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Mering

31.12.2018

Entschleunigung im Papiertheater in Mering

Das Meringer Papiertheater Multum in Parvo verzaubert und führt mit einfachsten Mitteln in eine Welt der Fantasie, hier das Stück Hänsel und Gretel.
Bild: Christine Hornischer

Das Multum in Parvo in Mering ist ein Gegenpol zum hektischen, von neuen Medien dominierten Alltagsleben.

Vereinfacht gesagt ist das Papiertheater ein Stubentheater aus vergangener Zeit, genauer gesagt dem 19. Jahrhundert. Es wurde im familiären Rahmen vor vielleicht zehn Personen im Wohnzimmer bespielt. In Mering ist es nicht viel anders. Wie in einem gemütlichen Wohnzimmer sitzen bis zu maximal 30 Personen vor der Bühne und harren der Dinge, die da kommen werden.

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Einfachste Mittel werden im Multum in Parvo genutzt

Das Multum in Parvo verzaubert jedes Mal wieder mit einfachsten Mitteln und entführt in eine andere Welt. Eine Welt, in der die Fantasie keine Grenzen hat und sich die Menschen fernab des medialen Tsunamis auch für das Kleine begeistern können. Dabei werden auf der Bühne viele Emotionen präsentiert, die Theatermann Benno Mitschka ausspielt. Eine Figur hat keine Mimik oder eben nur eine charakteristische Mimik. So können viele Emotionen im Gegensatz zum Menschentheater ausschließlich über die Körpersprache der Figur transportiert werden. Hier wird nichts vorgegeben, sondern der Besucher kann sich vollkommen seinen eigenen Bildern hingeben. Mitschka versteht es meisterhaft, seine Gäste in das Zauberland der Oper oder Operette zu ziehen, in dem sie mit den Protagonisten aus Papier lachen und weinen können.

Während die Zuschauer entspannt vor der Theaterbühne sitzen, herrscht bei den perfekt aufeinander eingespielten Eheleuten Christine Schenk und Benno Mitschka hinter den Kulissen ein hohes Maß an Betriebsamkeit. Beim rasanten Wechsel der Bühnenbilder sitzt jeder Handgriff. Doch die Zuschauer sitzen staunend vor der Bühne und bekommen diese Betriebsamkeit gar nicht mit. Sie träumen sich in die jeweilige Oper oder Operette hinein. Und genau das ist es, was die beiden Opernhaus-Intendanten mit ihrem Papiertheater Multum in Parvo in Mering bewirken wollen. „Unsere Papierbühne, auf der ja die Protagonisten unbeweglich sind, lassen Platz zum Träumen“, sagt der studierte Germanist und Theaterwissenschaftler Mitschka. Das sorge für Entspannung und Entschleunigung. So verstehen die Veranstalter das Opernhaus in Mering auch als Gegenpol zum hektischen, von neuen Medien dominierten Alltagsleben.

Entschleunigung im Papiertheater in Mering

Eigene Bühnenbilder für die Miniaturbühne in Mering

Mitschka entwirft am Computer mittels Collagen-Technik ganz eigene Bühnenbilder für die Miniaturbühne, deren Raumtiefe er mithilfe moderner Licht- und Computertechnik so verstärkt, dass der Zuschauer den Eindruck bekommt, schier ins Unendliche zu blicken. Subtile Lichtstimmungen und digitale Blitze führen das Publikum in eine andere Welt. Die Augen der Zuschauer sind auf die ausgeleuchtete Bühne fokussiert und sehen in ihren Träumen Dinge, die gar nicht da sind. Wie eine Frau vom Ammersee, die zweimal ins Multum in Parvo zu „Hänsel und Gretel“ kam, weil sie dachte, das Hexenhaus werde wirklich abgefackelt. Besonders ist zudem, dass es an Sonntagen nach der Matinee-Vorstellung einen Theaterbrunch gibt, bei dem sich die Gäste in persönlicher Atmosphäre an hausgemachten Leckereien erfreuen können. Die Stühle werden weggeräumt, zwei lange Tafeln herbeigebracht und so wird der kleine Theatersaal zu einem Restaurant. Vor Ort das Gesehene mit Gästen im persönlichen Gespräch zu diskutieren, heißt die Devise.

Ein weiterer Pluspunkt, der der Entspannung dient, ist, dass die Gäste auch während der Vorstellung ihr Getränk mit an den Platz nehmen können.

Am Freitag, 11. Januar, steht um 19 Uhr die Aufführung von Hänsel und Gretel auf dem Programm. Weitere Informationen auch per Telefon unter der Nummer 08233/7950895.

Wer noch mehr entspannen will: Das Café Gezz: Auf einen Cappuccino im Wohnzimmer und Chillen in der Salzgrotte in Kissing

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