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Mering

18.08.2016

Ein Kindheitstraum wird wahr

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2 Bilder
Anna Hagemann hat viel mit exotischen Tieren zu tun: Hier füttert sie einen Kronenkranich, der in Westafrika und der Sahelzone lebt.
Bild: Hagemann

Anna Hagemann aus Mering arbeitet als Tierpflegerin im Zoo. Wie viel Futter sie jeden Tag verteilt und ob die 21-Jährige ein Lieblingstier hat.

Die 21-jährige Anna Hagemann erholt sich nach einem anstrengenden Arbeitstag im Garten, neben ihr auf der Bank sitzt ihre Katze Mausi. Auch im Beruf hat Hagemann viel mit Tieren zu tun: Sie arbeitet im Zoo. Zu Hause ist Mausi nicht ihr einziges Haustier: Nicht weit entfernt liegen der rotbraune Kater Garfield und der weiße Main-Coon-Kater Olli. Seit März hat die Familie auch einen Hund, der auf den Namen Agua hört. In Teichen lebt eine große Anzahl von Wasserschildkröten und Fischen, und aus zwei Ställen blicken je zwei große Kaninchen ins Freie.

Als Anna noch sehr klein war, träumte sie davon, mit Freundinnen auf einem Bauernhof mit vielen Tieren zu leben. Später reifte der Wunsch, Tierpflegerin zu werden. Mit Fleiß, Hartnäckigkeit und der Bereitschaft, für ein Jahr in eine andere Stadt zu ziehen, hat sie sich diesen Traum erfüllt. Vielleicht liegt Anna die Liebe zu Tieren im Blut: Vater Michael und Mutter Helga sind ebenfalls beide Tierpfleger. Beide arbeiten aber nicht mehr im Zoo, sondern in der Forschung.

Für ihren Traum ging Anna nach Hamburg

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Anna machte schon als Schülerin zwei Praktika im Münchner Tierpark Hellabrunn. Sie war dafür zuständig, die Ställe auszumisten, die Scheiben zu putzen, und begleitete die Tierpfleger beim Füttern. Es folgte ein Praktikum an der Universität, ein sogenanntes Sichtungspraktikum im Zoo, das für eine Bewerbung erforderlich ist.

Zunächst klappte die Bewerbung im Tierpark nicht. Anna ging nach Hamburg, wo sie in einem Einstiegsqualifikationsjahr im Tiergarten fast alle Bereiche durchlief. Besonders aufregend war die OP-Assistenz. Ein Strauß hatte sich den Schnabel aufgebrochen und musste für die Behandlung unter Narkose gesetzt werden. Seine Körpertemperatur stieg so stark, dass die Operateure schnell arbeiten mussten, um sein Leben nicht in Gefahr zu bringen.

Manche Tiere werden auch mit Milchreis gefüttert

Anna bekam eine Zusage aus Hamburg, erhielt aber auch ein Angebot aus München. „Meine Mutter war entsetzt, dass ich in Hamburg bleiben könnte, um mit WG-Freunden auf einen Bauernhof zu ziehen“, sagt Anna. Letztlich entschied sie sich über Nacht für die bayerische Landeshauptstadt. Jetzt ist sie froh darüber, denn sie leistete sich nach der Ausbildung von dem angesparten Geld ein eigenes Pferd.

Vor etwas mehr als einem Jahr beendete die Meringerin ihre Ausbildung als Tierpflegerin und arbeitet seitdem in der Futterwirtschaft des Münchner Zoos. Pünktlich um 6 Uhr beginnt ihr Dienst: Gemeinsam mit vier weiteren Mitarbeitern ist sie zuständig, das Futter für die Tiere einzukaufen, herzurichten, zu kochen und bis 9 Uhr vor Öffnung des Tierparks auszufahren. „Für ältere Tiere wie unsere Tapirdame, den Orang-Utan-Mann oder als Abwechslung für andere Tiere oder zur leichteren Verdauung kochen wir Gemüse, Hühnchen und sogar Milchreis“, erzählt sie. Um rechtzeitig in München zu sein, steht sie schon um 4 Uhr auf, um vor der Arbeit noch ihre Haustiere versorgen zu können.

Jeden Tag werden 800 Kilo Futter ausgegeben

„Wenn wir das Futter ausgefahren haben, bereiten wir bis 15 Uhr das Essen für den nächsten Tag vor“, verrät Anna, der die Arbeit sehr viel Spaß macht. Etwa 100 Kilogramm Karotten verfüttert der Zoo pro Tag, außerdem weitere Gemüse- und Obstsorten, Rinderkeulen, Kaninchen, Mäuse, Hühner, Küken, Fische und Innereien. Anna sagt, dass die Tiere 800 Kilo Futter täglich erhalten. Dabei seien Heu, Gras und Laub noch nicht mitgerechnet. Da sie und ihre Kollegen Futtersäcke aus Hochregalen holen müssen, legte Anna vor Kurzem auch den Staplerführerschein ab.

Sie erzählt, dass in München sehr darauf geachtet werde, die Tiere zu beschäftigen und sie durch regelmäßiges Training auf medizinische Untersuchungen und Behandlungen vorzubereiten. Großen Respekt hat sie vor den vier Elefantenkühen. Es sei ein ganz anderes Gefühl, direkt im Gehege neben ihnen zu stehen, als sie beim Besuch von außen zu betrachten. Der Elefantenbulle ist gerade an den Hamburger Zoo ausgeliehen.

Während das Pferd seit jeher Annas absolutes Lieblingshaustier ist, kann sich die 21-Jährige im Zoo für kein einzelnes Tier entscheiden. „Sie sind alle etwas ganz Besonderes“, sagt sie und streichelt ihrer gefleckten Katze Mausi über das Fell.

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