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Friedberg

11.09.2019

Friedbergerin baut Schule: Bessere Zukunft für Kinder in Kambodscha

In Koun Khlang gab Lea zwei Monate Englischunterricht. Um Aussichten auf einen guten Job zu haben, müssen die Dorfbewohner die Fremdsprache lernen. Da die Schulen, die Englisch unterrichten, alle privat sind, entschloss sich die Friedbergerin, eine weitere Einrichtung in Kampong Chhnang zu gründen.
Bild: Lea Ogertschnigg

Lea Ogertschnigg will Kindern aus schwierigen Verhältnissen eine bessere Zukunft ermöglichen. Sie hat ein Crowdfunding-Projekt zum Bau einer Schule gestartet.

Als sie vor fünf Jahren mit dem Rucksack durch Australien gereist ist, hat Lea Ogertschnigg aus Friedberg-Harthausen bemerkt, dass ihr das nicht reicht. „Ich dachte einfach, ich muss noch mehr sehen.“ So entschloss sie sich, eine Weltreise zu machen. Ein halbes Jahr lang war sie in Asien, weitere sechs Monate in Südamerika. Finanziert hat sich die 23-jährige ihren Traum durch Kellnern und Reitunterricht. Einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen hat seither Kambodscha. Dort engagiert sie sich jetzt weiterhin.

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Friedbergerin unterrichtete Kinder in Kambodscha

Zwei Monate verbrachte Lea dort in Koun Khlong – einem kleinen Dorf, wo sie als Freiwillige Englisch an einer Schule unterrichtete. Wohnen konnte sie bei der Familie, auf deren Grundstück die Bildungseinrichtung steht. „Das war schon eine Herausforderung“, sagt sie. „Ich war da, um Kids, deren Sprache ich nicht spreche und die gar kein Englisch konnten, Englisch beizubringen.“ Trotzdem habe es ihr unglaublich viel Spaß gemacht. Doch nach und nach bekam Lea immer mehr das Gefühl, das Unterrichten bringe nicht genug.

Die Menschen dort seien sehr herzlich gewesen, hätten sie einfach so zum Essen oder auch zum Übernachten eingeladen, obwohl sie sie gar nicht kannten, berichtet Lea. „Sie hatten einfach nie Böses im Sinn.“ Und so regte sich in ihr der Wunsch, den Einwohnern etwas zurückgeben. Etwas, das ihnen wirklich etwas bringt.

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Kambodscha hat keine Mülltrennung: Ogertschnigg startete Recycling-Projekt

Von der Tatsache erschrocken, dass es in Kambodscha keinerlei Mülltrennung gibt, sondern alles einfach verbrannt wird, startete Lea ein Recycling-Projekt: Sie errichtete eine Mülltrennungsstation. Als klar wurde, dass Altmetalle, Dosen und Plastikflaschen eine kleine Summe einbringen, machten die Dorfbewohner mit. Doch auch dieser Erfolg reichte der Freiwilligen nicht, denn: „Eine einzige Mülltrennungsstation im ganzen Land verändert auch nicht so viel.“

Als nächstes kam Lea die Idee, eine Schule zu bauen. Da es in Koun Khlong bereits zwei gibt, entschloss sie sich, das neue Gebäude in Kampong Chhnang zu errichten. Mit ihrem Anliegen wandte sie sich an die Human-Resource Development and Language Foundation (HDLF). Die Organisation hatte bereits die beiden Bildungsstätten in Koun Khlong gebaut. Die HDLF unterstützt die Friedbergerin seitdem, wo sie nur kann.

Mittlerweile steht die neue Schule, es wird sogar schon unterrichtet. Fenster und Türen fehlen zwar noch, doch die Freiwilligen konnten es nicht erwarten, loszulegen
Bild: Lea Ogertschnigg

Neue Schule in Kambodscha hat bereits geöffnet

„Am Anfang hatten wir keinen Plan, was wir machen sollten“, erinnert sich Lea. Während ihres zweimonatigen Aufenthalts plante die 23-jährige vor Ort alles in Zusammenarbeit mit der HDLF, nach ihrer Abreise startete sie sofort eine Spendenaktion – mit großem Erfolg.

Informatik und Englisch werden an der Schule unterrichtet, außerdem gibt es sogenannte „Motivation Classes“, die den Kindern langfristige Ziele klarmachen sollen. Die Älteren erhalten Berufsberatung. Ziel ist es, jedem Schüler eine Stelle zu vermitteln. 300 Kinder werden im Gebäude mit drei Klassenräumen unterrichtet. Nächstes Jahr steht der Bau eines zweiten Stockwerks an, dann verdoppelt sich die Kapazität auf 600 Plätze.

  • Auf der Internetseite www.gofundme.com können über die Suche „Help Lea build a school in cambodia“ Spenden überwiesen werden.
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