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21.04.2015

Ein „Gefällt mir“ kommt selbst aus Übersee

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Die Meringer Firma Fidan erlebt eine weltweite Nachfrage nach ihren Produkten für die Betonbearbeitung

Der patentierte Betonanker K50 wird künftig immer öfter nach Übersee verschifft, der von Adnan Fidan entwickelte Wassersammelring findet auch bei Kernbohrungen auf amerikanischen Baustellen seine Anwendung. Der kleine Meringer Fachbetrieb für das Trennen von Beton, Stahlbeton und Mauerwerk kommt groß heraus und daran ist auch Facebook nicht ganz unschuldig. Das soziale Netzwerk spielt im Fall von SSB Fidans Erfolgsstory eine nicht unerhebliche Rolle.

Auf Erfolgskurs ist Adnan Fidan, seit er sich mit dem Bohren und Sägen von Beton selbstständig gemacht hat. Davor war er im Tankstellenbau tätig und erinnert sich auch an die Errichtung einer Coca- Cola-Zapfanlage in China. Schon dort störte den findigen Unternehmer das nicht nur sehr gefährliche, sondern auch viel Schmutz verursachende Arbeiten. Darum entwickelte er in den vergangenen Jahren viele Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung und ließ sich nicht wenige Ideen auch patentieren, „Sauberes, schnelles und möglichst auch sicheres und unfallfreies Arbeiten ist in unserer Branche sehr wichtig“, erklärt er.

Mit dem Betonanker K50 begann Fidan die Entwicklung einer Reihe von Produkten, die er unter dem Slogan „genial einfach – einfach genial“ vermarktet. Der patentierte Anker für das Bewegen von Tonnenlasten brachte den überregionalen und sogar internationalen Durchbruch. War der Meringer Unternehmer bisher vor allem mit deutschsprachigen Ländern wie beim Bau des Gotthardtunnels im Geschäft, zeigen jetzt auch viele Unternehmen in England, Australien und USA Interesse an seinen Produkten.

Auslöser des internationalen Booms, der die Firma in den letzten Aprilwochen förmlich überrollte, war der Artikel eines Fachjournalisten aus St. Petersburg. „Ich kannte ihn von verschiedenen Fachmessen und als er hier in Deutschland zu tun hatte, kam er auch auf eine Reportage bei mir vorbei“, erzählt Adnan Fidan. Unter dem Titel „The art of accessories“, übersetzt etwa „die Kunst des richtigen Zubehörs“, veröffentlichte Andrei Bushmarin in der internationalen Fachzeitschrift „PDi - Professional Demolition international“ ein Porträt über die Meringer Firma.

Das in Schweden herausgegebene Fachblatt, das sich mit Themen rund um das Abbruchgewerbe befasst, stellte den Betrieb des türkischstämmigen Meringers Adnan Fidan samt seinen Patenten als Beispiel für vorbildlichen deutschen Unternehmergeist vor. Deutschland sei Trendsetter im Bereich Bohren und Sägen, so der Fachjournalist aus St. Petersburg, und der gleichnamige Fachverband mit über 700 Mitgliedsunternehmen der größte Europas. Noch bevor dieser Fachbericht wie eine Bombe einschlug, rührte sich einiges in Facebook. „Der Journalist äußerte sich dort wohl positiv über meine Erfindungen und Patente und immer mehr Nutzer aus aller Welt kommentierten dies mit einem „Gefällt mir“, so zeigt sich Adnan Fidan noch immer erstaunt. Die ersten Anfragen nach dem „slurry ring“, so die Übersetzung des Wassersammelrings, der Kernbohrungen ohne jegliche Verschmutzung erlaubt, sowie nach dem „ancor system“, dem patentierten Betonanker, kamen von einem Zwischenhändler im englischen Oxford, einem Großhändler im australischen Melbourne und aus dem US-amerikanischen Kentucky.

„Das sind ganz neue Herausforderungen für unsere kleine Firma und ich muss auf jeden Fall noch mal eine Halbtagskraft einstellen, die sich mit Englisch in Wort und Schrift gut auskennt und im Büro den Versand abwickelt“, so versucht Adnan Fidan auf den unerwarteten Boom zu reagieren. Bei seinem so begehrten K50 Betonanker handelt es sich um ein rein deutsches Wertprodukt. Derzeit wird er nach Tests bei der Augsburger Firma Kka noch einmal bei der nahe Günzburg gelegenen Firma Technische Bauteile Eberle in Ellzee verbessert. Die Leistungsfähigkeit und die Resistenz gegen Verschleiß wird von Mitarbeitern immer wieder auf der Testbaustelle der Kissinger Firma Klaus Hoch- und Tiefbau GmbH auf die Probe gestellt. 2017 wird es auch ein noch einmal verbessertes Modell des Wassersammelrings geben, auf das Adnan Fidan schon längst Designschutz angemeldet hat.

Auch die Nachfrage nach den „water retension rings“, wie die Wassersammelringe in der englischen Fachsprache heißen, steigt. „Wir müssen uns zudem Gedanken über den Versand machen, denn auch Unternehmen in Übersee wollen alle schnellstmöglich unsere Produkte geliefert bekommen“, freut sich Firmenchef Adnan Fidan.

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