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Ried

25.01.2021

Lebensqualität Ried äußert Unmut über digitale Bürgerversammlung

In Ried gibt es nach der digitalen Bürgerversammlung Diskussionen. Auch über das geplante Seniorenwohnprojekt.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Die Lebensqualität Ried moniert das Vorgehen bei der geplanten Ortsumgehung und dem Seniorenwohnprojekt. Was der Bürgermeister dazu sagt.

Rund 150 Bürger waren der Einladung von Bürgermeister Erwin Gerstlacher zu der Online-Bürgerversammlung gefolgt. Eine hohe Anzahl, wie alle Fraktionen einstimmig urteilen. Zu den Inhalten allerdings gibt es Stimmen, die unzufrieden sind. So moniert Robert Guha von der Lebensqualität Ried, dass bei einigen Themen der Eindruck entstanden sei, dass es sich schon um gefasste Beschlüsse oder zumindest abgestimmte Sachverhalte handelt. Wie beispielsweise bei den Themen Umgehungsstraße Nord und Betreutes Wohnen.

Dadurch werde der Gemeinderat in eine passive Rolle gedrängt und in seiner aktiv gestaltenden Tätigkeit eingeschränkt. Auch gefiel ihm nicht, dass durch das Format nur anonyme Fragen gestellt wurden. "Vielleicht gibt es ja einen datenschutzrechtlichen Aspekt, dass sich Bürger nur anonym einloggen konnten?", fragt er. Bürgermeister Erwin Gerstlacher meinte auf Anfrage nur lakonisch, es obliege dem Bürgermeister, über was er seine Bürger informiere. Seiner Meinung nach müsse er die Informationen nicht mit dem Gemeinderat absprechen.

Digitale Versammlung in Ried: Senioren benachteiligt?

Eine ganz andere Sache beschäftigt Franz-Josef Mayer von der CSU: "Haben alle Senioren die Möglichkeit, per Notebook oder Tablet an einer solchen Online-Veranstaltung teilzunehmen? Da bin ich mir nicht sicher und da bin ich am Überlegen, wie und ob wir da eventuell unterstützen könnten." Und weiter sagt der zweite Bürgermeister: "Ich fand ich es echt klasse, dass die Gemeinde und der Bürgermeister das Risiko einer ersten Online-Veranstaltung eingegangen sind. Denn Transparenz und offene Information halte ich für sehr wichtig."

Auch Paul Graf von den Freien Wählern, der den Bürgermeister technisch unterstützt hatte, sieht die Bürgerversammlung positiv: "Herr Gerstlacher ging auf alle aktuellen und relevanten Projekte in der Gemeinde ein. Die wirtschaftliche und gemeindliche Situation wurde gut zusammengefasst, weshalb ich die Online-Bürgerversammlung sehr informativ und sachlich fand." Einen Wunsch hat er aber noch: "Schön wäre es, in noch mehr Interaktion mit den Teilnehmern der Konferenz zu kommen. Wir haben uns jedoch bewusst gegen eine interaktive Videokonferenz entschieden." Die positiven Rückmeldungen und die Anzahl der Teilnehmer hätten seiner Meinung nach gezeigt, dass großes Interesse an dem Format bestehe. So sollte die Gemeinde das Format für die Zukunft beibehalten und vermehrt auch in anderen Bereichen Online-Angebote schaffen.

Bürgergemeinschaft Ried fand Online-Bürgerversammlung gelungen

Kariene Eikelmann von der Bürgergemeinschaft fand die erste Online-Bürgerversammlung gut gelungen: "Natürlich könnte man das Ganze sicher noch etwas professioneller gestalten, wie beispielsweise im Hintergrund das Gemeindewappen, etwas dynamischer agieren und ab und an mal in die Kamera schauen und lächeln." Auch die Anzahl der Bürger, die teilgenommen hatten, findet die Vertreterin der Bürgergemeinschaft sehr gut, wobei sie aber durch die Anonymität der Frager mehr Fragen erwartet hätte.

In den realen Live-Bürgerversammlungen herrsche doch mehr Diskussion nach dem Vortrag, so Eikelmann. "Selbstverständlich haben auch ein gutes Essen, das Bier oder der Wein und die Geselligkeit gefehlt", lacht die Gemeinderätin. Bürgermeister Erwin Gerstlacher bestätigte auf Anfrage, dass er positiv überrascht von der Anzahl der Bürger war, die die erste digitale Bürgerversammlung verfolgt hätten. Er überlege schon jetzt, wie man das Format ausbauen oder lebendiger machen könne.

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