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Mering

03.01.2019

Hunde heben die Stimmung im Seniorenheim

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Wenn Emma auf dem Schoß von Franz Ludwig im Seniorenzentrum St. Theresia Platz nimmt, dann kehrt ein zufriedener Ausdruck auf das Gesicht des Rollstuhlfahrers ein.

In Mering und in Kissing gibt es vierbeinige therapeutische Mitarbeiter. Die fördern die motorischen Fähigkeiten der Bewohner und wirken beruhigend auf sie.

So schnell konnte Katharina Schuster gar nicht schauen, wie ihre Emma auf frischer Tat ertappt davon raste. Als die Krippe der Theresienschwestern im Seniorenheim in Mering aufgebaut wurde, da zeigte sich auch die französische Bulldogge der Wohnbereichsleiterin sehr interessiert am Geschehen im Stall zu Bethlehem. Flugs hatte sie dem Christkindle den Arm abgerissen und rannte damit davon. „Mei war mir das peinlich“, erinnert sich Katharina Schuster. Schnell holte sie Klebstoff und machte alles wieder heil.

In diesem Jahr war das Kind in der Krippe aber sicher, denn die Altenpflegerin ist derzeit in Erziehungsurlaub und mit ihr auch Hündin Emma. Die Bewohner und auch das Personal im Seniorenheim St. Theresia freuen sich aber schon wieder auf die kleine freche Bulldogge. Die kleinen Späße des vierjährigen Hundes erheitern so manch bedrückten Zeitgenossen und das Streicheln, Schmusen und Spielen mit dem Vierbeiner bringt sie oft weg von trüben Gedanken und Ängsten. Schon als Welpe kam Emma mit in die Einrichtung. „Eine Bewohnerin hat jeden Abend mit ihr zusammen einen Apfel gegessen und sich täglich auf dieses Ritual gefreut“, erinnert sich Schuster.

Die Bewohner verteilen gerne Leckerlis an die Hündin

Im Moment kommt Emma mit ihrem Frauchen nur gelegentlich zu Besuch ins Theresienheim. „Wenn sie zur Tür rein kommt, dann kennt sie sich aber gleich wieder aus“, erzählt Schuster. Seit ihrem Erziehungsurlaub hat die Hündin deutlich abgenommen, „denn die Zwischenmahlzeiten fehlen“, wie Schuster lachend erklärt. Auch wenn sie darauf achtete, dass nicht allzu viele Kekse im Maul ihres Vierbeiner landeten, zählt doch das Leckerli-Geben zur großen Freude der Bewohner.

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Im Meringer Seniorenzentrum St. Agnes nimmt Hund Amy hingegen eine ganz andere Rolle ein. Die Schweizer Schäferhündin gehört Einrichtungsleiter Klaus Mayinger und ist mit ihrem blütenweißen wuscheligen Fell ein echter Hingucker. Wo der Chef im Haus unterwegs ist, dort ist auch Amy. Der Vierbeiner weicht seinem Herrchen nur von der Seite, wenn Mayinger das Kommando Platz gibt. Dann wartet Amy auch mal geduldig im Vorraum, wenn eine Besprechung ansteht. Seit fünf Jahren ist sie täglich mit von der Partie und Mayinger sieht ihre Rolle ganz unspektakulär. „Mein Hund strahlt durch seine Anwesenheit für viele Bewohner einfach Normalität im Alltag aus. Viele unserer Senioren stammen aus dem ländlichen Raum und da gehört ein Hund einfach mit zum Alltag“.

Allein das Streicheln des weichen Fells hat schon so manchen unruhigen Bewohner wieder ins Gleichgewicht gebracht. „Wir hatten auch schon Vögel oder Meerschweinchen in unserer Einrichtung, aber ihre Versorgung und die Hygiene sind doch etwas problematisch“, findet der Einrichtungsleiter. Hunde, auch die von Besuchern, sind in St. Agnes gerne gesehen.

Auch im Haus Gabriel begleiten Hunde die Pflegekräfte

Dies gilt auch für das Seniorendomizil Haus Gabriel in Kissing. Bis zu sechs Hunde, die immer mal wieder als Begleiter von Pflegekräften im Haus anwesend sind, zählte Einrichtungsleiterin Yvonne Friedrichs unlängst. „Beim Kontakt zu Tieren werden neben den visuellen Eindrücken auch das Gehör und der Tastsinn angesprochen“, erklärt sie. Nicht nur die Wahrnehmung und die motorischen Funktionen würden gefördert, sondern das Streicheln eines Hundes wirke beruhigend und stressmindernd.

Ganz gezielt auf diese positiven Effekte hat Yvonne Burger ihren Dackel-Terrier-Mischling trainiert. Wenn die Betreuungsassistentin im beschützenden Bereich im Haus Gabriel ihren Dienst antritt, ist die zweieinhalbjährige Luna immer mit von der Partie. „Wenn wir zur Tür hereinkommen, dann kann man sogar bei sonst oft ganz teilnahmslosen Bewohnern eine Veränderung verspüren. Sie beobachten den Hund und manchmal geht eine Hand nach unten zum Streicheln“.

Noch aktive Senioren werfen dem Mischling im Garten auch gerne einen Ball zum Apportieren und ein Höhepunkt ist es, wenn Luna beim Sitzkreis durch die von Bewohnern in die Luft gehaltenen Reifen springt. „Wenn sie so richtig in Aktion war, ist es für den Hund auch wichtig, dass er wieder runterfahren kann“, erklärt die Hundebesitzerin. „Man muss ja auch für das Tier Sorge tragen“.

Burger hat sich seit Jahren mit dem Hundetraining befasst. „Wichtig ist, dass ich der Rudelführer bin und die Körpersprache meines Hundes verstehe“, erklärt sie. Nur so sei die Anwesenheit eines Hundes im Seniorenheim für Mensch und Tier ein Gewinn.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mit Engagement im Pflegedienst

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