Milch. Den Milchfettgehalt lässt die Familie bei mindestens 3,8 Prozent Milchfett und 3,4 Prozent Eiweiß. Peter Lidl: „Unsere Milch wird nicht homogenisiert, weil dieses Verfahren auch im Hinblick auf die Verträglichkeit kritisch gesehen wird.“ So bleiben durch die „Lidl-Variante“ Vitamine und Nährstoffe in der Milch, welche beispielsweise die Verdauung fördern oder laut Studien allergiebedingte Erkrankungen um 40 Prozent reduzieren. Durch die extrem kurzen Transportwege kann der Familienbetrieb ein Produkt anbieten, welches – so die Brüder unisono – eine bessere Ökobilanz aufweise und somit nachhaltiger sei als so manche Biomilch.

Nachhaltigkeit liegt Peter und Johannes Lidl überhaupt sehr am Herzen. „Ja, wir wollen wachsen“, sagt Johannes Lidl, „aber gesund.“ Das heißt, die Familie will nicht auf Kosten anderer Profit einfahren, sondern setzt auf Qualität und Mund-zu-Mund-Propaganda. „Wir stehen nicht unter so großem finanziellen Druck“, erklärt der Baierberger, „weil wir noch andere Berufe haben.“ So ist Johannes Lidl bei der Berufsfeuerwehr in München und Peter Lidl bei den Stadtwerken Augsburg. Auf dem Hof in Baierberg sei keine tolle Werbebroschüre, sondern Ehrlichkeit gefragt, betonen sie. Es gehe den Brüdern nicht darum, aufmerksamkeitsheischend Produkte anzupreisen, sondern glaubwürdig zu kommunizieren.

So können die Familie Richard und Sieglinde Lidl mit den Söhnen Johannes, Peter und Ulrich sowie der Schwester Katja auf authentische Weise ihre A2-Milch anbieten. Die Milch wird in Ein-Liter-Glasflaschen abgefüllt. Wiederverkäufer, Gaststätten und Privathaushalte beziehen sie.

Aber nicht nur die Milch ist ein Verkaufsrenner, weiß der Landwirt, sondern auch das selbst gemachte Eis. In der Radleinkehr auf dem Hof können erschöpfte Radler, Wanderer oder Spaziergänger rund 20 Sorten des cremigen Bauernhof-Eises probieren. Die Sorten variieren je nach Saison. Bis zu 60 Eissorten befinden sich insgesamt im Sortiment. Selbst im Winter gibt es Eis auf dem Bauernhof, als Schmankerl spezielle Wintersorten.

Peter Lidl verrät, was die Familie unter Winter-Eis versteht: Haselnuss-Rum, Lebkuchen, Spekulatius, Marzipan oder Bratapfel. Und im Sommer gibt es wieder das schon fast berühmte Fruchteis – natürlich mit Früchten aus der Region. Nicht umsonst hat der Familienbetrieb das „Qualitätssiegel Wittelsbacher Land“ erhalten, welches als Heimat-Oscar gilt.

Kontakt Infos unter 08233/4524 oder info@bauernhofeis-lidl.de

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