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Vernissage in Friedberg

11.08.2018

Eine ungewöhnliche  Künstlerin wird wiederentdeckt

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2 Bilder
Marie Luise Heller mit einem der Plexiglasobjekte, für die sie bekannt geworden ist. Die vor 100 Jahren geborene Künstlerin ließ sich von der Pop-Art zu eigenständigen Ausdrucksformen inspirieren.

Claudia Weil zeigt  eine Hommage an Marie-Luise Heller. Sie hatte eine besondere Beziehung zu der  Pop-Art-Künstlerin, die vor 100 Jahren geboren wurde.

Wegbereiter der Moderne wie Günther Grassmann, Michael Croissant oder Hans Richter und Otto Piene brachen mit den Stilrichtungen der Nachkriegszeit und schufen die Basis für weiterführende Entwicklungen. Zu diesen Wegbereitern gehörte Marie Luise Heller, die mit vielen dieser Künstler befreundet war und auch zusammengearbeitet hat. Ihr ist nun anlässlich ihres Geburtstages vor 100 Jahren eine Ausstellung in der Rinnenthaler Galerie Weil gewidmet.

Marie-Luise Heller, die 2009 in Augsburg gestorben ist, gehörte zu einer Generation von Künstlerinnen, die sich in der von Männern dominierten Kunstszene nicht leicht durchsetzen konnte. Heller entwickelte sich konsequent zum Abstrakten, von Op-Art und Pop-Art ließ sich die Künstlerin inspirieren und fand dabei ganz eigenständige, experimentelle Ausdrucksmöglichkeiten. Nach und nach fand sie zu einem eigenen Stil und nutzte neue Materialien: Filzstift, Acrylglasguss und Plexiglas. Quietschbunte Motive erinnern an die Swinging Sixties. Und der Besucher könnte glatt vergessen, dass die Künstlerin und Wahlmünchnerin Heller (1918 bis 2009) eine Zeitgenossin und Freundin Picassos gewesen ist. Schon in den 1950ern arbeitete sie mit neuen Materialien wie Lack und Acryl.

Obwohl ihre Arbeiten bunt und nicht zu übersehen sind, obwohl sie mit ihren Wahrnehmungsspielen im Trend der 1960er-Jahre lag und die Künstlerin außerdem innovativ mit neuen Materialien wie Kunststoff und Plexiglas experimentiert und obwohl sie durchaus zahlreiche Ausstellungen vorzuweisen hat: Marie-Luise Heller ist zu Lebzeiten nie so bekannt geworden wie viele ihrer männlichen Kollegen, mit denen sie durchaus gleichwertig einzustufen ist.

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Claudia Weil zeigt nun Werke aus dem Nachlass von Marie Luise Heller. Heller war die Adoptivmutter von Weils Ehemann Thomas. Die beiden sind die Nachlassverwalter der außergewöhnlichen Frau. Es wird eine sehenswerte Ausstellung, die den Aufbruch in die Moderne mit den bunten, geometrischen Klebebildern und den vielen Plexiglasarbeiten verdeutlicht. Kataloge zu der Künstlerin vervollständigen die Ausstellung. Sie zeigt einen Querschnitt durch das Werk und rückt Marie-Luise Heller, die in den vergangenen Jahren in namhaften Einzel- und Gruppenausstellungen etwa in Berlin oder Basel zu sehen war, auch in Friedberg in das Bewusstsein der Besucher. Parallel wird eine Installation von Heller in der Galerie II in der Bergstraße 11 in Augsburg-Göggingen vom 12. August bis 23. September zu sehen sein.

Laufzeit

Eröffnung der Ausstellung „100 Jahre Marie-Luise Heller“ ist am Sonntag, 12. August, um 17 Uhr in der Griesbachstraße 19, Friedberg-Rinnenthal. Geöffnet ist bis 21. Oktober jeweils Fr. und Sa. von 15 bis 18 Uhr. Ferien sind von 1. bis 20. September.

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