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Mering

28.11.2019

In Mering wird man zum Profi im Wiederverwerten

Johanna Tremmel (links) von der Kommunalen Abfallwirtschaft Aichach-Friedberg diskutiert mit Ute Schübele-Weber vom Bund-Naturschutz und Hobby-Designerin Beatrix Engel über neue Mode aus alten Kleidungsstücken.
Foto: Manuela Krämer

Die Kommunale Abfallwirtschaft des Landkreises berät zusammen mit dem Bündnis Nachhaltiges Mering auf dem Wochenmarkt zur Müllvermeidung.

Sich von Experten einmal kostenlos zur Abfallvermeidung und Wiederverwertung beraten zu lassen und Ideen auszutauschen, dazu hatte die Kommunale Abfallwirtschaft im Landratsamt Aichach-Friedberg zusammen mit dem Bündnis „Nachhaltiges Mering“ an ihrem Infostand auf dem Meringer Wochenmarkt eingeladen.

Besonders interessiert zeigten sich die Besucher zu Ideen zum Recycling und zum verpackungsfreien Einkauf. Bei der Gelegenheit deckten sich viele mit den Einkaufsnetzen, Stofftaschen, Mehrwegbechern und Edelstahlbehältern ein, die beide Organisationen bereithielten.

Als alten Flaschen oder Getränkekartons kann Neues entstehen

Wertschätzen statt wegwerfen, den Slogan fand Ute Schübele-Weber passend. Vom Vogelhaus bis zum Spielzeug gebe es attraktive Möglichkeiten, Getränkekartons oder PET-Flaschen wiederzuverwerten. Passende Bastelaktionen biete auch der Bund Naturschutz an, in dem sie Mitglied sei. Barbara Gärtner geht regelmäßig auf den Meringer Wochenmarkt. „Hier kann ich unverpackt einkaufen“, sagt sie.

Sie selbst habe Max Scherer kürzlich gefragt, ob man seine Nudeln am Marktstand auch ohne Plastiktüten erwerben könne. Über die Antwort sei sie selbst überrascht gewesen: Die Waren vom Schererhof kann man sich in eigene mitgebrachte Behälter füllen lassen.

„Ruhig Nachfragen, auch beim Bäcker. Das lohnt sich meist“, ermutigt Michaela Stadelmeyer vom Landratsamt Aichach-Friedberg die Besucher am Stand. Es gebe zwar eigens entwickelte Aufkleber an denen man Geschäfte erkennen kann, die ihre Waren auch unverpackt abgeben. Doch auch andere Läden wären offen für die Abfallvermeidung.

Michael Dudella zeigt die „Zukunftstasche“ des Bündnis „Nachhaltiges Mering“. Hierin lassen sich Semmeln und Breze an der Bäckertheke genauso hygienisch wie loses Obst und Gemüse transportieren. Das war nicht immer so. Früher durfte der Metzger oder Bäcker aus Gründen der Hygiene keine unverpackte Ware abgeben. Heute sei das mit der Lebensmittelkontrollstelle abgeklärt und die Geschäfte seien von ihnen informiert worden, erklärt Johanna Tremmel vom Landratsamt Aichach-Friedberg.

Die Nachfrage zur Müllvermeidung ist auch in Mering groß

Warum steht der Stand zur Abfallvermeidung ausgerechnet auf dem Wochenmarkt? Hier werden doch die meisten Waren schon lose und unverpackt angeboten? „Weil viele zwar schon bewusst Müll vermeiden, doch vieles nicht wissen. Der Bedarf nach Anregungen und Austausch ist nach wie vor groß“, sagt Johanna Tremmel. Ein gängiger Fehler sei beispielsweise, Obst- und Gemüsereste in kompostierbaren Plastiktüten in der Biotonne zu entsorgen. „Was viele nicht wissen ist, dass in der Abfallverwertungsanlage Augsburg (AVA) vergoren und nicht kompostiert wird. Aus den verbleibenden Gärresten werden dann Kompost und Flüssigdünger hergestellt. Plastiktüten, auch die kompostierbaren, können jedoch nicht mitvergoren werden. Sie müssen bei uns mühevoll von Hand aussortiert werden“, fügt die Mitarbeiterin vom Landratsamt Aichach-Friedberg hinzu.

Profi im Wiederverwerten ist Beatrix Engel: Aus Resten von alten Jeanshosen entwirft sie Rucksäcke, Tragetaschen und Kleidungsstücke. Der Wickelrock mit aufgesetzten Taschen, den sie trägt, ist ebenfalls selbst geschneidert. „Für das Innenfutter eigenen sich alte T-Shirts besonders gut“, sagt sie. Am Stand informiert sich die Hobbyschneiderin über das Thema Upcycling, so nennt man die Kunst, aus Resten Neues zu machen.

Die Aktion auf dem Meringer Wochenmarkt fand im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung. Im ‚Abfall-Kompass’ der Kommunalen Abfallwirtschaft findet man viele Ideen und Tipps zur Abfallvermeidung und zum Recycling. Die Broschüre ist kostenlos und im Landratsamt Aichach-Friedberg erhältlich.

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