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Friedberg

09.09.2019

Krankenhaus in der Jesuitengasse: Ein versteckter Schatz in Friedberg

Am Tag des offenen Denkmals zog es viele Besucher in das ehemalige Krankenhaus
Bild: Vanessa Polednia

Am Tag des offenen Denkmals öffnet das ehemalige Krankenhaus in der Jesuitengasse seine Pforten. Besucher erfahren, wie das sanierte Gebäude nun genutzt wird.

Malerisch und versteckt liegt das ehemalige Krankenhaus in einem Garten an der Friedberger Stadtmauer. Nur wer sich durch das hölzerne Portal des Spitalgebäudes in der Jesuitengasse wagt, bekommt das Gebäude im idyllischen Innenhof zusehen. Am Sonntag machten sich viele Menschen auf den Weg zu dem denkmalgeschützen Gebäude, da es am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden konnte.

Der Friedberger Architekt Wolfgang Rockelmann hatte die einjährige Sanierung des Hauses geplant und zeigte nun Interessierten am Denkmaltag die umfassend renovierte Wohnanlage.

An die hohen Sanierungskosten wollte sich lange keiner wagen

Der zweigeschossige Walmdachbau, so genannt wegen der Dachform, wurde 1824 als Bezirkskrankenhaus im 25. Jahr der Regentschaft des bayerischen Königs Max I. Joseph errichtet und war damit das erste Hospital Friedbergs. Zuvor hatte sich auf der Grünfläche ein Lust- oder Nutzgarten des Jesuitenklosters befunden. „Und hier könnte vielleicht auch das eine oder andere Grab liegen“, sagte Architekt Rockelmann. 1910 wurde das neue Krankenhaus in der Herrgottruhstraße fertiggestellt. In das Gebäude in der Jesuitengasse 11 zogen Mieter ein. „Doch dann kroch der Schimmel die Wände hoch – das Haus war nicht mehr bewohnbar“, sagte Rockelmann. Seit 2014 stand der Walmdachbau leer – an die hohen Sanierungskosten wollte sich zunächst keiner wagen. Die Stadt Friedberg ließ es dann mit Mitteln des Freistaats und des Bundes wieder herrichten.

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Drei neue Wohnungen in dem Haus in der Jesuitengasse

Bei der Führung musste der Architekt Teilnehmer, die die Wohnungen und den Dachstuhl erkunden wollten, enttäuschen. Denn die Räumlichkeiten sind seit dem 1. September vermietet. Drei Wohnungen sind entstanden, in denen nun Menschen mit anerkanntem Asylstatus leben. Rockelmann findet es schön, dass in die Wohnanlage nun „Leben einzieht“. Mit zweimal 40 und einmal 100 Quadratmetern Wohnfläche sind die Sanierungskosten von rund 900.000 Euro immens. Dabei wurden die sozial geförderten Mietwohnungen einfach eingerichtet.

Architekt Rockelmann erklärte, dass die Arbeit am Dachstuhl am aufwendigsten gewesen sei. Dieser war – zur Überraschung des Architekten – verfault und musste Stück für Stück abgetragen werden. Einer der zahlreichen Besucher war Qamar Ulzaman. Er macht eine Ausbildung zum Zimmerer und hat am Dachstuhl mitgearbeitet. Ulzaman nutzte den Denkmaltag, um sich den fertigen, bewohnten Walmdachbau anzusehen, an dem er mitgewirkt hat. Und er war zufrieden mit dem Ergebnis.

Im Innern des Wohnbaus erinnert nicht mehr viel an die Zeit als Krankenhaus. Viele Besucher bestätigten, dass das Haus trotz der umfassenden Sanierung seinen idyllischen Charakter behalten hat.

Lesen sie dazu auch diesen Artikel: Drei einfache Wohnungen kosten eine Million Euro

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