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Stadl-Uni

26.04.2019

Hilfe zur Selbsthilfe für ein Dorf in Togo

Vincent Semenou aus Friedberg gewann die Stadl-Uni Unterbergen für ein Projekt in seinem Geburtsort Zafi. Ihn unterstützen Annemarie und Günter Wurm aus Unterbergen.
Bild: Heike Scherer

Die Band Newport unterstützt das Projekt mit einem Benefizkonzert am 4. Mai in der Schmiechach-Halle

Was gibt es Schöneres als sein Abschiedskonzert für einen guten Zweck zu geben? Dafür entschied sich jedenfalls die vor 40 Jahren gegründete zwölfköpfige Kultband Newport. Mit Liedern von Toto, David Bowie, Santana, Sweet und vielen anderen möchte sie die Besucher am Samstag, 4. Mai, um 20 Uhr in der Schmiechach-Halle genauso begeistern wie es ihr bisher in dem Restaurant 1516 am Hauptbahnhof Augsburg in den letzten Jahren mit 500 Gästen gelang. Bereits um 19 Uhr wird das Vorprogramm mit Trommelmusik und der Vorstellung des Projektes beginnen. Einlass ist ab 18.30 Uhr, für Getränke und ein Catering mit Backschinken und vegetarischen Spezialitäten ist gesorgt.

Seit sieben Jahren besteht die Stadl-Uni Unterbergen mit mittlerweile 59 Mitgliedern. Ziel des Vereins ist es, Talente in allen Bereichen und in jedem Alter zu fördern, so die Mitinitiatoren Annemarie und Günter Wurm. Vor zwei Jahren lernten sie über Walter Bollinger, den Keyboarder der Kultband Newport, den Pastoralreferenten Vincent Semenou aus Friedberg kennen. Er kam als Student vor 18 Jahren nach Europa. Neun Jahre war er in Österreich. Im Jahr 2011 gründete er den Verein Yayra, um die Bildungssituation in seinem ländlich geprägten Geburtsort Zafi zu verbessern und auf diese Weise Armut, Krankheiten und andere Missstände zu bekämpfen.

Togo gehört zu den 30 ärmsten Ländern der Welt, nur 60 Prozent können dort lesen und schreiben. Momentan werden elf Prozent der sechsjährigen Kinder nicht zur Schule geschickt und nur sieben Prozent eines Schuljahrganges schließen ihre Schulbildung ab. „Während es mir anfangs hauptsächlich um die Bildung der Kinder ging, möchte ich jetzt auch Erwachsene, Handwerker und Landwirte, fortbilden. Durch die harte Arbeit beträgt die Lebenserwartung der Menschen momentan nur 60 Jahre“, erzählt Semenou betrübt. Das Zafi-Organisationsteam sucht Freiwillige, die diese Fortbildung leisten könnten. Gedacht ist an Schreiner, Schlosser, Elektriker und Landwirte, die sich für nähere Auskünfte über das Projekt unter info@paarkult.de oder Telefonnummer 08233/30582 bei Günter Wurm melden sollen.

Im Juli wird eine Gruppe mit Vincent Semenou und dem Stadl-Uni-Mitglied Evi Mayer nach Zafi fliegen und das Projekt vorbereiten. Sie wollen die Menschen und ihre Situation kennenlernen und bringen den Einwohnern einen Solar-Backofen zum Kochen und Backen mit. „Afrika ist ein wunderbarer Kontinent, was Kultur, Landschaft und Menschen betrifft. Auch wir werden durch die Kontakte lernen und profitieren können“, weiß Günter Wurm. Er denkt an die vielen Urgetreidearten, die in Afrika verwendet werden oder die „soziale Wärme“ der Menschen, die ihm in industrialisierten Ländern manchmal fehlt, und kann sich neue Freundschaften für die Region vorstellen.

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