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Mering

12.07.2019

In Mering heißt es: mitten rein ins heiße Flammenmeer

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4 Bilder
Vor der Brandsimulation im Container wird das richtige Löschen mit dem Strahlrohr eingeübt.
Bild: Heike John

Atemschutzträger aus dem ganzen Landkreis proben im Brandübungscontainer bei der Meringer Feuerwehr für den Ernstfall.

Dichter brauner Rauch steigt aus einem Container in Nähe des Meringer Bauhofs. Ein vorbeifahrender Autofahrer in der Lechstraße bremst abrupt ab, kurbelt die Windschutzscheibe runter und ruft „Da brennts“. „Da brennt’s schon seit Tagen“, kommentiert ein Jugendlicher mit Scooterroller vom benachbarten Skaterplatz. Die Feuerwehr ist auch schon längst zur Stelle, denn es handelt sich um eine groß angelegte Übung, die die Freiwillige Feuerwehr Mering auf ihrem Gelände durchführt.

Eine Woche lang hatten Atemschutzträger von Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis die Möglichkeit, in einem Brandübungscontainer die realitätsnahe Bekämpfung eines Brands in einem Gebäude zu üben. „Dieses Angebot des Landesfeuerwehrverbandes Bayern ist ein echtes Zuckerl für unsere Atemschutzträger und die Lehrgangsplätze waren im Nu ausgebucht“, erklärt Feuerwehrkommandant Andreas Regau.

Mering: Atemschutzträger trainieren in voller Montur

Täglich zweimal bot Referent Karsten Weber von der Firma Dräger als Ausbildungspartner für jeweils acht Teilnehmer diese besondere Trainingsmöglichkeit. Bevor sich die Atemschutzträger in voller Montur mit Atemschutzgerät, Flammschutzhaube, Helm und hitzebeständiger Kleidung in den Übungscontainer wagen, geht eine Theorieeinheit voraus. Dort wird besprochen wie man Gefahrensituationen richtig einschätzt und den Brandverlauf erkennt, wie man die Türen zu Brandräumen richtig öffnet und auch wie Rauchgasdurchzündungen und Rauchgasexplosionen verhindert werden

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„Uns läuft bereits jetzt der Schweiß“, flachsen der 26-jährige Florian Huber und der 39-jährige Stefan Kratzer in ihrer Montur. Beide gehören der Meringer Wehr an. „Wir haben bei uns 42 Atemschutzträger und das sind keinesfalls zu viele“, informiert Kommandant Andreas Regau. „Denn jedes unserer Geräte braucht eine dreifache Belegung“, erklärt er.

Im Übungscontainer der Feuerwehr wird es bis zu 700 Grad heiß

Dann wird es ernst. Alle acht Teilnehmer des Kurses betreten den Container und in nur geringer Entfernung wird das Feuer entzündet. Im Nu lodern die Flammen über sie hinweg. Gut 700 Grad herrschen direkt am entzündeten Feuer. In der Hocke am Boden lässt sich die enorme Hitze leichter aushalten. An den Schutzhelmen sind es noch rund 150 Grad, schätzt der Ausbilder. Gut eine halbe Stunde verbringen die Teilnehmer im Container. Angst oder gar Panik sollten da nicht aufkommen. „Ein gesunder Respekt vor dem Feuer ist aber angebracht“, betont Regau.

Als Sicherungstrupp stehen Tobias Regau und Kevin Kobras in voller Montur vor der Eingangstür des Containers bereit. Der Meringer Atemschutzwart und der Kreisbrandmeister aus Ried haben sich genauso wie der Kommandant für die gesamte Übungswoche frei genommen. Beide haben schon einige Erfahrung als Atemschutzgeräteträger und können sich spontan an mehrere Wohnhausbrände erinnern. „Zweimal hat es vor zwei Jahren in Kissing gebrannt, vor einem Jahr in St. Afra, dann war da auch der Tiefgaragenbrand im letzten Jahr in Mering“, zählt Tobias Regau auf. „Doch jedes Feuer ist anders“, erklärt der 21-Jährige und erklärt die einzelnen Phasen eines Brandverlaufs.

Zu viel Löschwasser kann für die Feuerwehr gefährlich werden

Drinnen im Container wird reihum die richtige Spritztechnik geübt. Zu sehr darf nicht aufgedreht werden, denn zuviel Wasser kann auch eine Wasserdampfexplosion hervorrufen. Der Löscherfolg ist oft größer, wenn man weniger Wasser spritzt, lernen die Teilnehmer. Auch gelte es große Wasserschäden zu vermeiden. Das kühle Nass ist aber durchaus gefragt, als die Containertür wieder aufgemacht wird und die Feuerwehrmänner erhitzt ins Freie treten. Auf über 40 Grad stieg die Körpertemperatur, da ist es wichtig viel zu trinken. Doch zunächst wird die gut 25 Kilo schwere Ausrüstung abgelegt.

Beim anschließenden Feedback zeigen sich die Teilnehmer begeistert. Manchen von ihnen haben bereits einige Erfahrung als Atemschutzgeräteträger, aber doch enorm dazu gelernt. „Das ist wirklich eine spektakuläre Realausbildung für den Ernstfall unter extremen Bedingungen. So könnte es sein, wenn ein Wohnhaus in Flammen aufgeht“.

Open-Air-Konzert Der nächste Großeinsatz der Meringer Feuerwehr ist am kommenden Samstag, 20. Juli mit dem Open-Air-Konzert am Meringer Badanger. Eintrittskarten für die Jubiläumsveranstaltung mit DJ Tonic und der Bayern-3-Band sind im Rathaus, bei der Raiffeisenbank und bei Farben Pfaller sowie an den Abendkassen erhältlich.

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